Tierpunkt August 2014

Schutz für Frettchen: Regelmäßige Impfung

Sie sind süß, flink und finden immer mehr Liebhaber: die Frettchen. Zur guten Gesundheitsprophylaxe gehört beim Frettchen die regelmäßige Impfung. Lassen Sie sich deshalb in Ihrer Tierarztpraxis beraten, wie der Impfplan für die putzigen Tiere aussehen sollte. Besonders empfänglich sind Frettchen vor allem für das Staupevirus. Staupe ist eine virale Infektionskrankheit: Die Ansteckung erfolgt über Mund- oder Nasenschleimhäute durch Sekrete. Eine Übertragung durch Hände, Kleider oder Gegenstände ist ebenfalls
möglich. Deshalb können durchaus in der Wohnung gehaltene Tiere betroffen sein. Eine Staupe-Infektion ist für Frettchen lebensgefährlich. Der Atmungsapparat und Verdauungstrakt sind betroffen. Die Tiere leiden u.a. unter eitrigem Ausfluss und verklebten Augen; sie haben meist hohes Fieber, erleiden eine Lungenentzündung; Speicheln und Krämpfe sind möglich. Gegen Staupe gibt es einen Impfstoff. Empfehlenswert ist es, Wiederholungsimpfungen vor der Ranz vorzunehmen. Sollte Ihr Frettchen nicht geimpft sein, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt. Auch in der aktuellen Reisezeit ist es für Frettchenfreunde wichtig zu prüfen, ob eine Tollwutimpfung vorgenommen wurde. Jagdfrettchen und im Freigehege gehaltene Tiere sollten eine Tollwutimpfung erhalten. Für Frettchen auf Auslandsreisen muss der Tierhalter einen EU-Heimtierausweis mit sich führen, um sicherzustellen, dass Impfungen gemäß der Reisebestimmungen erfolgt sind.

Ist der Hund gesund? Check nach dem Urlaub

Hat sich mein Hund mit dem Leishmaniose-Erreger angesteckt? Diese Frage stellt sich Tierhaltern, die mit ihrem Hund in bestimmten südlichen Ländern im Urlaub waren oder einen Hund von dort aus dem Tierschutz aufgenommen haben. Denn die Leishmaniose, ausgelöst durch den Erreger Leishmania infantum, wird über Stiche bestimmter Mücken übertragen, die in südeuropäischen Ländern verbreitet sind (betroffene Länder siehe unter www.esccap.de). Trotz vorbeugender Maßnahmen, wie z.B. Insektenschutz, kann es in diesen Regionen zu einer Übertragung kommen. Wie aber kann man feststellen, ob ein Hund angesteckt wurde und den Leishmaniose-Erreger in sich trägt? Hierfür stehen grundsätzlich folgende Untersuchungen zur Verfügung: 1. Bluttest auf Antikörper gegen den Leishmaniose-Erreger (frühestens 6-8 Wochen nach Reise/Import). 2. Untersuchung von Gewebeproben (z.B. Lymphknoten, Knochenmark) unter dem Mikroskop zum direkten Nachweis des Erregers in den Zellen. 3. molekularbiologische Untersuchung (PCR) von Gewebeproben (z. B. Knochenmark) zum „genetischen“ Nachweis des Erregers. Welche Methoden geeignet sind, hängt davon ab, ob ein Hund bereits Anzeichen einer Leishmaniose-Erkrankung zeigt, wie z. B. vergrößerte Lymphknoten, Gewichtsverlust, Schwäche, Haarausfall oder Hautveränderungen. Welche Untersuchungen ratsam sind, weiß Ihr Tierarzt. Je nach Ergebnis kann das Tier gezielt gegen die Leishmaniose behandelt oder aber wiederholt getestet werden.

