Tierpunkt August 2013

Grannen können für den Hund gefährlich werden

Idyllisch sieht es aus: wildes Getreide an Straßenrändern und Feldwegen. Doch hier ist für Hundehalter Vorsicht geboten: Aus den reifen gelben Ähren lösen sich so genannte Grannen. Diese Borsten verfangen sich mit Widerhaken im Fell des Hundes. Die spitzen Grannen wandern und können sich leicht in die Haut bohren. Durch die Bewegung des Hundes dringen sie immer tiefer in die Haut ein, so dass im schlimmsten Fall eine Hautoperation nötig wird. Vereiterungen bzw. Verdickungen unter der Haut können Grannen verursacht haben. Hier sollten Sie umgehend die Tierarztpraxis aufsuchen.

Auch in Pfoten dringen Grannen unbemerkt ein. Sie können sogar in die Mund- Nasenschleimhaut gelangen. Nicht selten verfängt sich das wilde Getreide in den Ohren der Tiere. Der Hund kratzt sich, schüttelt oft und spontan den Kopf. Sie sollten in diesem Fall nicht selber versuchen, das Ohr zu reinigen, da die Granne nur tiefer in den Gehörgang rutscht. Bitte auch nicht mit Ohrentropfen oder Salbe hantieren: Gehen Sie zum Tierarzt, bevor Entzündungen oder gar ein Trommelfellriss eine komplizierte und teure Behandlung nach sich ziehen. Unser Tipp Wenn Ihr Hund mit wildem Getreide Kontakt hatte, kontrollieren Sie direkt während des Spaziergangs Ohren, Bein-, Bauch- und Brustfahnen sowie Achselhöhlen und Pfoten bzw. Zehenzwischenräume.

Wenn die Vorhaut entzündet ist …

Eine Vorhautentzündung tritt bei unkastrierten Rüden relativ häufig auf – fast jeder Hund ist mindestens ein Mal in seinem Leben davon betroffen. Ein deutlicher Hinweis hierauf sind wässrige bis gelbliche Tropfen in der Umgebung des Hundes, vor allem an seinen Liegeplätzen. Oft ist auch der Penis stark gerötet. Häufig kann der Tierhalter in solchen Fällen beobachten, wie die Hunde den Bereich um die Vorhaut intensiv belecken. Wie kommt es zu einer Entzündung der Vorhaut? Ab einem Alter von 6 bis 12 Monaten mit Einsetzen der Geschlechtsreife, stülpt sich infolge einer Erektion das freie Ende des Gliedes (Pars libra penis) aus: Man spricht von „ausschachten“. Hierbei gelangen Bakterien aus der Umgebung unter die Vorhaut und können dort eine Entzündung auslösen. Unter Umständen kann die Kastration des Rüden Abhilfe schaffen.

Kastrierte Rüden schachten ihren Penis seltener aus, wodurch auch die Gefahr einer Infektion verringert wird. Bei manchen Rüden liegt die Ursache allerdings auch in einer zu weit geöffneten Vorhaut; hier hilft eine Kastration nicht zwingend. Eine leichte Vorhautentzündung ist nichts Ernstes, jedoch äußerst unangenehm für den Hund und unhygienisch. Aus diesem Grund sollte auch eine leichte Entzündung behandelt werden. Hierfür bieten sich spezielle Vorhautreiniger an. In manchen Fällen müssen die Tiere allerdings auch medikamentös behandelt werden. Ihr Tierarzt berät Sie gern und findet gemeinsam mit Ihnen die richtige Lösung für Ihren Hund.

Warum die Kastration von Katzen wichtig ist

Miez und Mauz sind bereits auf Freiersfüßen unterwegs, und die nächste Generation verwilderter Katzen ist auf den Weg gebracht …Trotz aller Appelle von Tierärzten und Tierschützern gibt es immer noch viel zu viele Katzen, die unkastriert ins Freie dürfen. Das ist im höchsten Maße unverantwortlich von den Besitzern und setzt eine Spirale des Elends in Gang: Bereits mit einem halben Jahr können Katzen das erste Mal Nachwuchs bekommen. Rechnet man sich aus, dass Katzen durch-schnittlich zweimal im Jahr vier bis sechs Junge werfen, kommt es zu einer enormen Nachkommenschaft, für die sich dann niemand mehr zuständig fühlt.

