Tierpunkt April 2017

Warum Kastration eine Prophylaxe darstellt

Damit der Frühlingsbeginn bei unseren Haustieren nicht in einem großen „Katzenjammer“ endet, appelliert die Bundestierärztekammer an Tierhalter, nur kastrierte Katzen ins Freie zu lassen. Über die Gründe, warum Tierhalter ihre Freigängerkatzen nicht kastrieren lassen, lässt sich nur spekulieren: Bei Vielen ist es wohl schlichtweg Desinteresse. Andere dagegen glauben, dass eine Kastration gegen die Natur der Katze sei. Doch für Tiere bedeutet der Geschlechtstrieb in erster Linie Stress: Unkastrierte Kater und Katzen streunen auf der Suche nach einem Partner tagelang umher, legen dabei oft weite Strecken zurück und laufen so beispielsweise Gefahr, überfahren zu werden. Katzen können schon mit einem halben Jahr das erste Mal Nachwuchs bekommen, und das dann durchschnittlich zweimal im Jahr. Bei bis zu sieben Kätzchen pro Wurf ist die Nachkommenschaft schnell auf ein Vielfaches angewachsen. „Das Ende vom Lied sind dann noch mehr verwilderte Katzen, die unterernährt und krank ihr Leben fristen müssen“, erklärt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer. So leidet ein Großteil der verwilderten Katzen an chronischen und ansteckenden Krankheiten, außerdem sind sie von Hautpilzen oder Parasiten wie Flöhen, Spul- oder Bandwürmern befallen. Zwar gibt es momentan keine bundeseinheitliche Kastrationspfl icht für Freigänger-Katzen, wie es die Bundestierärztekammer bereits 2010 gefordert hatte. Doch wurde mit der Novelle des Tierschutzgesetzes eine Rechtsgrundlage geschaffen, die den Ländern ermöglicht, Kastrationsgebote und Kennzeichnungsund Registrierungspfl icht auszusprechen. In mehr als 500 deutschen Städten und Gemeinden ist es mittlerweile Pfl icht, Katzen kastrieren und kennzeichnen zu lassen.

Giardien: Was bedeutet ein Befall für mein Tier?

Wenn der Hund an Durchfall leidet, können verschiedenartige Ursachen zugrunde liegen. Sie sollten bei Durchfällen Ihres Tieres nicht lange warten bis Sie den Tierarzt zu Rate ziehen. Hartnäckige oder immer wiederkehrende Durchfälle können von einzelligen Darmparasiten, den Giardien, verursacht werden. Neben Durchfällen wird häufi g auch Erbrechen festgestellt. Betroffene Tiere scheiden die Parasiten mit dem Kot aus, so dass Giardien über die Umwelt, verunreinigtes Wasser oder den Kontakt mit dem Kot von Artgenossen übertragen werden können. Dies ist einer von vielen Gründen, dass es für Hundehalter selbstverständlich sein soll, den Kot des Tieres aufzusammeln und zu entsorgen. Giardien sind Zoonose-Erreger, d.h. Infektionen können zwischen Mensch und Tier in beide Richtungen pendeln. Sind bei dem Tier Giardien festgestellt worden, kann der Tierarzt mit Medikamenten helfen. Wenn das Tier gegen Giardien behandelt wird, ist es ratsam, zusätzlich Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen im Haushalt vorzunehmen. Das Wasser sollte bei der Haushaltsreinigung eine Temperatur von über 60°C haben. Wichtig ist, dass die Flächen gründlich abgetrocknet werden, weil Giardien im Wasser überleben. Giardien können trotz regelmäßiger Entwurmung auftreten. Ihr Tierarzt kann Giardien im Labor nachweisen. I.d.R. sind Proben von mehreren Kotabsätzen nötig. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, wie oft ein Kot-Check für Ihr Tier sinnvoll wäre.

