Tierpunkt April 2013

Kaninchen: Achten Sie auf Verstopfungen

Elli haart mehr als sonst. Nein, krank ist sie nicht. Ein Fellwechsel ist nicht nur beim Hund, sondern auch bei Heimtieren wie Kaninchen üblich. Im Frühjahr hat das alte Haarkleid ausgedient. Auch Kälteeinbrüche und andere starke Wetterschwankungen können zu einem Fellwechsel führen. Zwar haaren die Tiere stark, dennoch kommt es im Normalfall nicht zu kahlen Stellen. Verschorfte oder haarlose Hautpartien sind indessen Indizien für einen Parasitenoder Pilzbefall und können auch auf eine Mangelerscheinung hinweisen. Hier ist der Tierarzt gefragt. Beim Putzen während eines Fellwechsels verschlucken die Langohren mehr Haare als sonst – schnell kann es dann zur Darm-Verstopfung kommen. Erste Anzeichen sind kleine „Köttelketten“, die das Kaninchen ausscheidet: kleine Köttel mit Haaren durchmischt erinnern an eine Perlenkette. Ein Tierarztbesuch ist ratsam. Der Tierarzt kann dann entscheiden, ob es sich tatsächlich um eine beginnende Verstopfung handelt. Naturprodukte können helfen, aber besprechen Sie Ihr Vorgehen immer mit dem Tierarzt! Zum Beispiel sorgt Ananas- Diätsaft für eine weichere Beschaffenheit der Haare, so dass diese besser den Darm passieren können. Wenn Sie frische Ananasstücke verfüttern wollen, müsste das Kaninchen erst langsam daran gewöhnt werden. Wichtig ist, möglichst schnell Durchfälle zu erkennen und den Tierarzt zügig zu Rate zu ziehen. Übrigens: Kaninchen, die mit Gras und Heu, Grünfutter und Gemüse ernährt werden und sich viel bewegen, haben seltener Schwierigkeiten mit Haarballen.

Mit Zahnpflege Organe des Tieres schützen

In der Maulhöhle gibt es eine Vielzahl von Bakterien, die sich an der Zahnoberfläche festsetzen und vermehren. Zusammen mit Nahrungsresten entstehen klebrige Beläge (Plaque). Wenn sich nun Mineralsalze aus dem Speichel in der Plaque ablagern, wird aus dem Belag Zahnstein. Die Reibung des Zahnsteins sowie die in den Plaque-Bakterien enthaltenen Giftstoffe können dazu führen, dass sich das Zahnfleisch entzündet. Am Zahnfleisch ist dann eine schmale Rötung zu sehen. Ohne Behandlung geht das Zahnfleisch zurück (Parodontose), die Zähne fallen aus oder müssen gezogen werden. Vor allem sind Plaque-Bakterien und ihre Gifte gefährlich, weil sie z.B. Magen-Darm-Erkrankungen oder Herzprobleme verursachen können. Ratsam ist es, im Rahmen der jährlichen Impfung eine Zahnkontrolle durchzuführen. Je früher die Behandlung eines Zahnes einsetzt, desto besser. Wie beim Menschen sind auch für Tiere das Entfernen von Zahnstein und die Politur der Zähne sinnvolle Maßnahmen. Nicht nur spezielle Kaustangen können Belägen vorbeugen. Gewöhnen Sie Ihr Tier so früh wie möglich an das Zähneputzen. Üben Sie in entspannter Atmosphäre. Beginnen Sie mit den Fingern an Zahnfleischrand und Außenseiten der Backenzähne zu reiben. Erst später machen Sie Ihr Tier mit Tierzahnbürste und Creme vertraut. Kurze Übungseinheiten sowie Lob und Belohnung sind sehr wichtig für den Erfolg. Als Putztechnik empfiehlt sich ein Streichen im 45°-Winkel vom Zahnfleischrand in Richtung Zahnkrone. Lassen Sie sich in Ihrer Tierarztpraxis beraten. Wenn Sie später mit Zahncreme putzen, benutzen Sie ausschließlich spezielle Creme für Tiere.