Vorteile der Kastration Die verwilderten Tiere leiden an Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, haben Parasiten und sind chronisch unterernährt. Die Bundestierärztekammer (BTK) appelliert darum dringend an das Verantwortungsbewusstsein der Tierhalter, zumal eine Kastration, also das Entfernen der Hoden beim Kater und der Eierstöcke bei der Kätzin, auch weitere Vorteile mit sich bringt. Weil die Tiere nicht mehr den Drang haben, auf der Suche nach einem Partner weite Strecken zurückzulegen, reduziert sich die Gefahr, überfahren zu werden, und es kommt seltener zu Verletzungen durch Revierstreitigkeiten. Außerdem entfällt, wenn frühzeitig kastriert wird, bei Katern meist das „anrüchige“ Markieren, und bei weiblichen Tieren sinkt das Risiko von Gesäugetumoren oder einer Gebärmuttervereiterung. Deshalb setzt sich die Bundestierärztekammer seit Jahren für eine Kastrationspflicht von Freigängerkatzen ein.

„Paderborner Modell “ – ein Beispiel Ein gutes Beispiel ist hier das so genannte „Paderborner Modell“: Als erste deutsche Kommune verabschiedete die Stadt Paderborn 2008 eine ordnungsbehördliche Verordnung, die Halter von Freigänger- Katzen und Menschen, die verwilderte Katzen regelmäßig füttern, zur Kastration und Kennzeichnung der Tiere verpflichtet. Eine kostenlose Kastration von Katzen durch die Tierärzte, wie aus Tierschutzkreisen immer wieder gefordert, kann es allerdings nicht geben. BTK-Präsident Prof. Dr. Mantel: „Tierärzte sind an die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) gebunden und zu einer sorgfältigen Arbeit verpflichtet. Das ist eine Bundesverordnung, in der die Honorarforderungen für tierärztliche Leistungen festgeschrieben sind. Eine Unterschreitung des einfachen von drei möglichen Gebührensätzen ist den Tierärzten verboten.“

Buchtipp: Organisation rund ums Tier

Besonders die Früherkennung von Erkrankungen beim Kleintier ist von unschätzbarem Wert. Einen großen Beitrag leistet hierbei das „Gesundheitstagebuch“. Zahlreiche Einträge kann der Hundehalter vornehmen: Werte des Blutbildes, Positionen zur Gewichtskontrolle, Daten der Läufigkeit, Schilddrüsenwerte oder Impfungen. Neben einzelnen speziellen Tabellen und Grafiken gibt es auch einen Jahreskalender, in dem man Medikamenteneinnahmen, Entwurmungen oder den nächsten Tierarzt- oder Physio-Termin eintragen kann. Das Gesundheitsbuch ist mit schönen Illustrationen versehen, auffällig gut durchdacht und praxisnah aufgebaut. Eingabe-Beispiele sorgen für den leichten Umgang. Auch wenn das eigene Tier noch keine Medikation braucht, ist das Gesundheitbuch eine tolle Unterstützung, um alle Lebensdaten des Tieres zusammenzutragen, damit Veränderungen am Tier schnell bemerkt werden.

Blick-Punkt: Nichts für Katernasen

Was für ein Kreuz mit dem Nachbarshund. Es reicht ja eigentlich schon, dass er mich des öfteren am Gartenzaun nervt. Ein bisschen Fauchen, ein paar gezielte Hiebe durch die Maschen, und schon ist alles geklärt. Aber jetzt ist er wirklich zu weit gegangen! Kürzlich war er doch tatsächlich in meinem Revier: Stolzierte mit einer selten dämlichen Mimik durch mein Wohnzimmer! Im Hintergrund hörte ich Frauchen in einem wohl anregenden Gespräch mit Hundis Frauchen. Da steht es nun, das knapp gescheite Schlappohr, und schnüffelt an der Auslegeware. Hoch oben auf dem Bücherregal schaue ich mir das Szenario an. Und was macht dieser Crétin? Unhöflich wie er ist, lässt er sich auf meiner Kuscheldecke nieder. Das geht gar nicht! Mauzend meldete ich mich vom Regal, aber Frauchen hat einfach abgewunken. Na, warte. Da bin ich pingelig. Da kann Frauchen erst einmal die Waschmaschine startklar machen. Das werde ich ihr schon vermitteln! Am Abend wollte Herrchen dann wissen: „Warum nutzt du eigentlich deine Lieblingsdecke nicht mehr?“ Blöde Frage … Riech` mal dran!

Euer Kater Elvis

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