Tierpunkt April 2015

Runter mit den Pfunden …

Der Blick von Samtpfote Maxi ist unwiderstehlich. Für ein Leckerli setzt er seine charmanteste Miene auf. Der Kater beherrscht es perfekt, Frauchen in der Küche zu hypnotisieren. Wer aber möchte, dass sein Tier fi t und gesund bleibt, sollte mit Leckerchen vorsichtig sein. Gegen einen Extra-Bissen oder eine Belohnung ist sicher nichts einzuwenden. Doch sollte auf eine bewusste Fütterung des Tieres geachtet und eine gewisse Tagesration nicht überschritten werden. Denn: Übergewicht beeinfl usst auch bei Tieren sehr schnell den Gesundheitszustand. Es kann unmittelbar zahlreiche Erkrankungen nach sich ziehen. Gelenke, Bänder und Sehnen werden überbeansprucht und leiden besonders unter dem Gewicht. Bei Junghunden können zu viele Kalorien zu einem überschießenden Wachstum führen. Wachstumsstörungen im Ellenbogengelenk oder Hüftdysplasie können, vor allem bei großen Hunden, die Folge sein. Generell gilt: Übergewicht fördert Herz-Kreislauf-Probleme, Störungen der Magen-Darm-Funktion, Lebererkrankungen und Diabetes. Die Aktivität eines übergewichtigen Tieres nimmt ab. Dabei leidet nicht nur seine Lebensqualität, sondern es erhöht sich auch das Infektionsund Narkoserisiko. Deshalb sollte man regelmäßig sein Tier kontrollieren. Ein Tipp für Hundehalter: Ein langhaariger Hund ist zu dick, wenn man beim Streicheln nicht seine Rippen fühlen kann. Bei Kurzhaarigen sollten die Rippen sogar leicht zu erkennen sein. Faktoren wie Rasse, Größe, Geschlecht und Alter spielen ebenfalls eine Rolle. Um eine für den Organismus schonende sowie erfolgreiche Diät für Ihr Tier zu erreichen, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt. In der Praxis gibt es spezielle Futtermittel. Zudem kann der Tierarzt überprüfen, ob das Übergewicht nicht die Folge einer anderen Erkrankung ist.

„Harmlose Rauferei“ kann Folgen haben

Sommerliche Temperaturen, schönes Wetter im Frühjahr: Mehr als sonst gehen Hundefreunde mit ihren Vierbeinern in die Natur, um sich gemeinsam zu erholen. Dabei treffen fremde Hunde aufeinander. Oftmals regeln freilaufende Hunde einen Konfl ikt ganz galant und schmerzfrei. Doch manchmal kommt es zu einer kleinen Beißerei. Das Tückische: Die zunächst kleinen Biss-Stellen wirken harmlos, sind kaum im dichten Fell zu entdecken. Doch einige Tage später entfalten Bakterien unter der Haut ihre große Wirkung. Mit den Hundezähnen dringen zahlreiche Bakterien tief in die Haut ein und fi nden hier optimale Bedingungen, um sich rasend schnell zu vermehren. Starke Entzündungen können sich unter der Haut verbreiten. Gefährlich: Die Wunde hat sich bereits an der Oberfl äche geschlossen und darunter vermehren sich die Bakterien (Anaerobier). Sie können den lebensgefährlichen Wundbrand auslösen. Unbehandelt können Fieber und sogar eine Blutvergiftung (Sepsis) die Folge sein. Auch Quetschwunden sind nicht ungefährlich. Fettgewebe wird gequetscht, das Gewebe unter der Haut stirbt ab und es folgt eine heftige Entzündung, die äußerst schmerzhaft ist. Wie sollte der Tierhalter sich verhalten? Bisse sollten unbedingt tierärztlich behandelt werden. Auch wenn nach der Rauferei im Fell nichts zu sehen ist, sollten in der Praxis die zunächst kleinen Wunden gesäubert und kontrolliert werden. Das ist wenig aufwendig im Vergleich zu der Behandlung einer schweren Entzündung. Auch Erkrankungen können durch Bisse übertragen werden.