Parasiten unterwegs: Tipps für den Tierhalter

Sobald das Thermometer zehn Grad Celsius erreicht, werden die Zecken aktiv. Zecken können zahlreiche Erreger auf Hunde übertragen und zu ernsthaften Erkrankungen führen. Der wichtigste Schutz ist ein Spot-on-Präparat. Zwar sind Impfungen möglich, die z.B. jeweils vor bestimmten Arten der Borreliose-Erreger schützen. Aber: Gegen einige verbreitete Krankheitserreger, die von Zecken übertragen werden, wie z.B. die der Anaplasmose oder Ehrlichiose, stehen keine Impfstoffe zur Verfügung. Mit einem Spot-on oder einem Zecken/ Floh-Halsband wird der Hund nicht nur zusätzlich vor Borreliose, sondern auch vor anderen durch Parasiten übertragbare Erkrankungen geschützt: So genannte „Repellentien“ wirken abschreckend auf Flöhe und Zecken. Sobald sich der Parasit auf dem Hund niederlässt, hat er das Gefühl, auf einer heißen Herdplatte zu stehen und lässt sich sofort wieder fallen. Es kommt also gar nicht mehr zum Biss und zur Übertragung von Krankheitserregern. Die Zecke stirbt nach diesem kurzen Kontakt. Nach drei bis vier Wochen muss das Spot-on erneut aufgetragen werden, da es dann durch die natürliche Hauterneuerung herausgewachsen ist. Ein Halsband ist über Monate wirksam. Bei Permethrin-Spot-ons ist eines zu beachten: Für Katzen sind Präparate mit diesem Wirkstoff hochgiftig. In Haushalten mit Katzen sollten diese nur beim Hund zur Anwendung kommen, wenn dieser von der Katze einige Stunden nach dem Auftragen getrennt werden kann, bis das Spot-on getrocknet ist. Sicher ist sicher: Trotz Spot-on oder Halsband ist es empfehlenswert, nach jedem Spaziergang das Fell des Hundes nochmals gründlich nach Zecken zu untersuchen. Auch Zeckenzangen- oder hebel sollten Sie stets dabei haben, um den Parasiten zügig zu entfernen. Impfungen gegen Borreliose & Co. „Impfungen gegen Krankheitserreger, die von Zecken übertragen werden, können einen direkten Zeckenschutz (Spot-on) nicht ersetzen. In stark gefährdeten Regionen können sie jedoch als zusätzliche Maßnahme durchaus sinnvoll sein“, rät die Expertenorganisation ESCCAP. Betroffen sind dabei nicht nur Jagd- und Gebrauchshunde. Gerade Städter unterschätzen die Gefahr für ihre Hunde. Bei Fragen zur Borreliose-Impfung und für Informationen über Gebiete mit einer hohen Borreliose-Infektionsrate wenden Sie sich an Ihren Tierarzt. Lassen Sie sich am besten zum Zeckenschutz individuell beraten.

Buchtipp: Glückliche Rennmäuse

In dieser Rubrik hat die Redaktion bereits einen Ratgeber zu Farbmäusen veröffentlicht. Dieses Mal empfiehlt sie „Meine Rennmaus – zu Hause“. Mit Hilfe dieses Buches kann sich der Laie einen Überblick über die artgerechte Haltung von Rennmäusen verschaffen. Es gibt zahlreiche Tipps zur richtigen Auswahl, optimalen Fütterung, Pflege und Gesunderhaltung der Tiere. Ob groß oder klein – bevor ein Tier ins Haus kommt, gilt es, sich umfassend zu informieren. Auch winzige Wesen wie Rennmäuse möchten ein artgerechtes Leben führen. Zum Beispiel sollten die geselligen, sozialen Tiere nicht alleine gehalten werden – das wäre nicht artgerecht. Rennmäuse wollen beschäftigt werden und sich wohlfühlen. Beschäftigungstipps und Anregungen für ein großes und abwechslungsreiches Gehege erhält der Leser ebenso wie Informationen darüber, wo und wie Rennmäuse in der freien Natur leben und welche Verhaltenweisen sie haben.

Blick-Punkt: Frauen sind nicht einfach

Eigentlich habe ich nichts gegen meine Tierärztin. Ich muss sogar sagen, dass ich sie persönlich ganz sympathisch finde. Ja, ehrlich! Ich mag ihre Art, wie sie mir das äußerst schmackhafte Trockenfutter vor die Nase hält, um mich aus der Transportbox zu locken. Wenn die Umgebung der Praxis mir nicht immer so fremd vorkommen würde, könnte ich mir glatt vorstellen, mal mit der Dame eine Schmusestunde einzulegen. Aber ich glaube, wir kommen nicht zusammen. Schließlich hat sie immer so einen komischen Drang, mich fachmännisch abzutasten. Ich weiß auch nicht so recht, was sie davon hat, mir in Mund und Ohren zu schauen! Naja, Frauen eben! Nicht zu vergessen, mit welcher Schnelligkeit und Präzision sie mir plötzlich eine Nadel in die Haut piekst. Aber dann gibt‘s wieder Trockenfutter und aufmunternde Worte. Höchst eigenartig. Eigenartig finde ich es auch, dass mein Frauchen es immer wieder schafft, mich zur Tierärztin zu schleppen, wenn ich mich gerade für mein Mittagsschläfchen gebettet habe. Tja, als Mann habe ich es eben nicht einfach mit den Frauen … Euer Kater Elvis

Ausgabe als PDF speichern