Degus: Haltung und tierärztliche Tipps

Degus hüpfen flink, sind geschickte Klettermaxen und leben ursprünglich in den kargen Felsgebieten und Gebirgssteppen der chilenischen Anden. Zoologisch gesehen gehört der Degus nach neuerer Klassifizierung in die Stachelschweinverwandtschaft, genauer gesagt zu den sogenannten Trugratten. Mit den echten Ratten hat der Nager aber nicht viel gemein. Degus sind tagaktiv und gesellig. Das macht sie zu beliebten Heimtieren. Um die Tiere artgerecht zu halten, muss man einiges beachten: „So ist für sie die Gemeinschaft lebenswichtig, ein einzeln gehaltenes Tier verkümmert rasch“, erklärt Dr. Thomas Steidl, Kleintierpraktiker und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Kleintiere der Bundestierärztekammer. Bei intensiver Beschäftigung werden Degus schnell zahm, sie sind aber für Kinder eher ungeeignet. Stets sollte man vermeiden, das Tier am Schwanz festzuhalten! Die Schwanzhaut reißt schnell ab, so dass das Schwanzende skalpiert zurückbleibt. Das nackte Schwanzstück trocknet ein und wird vom Degu später abgebissen oder fällt von selbst ab, doch anders als bei Eidechsen wächst ihm kein neuer. Hier einige Tipps zur artgerechten Haltung: Am besten ein Männchen mit mehreren Weibchen halten, die Männchen aber unbedingt kastrieren lassen! Und: Da Degus Nagetiere sind, ist ein großes Glasaquarium mit Drahtgitter oder eine Konstruktion aus Glas und Draht ideal. Ins Gehege gehören Schlafhäuschen, kleine Heuraufen; Naturäste, dicke Wurzeln oder Steine, denn Degus klettern gern. Degus brauchen ihr tägliches Sandbad (Terrariensand). Als Einstreu eignen sich Hobelspäne oder handelsübliche Kleintierstreu. Grundbestandteil des Futters ist Heu, zusätzlich können frische Gräser und Kräuter wie Löwenzahn und Wegerich oder Gemüse wie Karotten, Chicoree sowie ungespritzter Salat und frische Zweige (Obstbaum, Hasel, Birke, Weide) als Ergänzung gegeben werden. Degus lieben Trockenfrüchte, doch wegen des hohen Zuckergehalts sollte man damit sparsam umgehen.

Auf den Gesundheitszustand der Tiere sollte stets gut geachtet werden. Anzeichen für eine Erkrankung
können sein: apathisches Verhalten, struppiges und schuppiges Fell, häufiges Kratzen, weicher Kot, tränende, verklebte oder entzündete Augen, Linsentrübung, verkrustete Ohren, Sekret aus der Nase, auffällige Gewichtsab- oder -zunahme. In all diesen Fällen unbedingt und schnell einen Tierarzt konsultieren!

Buchtipp des Monats: Spiel und Spaß für die Katze

„Action“, Verwöhnprogramm, sanfte Erziehung: In diesem Ratgeber findet sich eine umfangreiche Sammlung von Tipps, wie das Zusammenleben mit der Katze noch mehr Spaß macht. In dem Kapitel „Katzen-Knigge“ erfährt der Leser, wie sich mit ein paar Regeln das Zusammenleben von Katze und Mensch gleich entspannter gestaltet. Weiterhin gibt es Ideen, wie Spielfaule und träge Katzen motiviert werden
können. Zahlreiche Beispiele zeigen, wie man die Samtpfote körperlich und geistig auslasten kann.
Und wer gerne mit ein paar Handgriffen eigene Spielzeuge bastelt, erhält Anleitungen dazu. Auch Rezepte für Leckerlis gibt es in diesem Ratgeber. „Spiel und Spaß mit Katzen“ zeigt, mit welchen einfachen Mitteln man den Katzen-Alltag aufpeppen kann. Denn in jeder Katze steckt ein kleiner Tiger, der pirschen, jagen und toben will… Ein Buch, das empfehlenswert ist für alle, die Spieltrieb und Intelligenz ihrer Katze fördern wollen!

Blick-Punkt: Überraschung im Garten

Ein Hämmern, ein Klopfen und Sägen riss mich jäh aus meinem Schönheitsschlaf. „Wer stört denn jetzt wieder?“ dachte ich. Ich erhob mich also mit einem Seufzer von meiner gemütlichen Decke, um nachzuschauen, was meine Menschen denn jetzt nun wieder anstellen. Das Licht verengte meine müden Augen zu Schlitzen. Aus der sicheren Entfernung konnte ich dieses Objekt noch nicht so recht identifizieren.
Um Himmels Willen: Was soll das geben? Meine tierische Mitbewohnerin – Katze Charlotte – hatte bereits begriffen (sie ist sowieso immer schneller als ich). Sie hatte ihre zufriedene Mimik aufgelegt, saß schon voller Vorfreude auf der Gartenbank und ließ das Objekt nicht mehr aus den Augen: Ein alter Baumstamm zum Kratzen, mit Abzweigungen und Brettern als Aussichtsplattform. Ein Mount Everest für Katzen sozusagen. Ich stand voller Ehrfurcht davor und schaute mir den Giganten an. Sonst ist Charlotte mir ja zu vorwitzig, aber jetzt habe ich ihr den Vortritt für den Aufstieg überlassen – man ist ja schließlich Gentleman!

Euer Elvis

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