Kastration bei Heimtieren

Kastration von Heimtieren

Diese Routine-Operation ist eine wichtige Voraussetzung zur Gesellschaftshaltung von mehreren Kaninchen oder anderen Heimtieren. Denn mittlerweile hat es sich erfreulicherweise durchgesetzt, kleine Heimtiere zu zweit oder in Gruppen zu halten. Um ihre ständige Vermehrung zu verhindern, ist es jedoch unerlässlich, entweder den Bock oder das Weibchen oder beide Tiere zu kastrieren und damit unfruchtbar zu machen.

Unkastrierte Rammler werden mit Eintritt der Geschlechtsreife häufig unverträglich gegen Geschlechtsgenossen und werden oft aggressiv. Sie markieren und entwickeln einen unangenehmen Geschlechtsgeruch. Auch hier ist die Kastration das Mittel der Wahl.

Ablauf der OP

Heimtiere dürfen anders als Hund und Katze vor einer OP nicht fasten. Für die Kastration werden sie unter einer kurzen Vollnarkose operiert. Zusätzlich injizieren wir Schmerzmedikamente und setzen am Samenstrang eine Lokalanästhesie. Auf dem vorgewärmten OP-Tisch bringen wir das Heimtier in Rückenlage und reinigen und desinfizieren den OP-Bereich sorgfältig. Anschließend lagern wir die Hoden durch einen kleinen Hautschnitt vor und binden sie ab. Um einen Netz- oder Darmvorfall aus der Bauchhöhle zu verhindern, verschließen wir den Processus vaginalis mit resorbierbarem Nahtmaterial. Als Letztes kommt eine Hautnaht mit Einzelheften.

Nach der OP

Nach der Operation werden die operierten Heimtiere eventuell noch einige Stunden in der Praxis kontrolliert. Erst, wenn der Patient vollständig erwacht ist, darf er nach Hause zu seinem Partnertier. Üblicherweise ist die Komplikationsrate bei der Kastration von Heimtieren in meiner Praxis sehr gering. Nichtdestotrotz ist eine genaue Beobachtung der Tiere, ihres Fressverhaltens und der Wunde sehr wichtig. Nach 10 Tagen werden üblicherweise die Fäden gezogen.