Tierpunkt April 2016

Halten Sie Ihre Tiere im Auge!

Mary und ihre Freundinnen werden jeden Morgen gewogen. Denn große Gewichtsverände – rungen (von 50 Gramm pro Woche) können bei Meerschweinchen auf Erkältung, Zahnprobleme oder Verdauungsstörungen hindeuten. Solche Erkrankungen sind zu Beginn schwer zu erkennen. Für Mary & Co. gehört es nämlich zum normalen Verhalten, Krankheit möglichst lange zu verbergen, da in der Natur kranke Tiere aus dem Rudel ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Meerschweinchen regelmäßig überprüfen. Beispiele: Verhornte Stellen an den Fußsohlen sollten aufgeweicht und abgeschnitten werden. Die Augen sollten klar und sauber sein. Verklebte Stellen können auf eine Erkrankung hinweisen. Bevor man zu sogenannten „Hausmitteln“ greift, die dem Tier sogar noch schaden könnten, sollte man unbedingt den Tierarzt fragen. Weiße Stellen im Mund weisen auf Pilzbefall oder Zahnfehlstellung hin. Ein Zeichen für eine Mangelerscheinung oder Entzündung können schorfi ge Stellen in den Mundwinkeln sein (Lippengrind). Evtl. sind die Zähne zu lang, so dass der Arzt sie kürzen muss. Ausreichend Nagematerial wie Heu oder Rohkost wirkt hier vorbeugend. Achtung: Gehen Sie bei einer Fütterungsumstellung immer langsam vor, da Meerschweinchen mit Durchfall reagieren können. Wird Durchfall zu spät behandelt, kann das zum Tod der Tiere führen. Deshalb sollte auch regelmäßig das Hinterteil kontrolliert werden. Kahle Stellen hinter den Ohren und an den Brustwarzen sind ganz normal, aber alle anderen haarlosen oder schorfi gen Stellen sind sind „Alarmglocken“.

Gute Vorsorge für ein gesundes Gebiss

Abgesehen davon, dass Mundgeruch eines Haustieres unangenehm ist, deutet er in der Regel auf Entzündungen des Zahnfl eisches (Gingivitis) hin. Futterreste bleiben an den Zähnen oder in den Zahnzwischenräumen zurück. In der Maulhöhle gibt es eine Vielzahl von Bakterien, die sich an der Zahnoberfl äche festsetzen und vermehren. Zusammen mit Nahrungsresten entstehen klebrige Beläge (Plaque). Wenn sich nun Mineralsalze aus dem Speichel in der Plaque ablagern, wird aus dem Belag Zahnstein. Dieser ist gelb, ocker, braun oder grau und ist meist zuerst an der Außenfl äche der Fang- und Backenzähne zu sehen. Die Reibung des Zahnsteins sowie die in den Plaque-Bakterien enthaltenen Giftstoffe können dazu führen, dass sich das Zahnfl eisch entzündet. Am Zahnfl eisch ist dann eine schmale Rötung zu sehen. Ohne Behandlung geht das Zahnfl eisch zurück (Parodontose), die Zähne fallen aus oder müssen gezogen werden. Gefährlich sind die Plaque-Bakterien und ihre Gifte, weil sie z.B. Magen-Darm- Erkrankungen oder Herzprobleme verursachen können. Lassen Sie die Zähne jährlich, besser noch halbjährlich durch den Tierarzt kontrollieren. Er erkennt Erkrankungen im Ansatz. Wie beim Menschen ist auch für Tiere das Entfernen von Zahnstein und die Politur der Zähne sinnvoll. Dies sollte nur ein Tierarzt durchführen! Gewöhnungsbedürftig, aber effektiv ist das Zähneputzen mit speziellen Bürsten und Pasten. Alternativ dazu gibt es enzymhaltige Kaustreifen und spezielles Trockenfutter.

