BEHANDLUNGSSPEKTRUM-Mensch

Tiergestützte Therapie

Der Wunsch, die positive Wirkung unserer  Haustiere gezielt einzusetzen, um  die  Behandlung von kranken Menschen zu unterstützen, ist nur allzu naheliegend und wird u.a. in der tiergestützen Therapie genutzt.

Entwicklung

Einer zufälligen Beobachtung  im Jahre 1961 ist es zu verdanken, dass „Pet therapy“ erstmals in einer wissenschaftlichen Abhandlung erwähnt wurde und dieser neue Wissenschaftszweig mehr und mehr Beachtung fand.

Boris Levinson, ein amerikanischer Psychotherapeut, bemerkte damals, dass ein psychisch und sozial gestörter Junge, der bei ihm in Behandlung war,  unbeabsichtigt mit seinem Hund in Verbindung trat. Daraufhin verbesserten sich seine Störungen erheblich. Dies veranlasste ihn, in weiteren Untersuchungen Tiere gezielt zur Motivation bei Kindern einzusetzen.

Seit den 1960 er Jahren ist  das Interesse an Mensch-Tier-Beziehungen im Gesundheitswesen und in der Öffentlichkeit stark gestiegen und es wurden  zahlreiche Studien weltweit durchgeführt, die den therapeutischen Nutzen des Tieres für den Menschen bestätigt haben.

Was passiert bei einer tiergestützten Therapie?

Sie beinhaltet den Einsatz eines geschulten Tieres im therapeutischen Rahmen, das die Behandlung durch seine Anwesenheit unterstützt. Das Tier ist also quasi der Co-therapeut. Durch die Präsenz des Tieres und die möglichen Interaktionen mit ihm, wie z.B. das Streicheln seines Fells, kann ein angstfreier Raum und eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen werden, die die Basis für eine gute Therapie sind und es dem Patienten leichter machen, sich zu öffnen.

Wie funktioniert Tiergestützte Therapie?

Die Tiergestützte Therapie basiert auf emotionalen Verbindungen und Interaktionen, die sich nicht nur zwischen Therapeut und Klient, sondern auch zwischen Tier und Klient bzw. Therapeut und Tier abspielen. Der Klient beobachtet diese Beziehungen und ist gleichzeitig aktiv darin involviert. Die freie Begegnung mit dem Tier, die taktilen Reize, die Wärme und der Geruch des Tieres lassen emotionale Bedürfnisse aufleben, die einen heilenden Prozess in Gang setzen. Die mentalen Kräfte des Klienten werden gestärkt und er ist mehr und mehr dazu in der Lage, seine Gefühle und ihm eigene Verhaltensstrukturen zu erkennen und zu reflektieren. Das  gesteigerte Bewusstsein über sich selbst setzt erste Impulse zu Veränderungen im Leben des Klienten frei und setzt einen möglichen heilenden Prozess in Gang.