Fütterungsempfehlungen für das kranke Tier

Diätfuttermittel

Ein krankes Tier benötigt besonders hochwertige Nahrung, damit der Heilungsverlauf unterstützt werden kann. Insbesondere chronische Erkrankungen können durch eine therapeutische Diät in ihrem Verlauf verlangsamt werden, wie z.B. die Niereninsuffizienz, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (IBD), Leber- oder Hauterkrankungen. Eine lebenslange hypoallergene Diät ist bei Futtermittelallergien erforderlich und erfordert viel Disziplin seitens des Besitzers. Möchten Sie nach der Zahnsanierung Ihres Tieres die Zahnsteinbildung herauszögern, ist es wichtig, bei der Fütterung auf eine besondere Zahnhygiene zu achten, die u.a. durch die Gabe von speziellem Dental-Futter erreicht wird. Hierbei sorgt eine besondere Kroketten-Form für eine mechanische Zahnreinigung und der Zusatz von Kalziumfängern für eine Zahnsteinprophylaxe. Auch bei akuten Erkrankungen spielt die Ernährung eine große Rolle: bei der Pankreatitis und Magen-Darm-Infektionen empfehle ich den Einsatz einer fettarmen, hochverdaulichen Kost.

Diätetik bei FLUTD

Einen Krankheitsrückfall zu vermeiden, ist bei der FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease) der Katze besonders wichtig. Hierbei handelt es sich meist um eine sehr schmerzhafte, idiopathische Cystitis (Blasenentzündung), die durch Hämaturie (Blut im Urin) und Pollakisurie (häufiges Wasserlassen) gekennzeichnet ist. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Obstruktion der ableitenden Harnwege durch Kristalle im Urin, was einen tödlichen Ausgang nehmen kann. Die Behandlung erfolgt konservativ oder operativ und muss in jedem Fall durch eine spezielle Futtermitteldiät neben ausreichender Flüssigkeitsversorgung ergänzt werden. Denn eine Ansäuerung des Urins durch das Futter verhindert die Neubildung von Struvitkristallen und kann diese z.T. sogar auflösen.

Fütterungsempfehlungen für den Intensivpatienten

Nach akuten, mitunter lebensbedrohlichen Erkrankungen ist die Rekonvaleszenzphase häufig gekennzeichnet durch Schwäche des Tieres und Appetitlosigkeit. Der Energiebedarf eines schwer kranken Tieres infolge von Stress, Angst und Schmerzen ist jedoch um bis zu 50 % erhöht. Ungeeignete Nahrung bzw. das Unvermögen, Nahrung überhaupt eigenständig aufnehmen zu können, führen daher schnell zur Unterversorgung mit Nährstoffen und Energie, was wiederum einen Gewichtsverlust und Abbau von Muskelmasse zur Folge hat. Proteine können im Körper nicht gespeichert werden, werden aber für den Muskelaufbau und die Antikörperbildung benötigt. Dies kann den Gesundheitszustand weiter lebensbedrohlich verschlechtern, da ein geschwächtes Immunsystem die Anfälligkeit für weitere Infektionen erhöht und die Wundheilung verzögert. Damit Ihr Tier wieder schnell auf die Beine kommt, füttern Sie eine hochkalorische, hochverdauliche und schmackhafte Diät in mehreren, kleinen Portionen, um den Nährstoffbedarf in der Genesungsphase abzudecken. Achten Sie im Fertigfutter auf den Zusatz von Antioxidantien, die freie Radikale abfangen können und somit das Immunsystem unterstützen. Um eine Dehydratation (Austrocknung) des tierischen Patienten zu vermeiden, ist es wichtig, dass das Tier ausreichend trinkt. Da ein Flüssigkeitsverlust auch bei Blutungen, Erbrechen und Durchfall auftreten kann, müssen möglicherweise zusätzlich Elektrolyte gegeben werden. Dies ist in Form von Elektrolytlösungen möglich, die genau auf den Bedarf des Tieres abgestimmt sind. In meiner Tierarztpraxis sind spezielle Diätnahrungen und Nährstoff-Mischungen mit hoher Schmackhaftigkeit erhältlich, die den Genesungsprozess Ihres Vierbeiners unterstützen können. Sprechen Sie mich an!