Grabmilben: nur bei Früherkennung harmlos

Kaninchen, auch Stubenvögel wie Wellensittiche und Kanarienvögel leiden zuweilen unter dem Befall von äußerlichen, sogenannten Ektoparasiten. Besonders Wellensittiche kommen als Patienten in die Tierarztpraxis, weil sich am Schnabel und um die Nasenlöcher herum ein wulstiger, krustiger Belag abgelagert hat, in dem man sogar mit dem bloßen Auge winzige Löcher erkennen kann. Betroffene Vögel leiden unter Juckreiz und zeigen ein gesteigertes Putzverhalten, was vom Besitzer gut zu beobachten ist. Der Tierarzt kann schnell ermitteln, wer hier der Übeltäter ist: Es handelt sich meist um den Befall mit Grabmilben, die die sogenannte Schnabelräude und die „Kalkbeinräude“ verursachen. Die Schnabelräude, von der vor allem Sittiche betroffen sind, führt im Anfangsstadium zu kleinen Wülsten in den Schnabelwinkeln, später zieht sich ein grauweißer, poröser Belag oder eine schwammähnliche Wucherung über den Schnabelansatz, Nase und Augenbereich. Der Schnabel kann so stark geschädigt werden, dass er dauerhaft zerstört wird. Das Tier ist dann nicht mehr in der Lage zu fressen und muss eingeschläfert werden. Im fortgeschrittenen Stadium ziehen sich diese krustigen Aufl agerungen oft über den ganzen Körper. Befallene Zehen können im schlimmsten Fall abfallen, betroffen sind hier vor allem Kanarien, Finken und Tauben.

Charakteristisches Merkmal des Befalls mit den achtbeinigen Parasiten aus der Gruppe der Spinnentiere sind die unzähligen winzigen „Bohrlöcher“. Es handelt sich dabei um Grabgänge, die die weiblichen Milben bohren, um dort ihre Larven zu gebären. Die Milben selber ernähren sich von der Hornsubstanz der befallenden Partien, die sie mit Hilfe eines Enzyms aufl ösen. Die Übertragung der Milben erfolgt von Vogel zu Vogel, doch können die Parasiten auch für kurze Zeit außerhalb ihres Wirtes überleben. Für den Menschen besteht aber keine Gefahr. Vorausgesetzt, es wird rechtzeitig ein Tierarzt aufgesucht, ist die Behandlung relativ unkompliziert. Ein milbentötendes Medikament wird mehrmals auf die Haut aufgetragen und wirkt dann innerlich.

Ein guter Start für Kind & Hund

Familienzuwachs auf vier Pfoten? Die Kinder sind Feuer und Flamme und wollen sofort kuscheln, spielen und sich um ihren neuen Freund kümmern. Damit dies auch gelingt, gibt es in diesem Buch viel lesenswertes, wie Kinder mit Hunden am besten umgehen. Spielerisch werden sie an das Wesen herangeführt, lernen, was Körpersprache bedeutet, wie sie ihrem Tier etwas beibringen können und welche Spiele und Tricks gemeinsam Spaß machen. Ein Buch, das für Nachwuchs-Hundeprofi s geschrieben ist: Mit diesem Ratgeber sollen Kind und Hund ein gutes Team werden. Es ist eine Lektüre für die ganze Familie, die vor Einzug eines Hundes durchaus hilfreich ist! Die Autorin Dr. Sandra Bruns ist Tierärztin, Verhaltenstherapeutin und leitet eine Hundeschule, in der sie u.a. Kurse für Kinder mit Hunden gibt. Sie hat selbst zwei Kinder und einen Hund.

Hübsche Fotos von dem Kater

„Schau doch mal ein bisschen netter, Elvis“, fl eht mich Frauchen an. Mit ihrem blöden Fotoapparat, mit dem sie um mich herum tänzelt, geht die Dame mir ordentlich auf die Nerven. Nein, ich werde nicht netter gucken. Auf keinen Fall. Basta. Schließlich fühle ich mich total lächerlich. Und als ganzer Kerl kann man sich doch nicht alles gefallen lassen! Frauchen möchte unbedingt ein paar hübsche Tierbilder schießen. Bitte, bitte. Wenn ich ihr damit eine kleine Freude bereiten kann … Ich bemühe mich also doch nach Kräften, ihr den Spaß zu gönnen, aber ihre Fotoshootings sind einfach voll anstrengend! Fürs Stillhalten hätte ich jetzt schon eine Tonne Thunfi sch verdient! Aber es kommt noch besser: „Jetzt habe ich eine wunderbare Idee“, juchtzt Frauchen verzückt. „Alle Tiere auf einem Bild!“ Oh nein, auf welche Ideen Frauen so kommen! Das Gruppenfoto wird mir den Rest geben, denke ich. Und ehe ich mich versehe, bin ich zwischen Hundehintern und dem Bauch der Katze Charlotte eingequetscht. Als Bello mir dann noch ans Ohr schleckt, nehme ich reißaus, noch bevor Frauchen den Auslöser drücken kann …

… Euer Elvis

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