Ernährung bei Erkrankungen der unteren Harnwege (FLUTD)

Ernährung bei Erkrankungen der harnableitenden Wege (FLUTD)

Bei der FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease) sind Harnblase und Harnröhre bei der Katze erkrankt. Die Beschwerden werden meistens durch eine größere Ansammlung von Harnkristallen (Harngrieß) ausgelöst und können zu Blasenentzündungen bis hin zu akut lebensbedrohlich werdenden Verstopfungen (Obstruktion) der Harnröhre führen.

Symptome

Die FLUTD tritt gehäuft bei übergewichtigen Stubenkatern im mittleren Alter auf. Daran erkrankte Katzen sind unruhig, verspüren einen starken Harndrang und setzen aber trotz starken Pressens nur wenige Tropfen bis gar keinen Harn ab. Häufig ist der Urin blutig verfärbt und wird unter Schmerzäußerungen (Maunzen und Schreien) auch außerhalb der Katzentoilette abgesetzt.

Diagnostik

Mit bildgebender Diagnostik, wie z.B. Ultraschalluntersuchungen von Blase und Niere, Röntgenaufnahmen und Laboruntersuchungen von Blut und Harn können Harngrieß, Harnsteine und lebensgefährliche Nierenbeckenerweiterungen durch Harnstau entdeckt werden. Die Untersuchung des Blutes ist wichtig, damit nicht die Begleitsymptome des Kaliumanstieges und der Blutübersäuerung übersehen werden. In diesem Fall müssten entsprechende Infusionen gegeben werden, um ein Herzversagen zu vermeiden. Liegt ein kompletter Verschluss der Harnröhre beim Kater vor (obstruktive Form), muss die Harnabflussbehinderung so schnell wie möglich beseitigt werden.

Therapie

Das Entscheidende für den Therapie-Erfolg bei der FLUTD ist die die Umstellung der Fütterung auf ein medizinisches Diätfuttermittel. Je nach vorliegender Kristallart und Ergebnis der Harnanalyse wird ein entsprechendes Diätfuttermittel ausgewählt, dass z.B. bei Struvit-Kristallen harnansäuernd, phosphat- und magnesiumarm ist. Es gibt mittlerweile viele verschiedene Diätfuttermittel unterschiedlichster Geschmacksrichtungen im Handel, die sogar für übergewichtige Katzen geeignet sind und mitunter einen Zusatz enthalten, der stressmindernd wirken soll.

Denn ein „optimiertes Haltungs- und Umgebungs-Management“, bei dem Stress vermieden wird, ist ebenfalls eine wichtige Maßnahme, um Rückfälle zu vermeiden.  Es versteht sich fast von selbst, dass regelmäßiges Reinigen des Katzenklos und das Aufstellen mehrerer Katzentoiletten in der Wohnung empfehlenswert sind.

Abgesehen von einer lebenslangen Diät können Schmerzmittel, evtl. Antibiotika und Medikamente zur Regeneration der Blasenschleimhaut sowie in manchen Fällen auch Psychopharmaka und Antistress-Medikamente bei der FLUTD eingesetzt werden. Es sollte Ihnen aber klar sein, dass Erkrankungen der unteren Harnwege bei der Katze häufig chronisch verlaufen und lebenslang kontrolliert werden müssen.