Impfungen beim Kaninchen

Impfungen bei Kaninchen

RHD (Rabbit Hemorrhagic Disease oder hämorrhagische Krankheit)

Diese sehr ansteckende, oft tödlich verlaufende Erkrankung wurde erstmals 1984 in China beobachtet und ist daher auch unter dem Namen Chinaseuche bekannt.
Die RHD wird durch ein Calici-Virus ausgelöst, das lange infektiös bleibt und sowohl direkt von Tier zu Tier als auch über Insekten, Futter, Einstreu und Transportbehältnisse übertragen werden kann. Seit einigen Jahren breitet sich eine neue Virus-Variante RHDV-2 aus, an der auch sehr junge Kaninchen erkranken können.

Typische Zeichen einer Erkrankung sind Blutungen aus Maul und Nase, Fieber, Atemnot, Teilnahmslosigkeit und plötzliche Todesfälle.

Die Myxomatose

Die häufig in den Sommermonaten auftretende Erkrankung wird durch ein Pockenvirus verursacht, das über Augen-, Nasen- und Rachensekrete ausgeschieden wird. Übertragungswege sind hauptsächlich Stechmücken und blutsaugende Insekten, eine Ansteckung über kontaminiertes Grünfutter ist jedoch auch möglich.
Die Krankheitszeichen hängen davon ab, ob die ödematöse oder knotige Form der Myxomatose überwiegt. Typische Symptome der Myxomatose sind Rötungen und Entzündungen der Lidbindehäute, Anschwellungen im Genitalbereich und im Kopfbereich (Augen, Ohren). Gewebsknoten im Unterhautbereich, Fieber, Atem- und Schluckbeschwerden können hinzukommen, die zu dem Tod des Kaninchens durch Entkräftung und Abmagerung führen können. Bei der knotigen Form überwiegen trockene, wesentlich kleinere Knötchen und die Tiere erholen sich meist schnell. Sie bleiben aber zeitlebens infiziert und können andere Kaninchen anstecken.

Schutz gegen RHDV-1– und RHDV-2 und Myxomatose

Um Kaninchen vor Myxomatose- sowie RHDV- und RHDV-2-Infektionen zu schützen, sollten sie regelmäßig geimpft werden. Uns Tierärzten steht ein neuer Impfstoff auch gegen die RHDV-2 – Variante zur Verfügung, der nach tierärztlichen Erfahrungen zeitgleich mit dem Impfstoff gegen Myxomatose injiziert werden kann. Nur eine Impfung zur Grundimmunisierung (ab der 10. Lebenswoche) und eine jährliche Nachimpfung ist bei diesem Impfstoff ausreichend.

Was kann der Tierhalter gegen RHD und Myxomatose tun

  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kaninchen gesund ist, wenn es geimpft wird. Denn nur ein intaktes Immunsystem kann eine gute Immunität ausbilden. Vermeiden Sie daher vor der Impfung jegliche zusätzliche Stressfaktoren, wie z.B. Vergesellschaftung, Umzüge oder längere Transporte. Auch die Kastration sollte nicht zeitgleich durchgeführt werden.
  • Bei vorhandenen Durchfällen bzw. bei Jungtieren sind Kotuntersuchungen von Vorteil, um Parasitosen auszuschließen.
  • Schützen Sie vor blutsaugenden Insekten, soweit möglich. Moskitonetze können hilfreich sein, sind aber nicht immer realisierbar.
  • Verzichten Sie auf das Verfüttern von Grünfutter, welches durch Wildkaninchen kontaminiert sein könnte
  • Sichern Sie das Außengehege so ab, dass kein Kontakt zu Wildkaninchen bestehen kann
  • Reinigen und desinfizieren Sie alle Gerätschaften regelmäßig
  • Lassen Sie alle Tiere Ihres Bestandes impfen. Auch wenn Impfungen keine 100%ige Sicherheit bieten, sind sie immer noch der beste Schutz gegen diese schweren Erkrankungen der Kaninchen.

Pasteurellose

Der Kaninchenschnupfen ist eine Infektion der Atemwege, der neben den Pasteurellen auch von Mykoplasmen, Staphylokokken, Bordetellen oder Clamydien verursacht werden kann. Viele gesunde Kaninchen sind Träger von Pasteurella multocida, ohne dass es zu einer Erkrankung kommt. Insbesondere in Kaninchenzuchten ist eine Impfung gegen Pasteurellen sinnvoll. In Hobbyhaltung ist diese Impfung weniger wichtig. Ab dem 28. Lebenstag erfolgt im Abstand von 14 Tagen die Grundimmunisierung. Danach muss alle 6 Monate geimpft werden.