Analbeutelerkrankungen

Analbeutelprobleme

Wenn es in Richtung Hinterteil geht, wollen es viele gar nicht so genau wissen. Daher ist es verständlich, dass viele Tierbesitzer von den Analbeuteln noch nichts gehört haben oder uns nicht selten fragen, ob sie auch bei Hündinnen vorkommen.

Erst wenn die Tiere typische Symptome für eine Analbeutelentzündung zeigen, wie z.B. Schlittenfahren, dann besteht Handlungs- und Informationsbedarf.

Fakten:

  • Analbeutel kommen bei Hund und Katze jeden Geschlechts vor.
  • Analbeutel sind paarig links und rechts des Afters angelegt
  • Die Analdrüsen bilden die Innenauskleidung der Analbeutel
  • Die Analdrüsen produzieren ein übelriechendes, meist bräunliches Sekret, das beim Kotabsatz herausgedrückt wird
  • Der Analdrüsenduft riecht individuell verschieden und dient den Tieren als Visitenkarte
  • Das Ausdrücken der Analbeutel regt keineswegs die Produktion der Analdrüsen an

Mögliche Erkrankungen der Analbeutel:

  • Sekretstau
  • Analbeutelverstopfung
  • Analbeutelentzündung
  • Analbeutelfisteln
  • Analbeutelabszesse
  • Analbeutelkarzinome

Ursachen:

Durchfall oder weicher Kot können die natürliche Entleerung der Analbeutel verhindern. Als Folge staut sich das Sekret, dickt ein und verstopft die engen Ausführungsgänge mit allen möglichen Folgen. Doch auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Nicht nur kleine Hunde, wie z.B. der Dackel, sondern bestimmte Hunderassen, wie z.B. der Beagle, und auch übergewichtige Katzen sind prädisponiert.

Symptome

  • typisches „Schlittenfahren“ (das Tier rutscht sitzend mit seinem Hintern über den Boden)
  • Einkneifen des Schwanzes
  • Belecken der Anal- und Schwanzregion
  • Ausstrahlender Juckreiz
  • Fieber
  • Unwillen zu Laufen
  • Schmerzen und Probleme beim Kotabsatz

Behandlung

Wird die Verstopfung nicht behoben, kann es durch das Eindringen von Bakterien zu einer schmerzhaften Entzündung der Analbeutel bis hin zum Analbeutelabszess kommen. Im Anfangsstadium können wir Tierärzte versuchen, das Sekret auszumassieren. Im fortgeschrittenen, sehr schmerzhaften Stadium müssen die Analbeutel unter Narkose gespült werden, um das blutig-eitrige Sekret zu entfernen. Anschließend verabreichen wir Antibiotika und Antiphlogistika, damit die Entzündung abheilen kann.

Prophylaxe:

Manchmal reicht es, auf ein Futtermittel umzustellen, das einen festeren Kot verursacht. Oft ist aber nötig, regelmäßig die Analbeutel zu entleeren, um einer Verstopfung vorzubeugen. In selten Fällen müssen die Analbeutel chirurgisch entfernt werden.