Diabetes mellitus

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine häufige endokrine Erkrankung bei Hunden und Katzen. Sie tritt bei 1 von 100 Hunden und 2 von 100 Katzen auf und wird durch einen relativen oder absoluten Insulinmangel verursacht. Die Erkrankung äußert sich anfänglich mit vermehrtem Durst und dadurch bedingt mit häufigem Wasserlassen. Trotz großem Hunger und gesteigerter Futteraufnahme kommt es häufig zur Gewichtsabnahme.

Ursachen

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet, von dort in den Blutstrom abgegeben und zu den Zellen im ganzen Körper transportiert. Wird zu wenig Insulin produziert wird, können die Zellen den Zucker im Blut nicht nutzen und es kommt es zu einem ausgeprägten Hungergefühl. Um diesen Energiemangel zu kompensieren, baut der Körper Fett und Muskeln ab. Der daraus anfallende Zucker kann jedoch nicht von den Zellen als Energiequelle aufgenommen werden. Der Zuckergehalt im Blut beginnt daraufhin immer weiter zu steigen, bis sich so viel darin befindet, dass er in den Urin übertritt. Zucker zieht allerdings Wasser mit in den Urin, vergleichbar mit einem trockenen Schwamm, der Wasser aufsaugt. Hierdurch wird wiederum viel mehr Urin produziert, was zu starken Wasserverlusten führen kann. Als Folge beginnen die Tiere sehr viel zu trinken, um den Wasserhaushalt des Körpers aufrechtzuerhalten.

Diagnostik

Diabetes mellitus wird anhand der typischen Symptome, der Erhöhung des Blutzuckerspiegels und des Blutzuckerlangzeitwertes Fruktosamin diagnostiziert. Häufig kommt es auch zum Anstieg der Leberenzyme und der Blutfette. Trotz dieser relativ einfachen Diagnose sind möglicherweise weitere Tests nötig, um andere Begleiterkrankungen zu finden. Insbesondere dann, wenn Diabetes mellitus erst im mittleren bzw. höheren Alter diagnostiziert wird, können zusätzlich Harnwegsinfektionen, Infektionen der Haut und Entzündungen der Bauchspeicheldrüse auftreten, die die Einstellung mit Insulin erschweren.

Therapie

Beim Hund ist meistens eine lebenslange Therapie mit Insulin erforderlich. Bei Katzen verhält es sich etwas anders: in knapp der Hälfte aller Fälle kann es mit einer guten Einstellung des Blutzuckerspiegels zu einer Remission kommen und die Katze verliert den Diabetes. Leider ist es noch nicht wie in der Humanmedizin möglich, mit Tabletten zu behandeln. Für eine gute Therapie muss in jedem Fall Insulin gespritzt werden. Nur Mut! Es wirkt schwieriger als es tatsächlich ist. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Diabetes Ihres Tieres auf lange Sicht gut zu Hause behandeln können.

Diät

Für die erfolgreiche Therapie des Diabetes mellitus spielt eine spezielle Diät auch eine wichtige Rolle. Es gibt sehr gute Diätfuttermittel im Handel, die den gesamten Nährstoffbedarf des Tiers decken und dafür sorgen, dass die Schwankungen des Blutzuckerspiegels möglichst niedrig ausfallen. Um Änderungen des Insulinbedarfs zu vermeiden, ist insbesondere auf die gleiche Zusammensetzung und konstante Menge des Futters zu achten.
Darüber hinaus sollte die Diät fettreduziert sein und hochwertige, gut verdauliche Proteine enthalten. Vergessen Sie nicht, jederzeit sauberes Trinkwasser bereit zu stellen. Lässt der Durst nach und Ihr Tier trinkt wieder weniger, ist das ein Zeichen für ein gutes Management des Diabetes mellitus.