Zecken abwehren und entfernen

Wie kommt es, dass manche Tiere und Menschen häufi ger von Zecken befallen werden als andere? Liegt es an der Zusammensetzung des Blutes oder an einem besonderen Geruch? Die Antwort lautet nein. Denn anders als bei Mücken, die nachgewiesenermaßen einen hohen Milchsäureanteil auf der Haut ihrer Opfer bevorzugen, suchen sich Zecken ihren Wirt nicht aktiv aus, sondern sitzen passiv in Flora und Fauna und werden dort von Mensch und Tier abgestreift. Die Wahrscheinlichkeit befallen zu werden steigt also, wenn man sich abseits von Wegen durch niedrige Vegetation wie Gebüsch, Unterholz oder Gras bewegt. Hunde und Katzen sollten daher möglichst geschützt werden. Geeignet sind z.B. Tabletten, Zecken- und Flohschutzbänder oder Spot-ons, die in den Nacken des Tieres geträufelt werden. Spaziergänger können sich schützen, indem sie geschlossene Kleidung tragen wie feste Schuhe, lange Strümpfe und Hosen. Zecken haben dann weniger Chance, sich auf der Haut festzusetzen. Meist werden die Plagegeister aus dem Gras und Gesträuch abgestreift, sie bohren sich aber nicht gleich fest, sondern suchen zunächst bis zu zwei Stunden lang nach einer geeigneten dünnhäutigen Körperstelle wie die Innenseite der Schenkel, Kopf, Ohren, Zwischenzehenbereich, Afterregion oder den Unterbauch. Noch nicht ausgewachsene Zecken, die Larven und Nymphen, sind besonders an Ohrrändern, Ohrmuscheln, Augenlidern und im Schnauzenbereich zu fi nden. Nach dem Spaziergang sollte der Hund darum immer besonders gründlich vor allem in diesen Bereichen auf Zecken untersucht werden.

Problematisch ist, dass mit dem Speichel der Zecke gefährliche Krankheitserreger abgegeben werden. Da einige dieser Erreger erst nach zwölf bis 24 Stunden übertragen werden, ist eine rasche Entfernung der Zecke wichtig. Neben der in einigen Gebieten Deutschlands relevanten Gehirnhautentzündung FSME können Zecken die auch für Menschen tückische Borreliose übertragen. Für Hunde relevante Krankheiten sind z.B. die durch den „Holzbock“ übertragene Borreliose und die Babesiose, die von der Auwaldzecke verbreitet wird. Da wirksame Mittel, die Zecken abhalten oder sogar töten, bei unsachgemäßer Anwendung für Katzen gefährlich sein können, sollten sie nur direkt beim Tierarzt erworben werden. Wenn ein Teil der Zecke in der Haut steckenbleibt – meist der winzige schwarze Kopf – kann sich diese Stelle entzünden. In diesem Falle unbedingt den Tierarzt aufsuchen!

Mit der Katze kommunizieren

Katzen geben eindeutige Zeichen, wenn es darum geht ihr Wohlbefi nden auszudrücken oder drohend zu fordern, sofort in Ruhe gelassen zu werden. Damit Herrchen und Frauchen ihre anspruchsvollen Schützlinge auch garantiert verstehen, erklärt Helga Hofmann das ganze Kommunikationsrepertoire der schnurrenden Mitbewohner. Katzen verständigen sich untereinander durch Töne, Körperhaltung, Mimik und insbesondere durch Duftstoffe, die uns Menschen leider im Verborgenen bleiben. Jede Katzenrasse bringt dabei ihr eigenes Temperament zum Ausdruck. Ein paar Grundregeln helfen, damit der Informationsaustausch von Mensch zu Katze funktioniert. Die Autorin weiß, wie man Missverständnisse vermeidet und unartigen Katzen das Krallenwetzen am Sofa abgewöhnt. Alles in allem bietet das Buch die ideale Basis für ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Tier.

Tierischer Nachbar

Die Gartensaison hat wieder angefangen. Für meine feine feline Nase ein wahrer Hochgenuss. Da ich ja ein genügsamer Kater bin, halte ich mich überwiegend im Garten auf. Ich weiß, ich bin eine Ausnahme, aber schließlich muss ich immer ein Auge auf meine Menschen haben. Der Garten ist also mein Revier. Heute morgen schlendere ich so über die Wiese und was sehe ich? Einen Eindringling! Max – der Neue von nebenan. Das kann ich nicht zulassen! Das Problem besteht nur darin, dass Max furchteinfl ößend stark daherkommt. Was für ein Muskelprotz! Meine Fellhaare sträuben sich. Erstaunt guckt Max mich an, als würde er die Katzensprache nicht verstehen. Ich signalisiere: „Weg da! Das ist meine Spielwiese! Das wollen wir mal nicht einreißen lassen.“ Mit bösen Blicken und meiner Show habe ich Max schwer beeindruckt. Eingeschüchtert zieht er sich zurück. Zum Glück weiß er nicht, welch ein mächtiger Kater er ist. Ein Pfotenhieb von ihm und mir würden die Lampen ausgehen. Aber er respektiert mich. Selbstsicheres Auftreten ist eben alles! …

… Euer Elvis

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