Atemwegserkrankung beim Meerschweinchen

Die kleinen Gefährten sind wahre Meister im Verstecken ihrer Krankheiten. Das macht es für den Tierhalter äußerst schwierig, schnell zu reagieren. Dabei ist gerade die Früherkennung äußerst wichtig. Deshalb wiegen Meerschweinchenfreunde ihre Tiere meist wöchentlich, da eine Gewichtsabnahme ein Hinweis auf eine Erkrankung sein kann. Ist ein Meerschweinchen auffällig apathisch und frisst nicht mehr, handelt es sich bereits um einen akuten Notfall. Wachsam sollten Meerschweinchenhalter auch bei der Erkennung von Erkältungskrankheiten sein. Ein harmlos wirkender Schnupfen (Rhinitis) kann bei Meerschweinchen schnell zur ausgewachsenen Lungenentzündung (Pneumonie) werden. Sollte also das Tier vermehrt niesen oder husten, ist es ratsam, den Tierarzt aufzusuchen. Auch wenn es kurzatmig ist, irgendwie anders atmet als normal oder Geräusche beim Atmen zu hören sind, ist der Tierarzt gefragt. Abmagern, Fieber und Appetitlosigkeit sind weitere Symptome. Übrigens: „Meeries“ können ihre Besitzer anstecken und umgekehrt: Erkältungskrankheiten werden von einer Vielzahl diverser Bakterien, aber auch von Viren ausgelöst, z B. P. pneumotropica, Streptokokken, Sendai Virus. Erkrankungen der Atemwege können auch von einer Pilzinfektion verursacht werden. Diverse Faktoren sind für einen Ausbruch entscheidend. Hierzu gehören starker Stress (z.B. ungewohntes Hochheben, Kuscheln und Spielen durch Kinder) oder sozialer Stress innerhalb der Gruppe oder Einzelhaltung. Aber auch die Ernährung spielt eine Rolle: Ausgewogenes Frischfutter deckt die Bedürfnisse nach Vitaminen und Mineralstoffen ab. Von Bedeutung für eine Atemwegsinfektion sind auch staubiges Heu, Durchzug oder trockene Heizungsluft, aber auch Unsauberkeit. Aber Vorsicht: Ein allzu häufi g desinfi ziertes Gehege lässt den Tieren keine Chance, Abwehrkräfte zu bilden.

Aufgepasst im Frühjahr!

Meerschweinchenfreunde können also hier vielfach vorbeugend tätig werden. Besonders jetzt im Frühjahr, wenn die Tiere in den Garten gesetzt werden, sollte nicht nur auf übermäßigem Graskonsum geachtet werden, sondern die Meerschweinchen müssen auch langsam über mehrere Tage für kurze Zeit akklimatisiert werden. Temperaturunterschiede können für die kleinen Wesen lebensbedrohliche Folgen haben.

Hundetraining ohne Worte

Hundeerziehung ohne Worte – geht das überhaupt? Und wenn ja, wie? Die hauptberufl iche Hundetrainerin Liane Rauch zeigt, dass es möglich ist und Training ohne Worte sogar von Vorteil sein kann. Die Expertin erläutert im hilfreichen Ratgeber, wie die Hand bei der nonverbalen Hundeerziehung als Führhilfe dient, wie wichtig die vertrauensvolle Hund-Mensch-Beziehung ist für eine Hundeerziehung ohne Stress und wie der Tierfreund allein durch seine Körpersprache das gewünschte Hundeverhalten erreichen kann. Rauchs Ziel ist es, dass der Hundehalter lernt, wie er die Bindung zu seinem Hund stärken kann und wie wichtig das Blickkontakttraining dabei ist. Das Buch liefert viele Infos zum Hundetraining ohne Worte, zur Beziehungsarbeit sowie zur Vertrauensarbeit bei Angsthunden. Bebilderte Übungen und Tipps erläutern die praktischen Übungen. Lesenswert für jeden Hundefreund!

Charme oder Emanzipation

Zwar bin ich auf meinem Streifzug und der Suche nach meinem Zuhause „der Neue“ in meinem Umfeld. Doch da gehe ich ganz selbstbewusst vor: Wegerecht interessiert mich nicht, ich muss ja schließlich weiterkommen. Also, frei nach dem Motto: Voran durchs Revier – alles meins! Der Nachbarskater sieht das anders. Aber ich bin wild entschlossen, allen begreifl ich zu machen, wer jetzt hier das Kommando hat. Manchmal muss ich nicht nur Charme und Überzeugungskraft, sondern auch ein paar Tatzenhiebe einsetzen! Doch es kam anders … Das Wesen sprang plötzlich von der angrenzenden Mauer. Mein Gesicht nahm erstaunte Züge an. Es war kein Kater, sondern eine Katzendame! Ich war schwer beeindruckt. Die Dame konnte ich doch nicht durchs Gebüsch hauen. Dafür bin ich zu sehr Gentleman. Ich gegrüßte sie und beschnupperte sie zärtlich. Danach stolzierte sie durchs Beet. Ich staunte nicht schlecht. Als sie dann zur Terrasse des Nachbarn tänzelte, der neuerdings auch für mich einen Napf bereit stellt, wurde es mir zu bunt. Ich trieb sie wieder aus dem Garten. Gentleman hin oder her – Frauen sind doch emanzipiert und müssen das verkraften …

… Euer Elvis

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