Tierpunkt August 2017

Entzündungen an den Fußballen vorbeugen

Meerschweinchen Rosi hat gerötete Pfotenballen. Die Haut scheint dünn wie Papier zu sein und ist schuppig. Was könnte das nur sein? Der Tierarztbesuch bringt Klärung: Es handelt sich um eine Ballenentzündung, die so genannte Pododermatitis. Fehlbelastungen der Füße durch zu lange Krallen sowie Fehler in der Fütterung und in der Haltung der Meerschweinchen gehören zu den häufi gsten Ursachen. Zu wenig Bewegung und Übergewicht, mangelnde Käfi ghygiene, feuchte Einstreu sind Faktoren, die Ballenentzündungen hervorrufen.

Die gereizte Haut ist beispielsweise anfällig für Eiterbakterien, die dann tiefe Abszesse hervorrufen – für das Tier äußerst schmerzhaft. Doch schon die leichte Entzündung an den winzigen Füßen verursacht heftige Schmerzen. Bereits in diesem Fall sollten Sie einen Tierarzt zu Rate ziehen, damit die Entzündungen schnell abklingen. Um eine intensive und langwierige Behandlung von akuten, meist chronischen Abszessen und Ekzemen zu vermeiden, sind einige Haltungs- und Fütterungstipps zu beachten. Meeries dürfen auf keinen Fall zu dick werden. Allerdings: Hungern kommt nicht in Frage. Den Tieren sollte immer Heu zur Verfügung stehen. Wichtig ist eine optimale Vitamin C – Versorgung durch ausgewogenes Frischfutter, allen voran rote Paprika und dunkle Blattsorten wie Spinat oder Mangold. Auf Kraftfutter sollten erwachsene, gesunde Meerschweinchen verzichten. Das verursacht nur unnötige Fettpolster. Gehege Marke Eigenbau sorgt für viel Auslauf: das fördert die Durchblutung der Füßchen. Auch vorsichtige Massagen mit Daumen und Zeigefinger sind förderlich. Um keinen Mangel an essentiellen Fettsäuren aufkommen zu lassen, können geschroteter Leinsamen und geschälte Sonnenblumenkerne (1 TL pro Woche) angeboten werden. Ob Sie Ihre Tiere richtig ernähren, sagt Ihnen gerne Ihr Praxis-Team.

Worauf Sie beim Spiel im Wasser achten sollten

Bruno und Smart lieben es, an Flussund Seeufern herumzutollen: Gerade im Sommer sind Gewässer zur Abkühlung beliebt. Was Sie wissen sollten: Neigt der Hund dazu, viel Wasser zu schlucken und ist am Napf auch ein guter „Trinker“, kann es zu einem Überschuss an Wasser und einem Natriummangel (Salzmangel) kommen. Man kann dem Hund mäßig Salzkekse oder Salzstangen anbieten, um zu helfen, den Salzhaushalt aufzufüllen. Erste Anzeichen für diese Wasservergiftung (hypotone Hydratation) sind Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Appetitmangel, übermäßiger Speichelfl uss. Das zusätzliche Wassertrinken am Napf sollte das Tier dann vorerst einstellen. Bereits bei den genannten Anzeichen sollte man einen Tierarzt zu Rate ziehen. Ganz besonders sind Tiere mit schwachen Nieren gefährdet. Krämpfe und Koma sind im schlimmsten Fall zu erwarten – der Hund könnte daran sterben. Zum Hintergrund: Die Niere benötigt für eine optimale Funktion einen bestimmten Natriumgehalt. Ist dieser nicht gegeben, kann weniger Urin ausgeschieden werden. Flüssigkeit lagert sich im Gewebe ein. Hier können Ödeme und Organschäden entstehen. Zusatz-Info Blaualgen: Warme, fl ache, ruhige Bereiche von Seen, Teichen, Bächen und großen Pfützen sowie Brackwasser der Küstenregionen könnten Blaualgen enthalten! Meiden Sie den Kontakt zum Wasser, da es zu schweren Vergiftungen kommen kann. Das Wasser ist meist getrübt, hat Schlieren, die Sichttiefe beträgt weniger als einen Meter.

Herz-Kontrolle für große Rassen

Tierhalter größerer Rassen, insbesondere Dobermann-Freunde, sollten informiert sein über die so genannte Dilatative Kardiomyopathie (DCM). Es handelt sich dabei um eine besondere Form der Herzmuskel-Erkrankung, die zum plötzlichen Herztod führen kann, bevor deutlich sichtbare Symptome auftreten. Durch die Feststellung von Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus kann eine Früherkennung vor dem Auftreten der Muskelschwäche stattfinden, so dass der Hund medikamentös eingestellt werden kann, um den Krankheitsverlauf hinauszuzögern und im besten Fall mehrere Jahre bei guter Lebensqualität für den Hund zu erreichen. Heilbar ist DCM nicht. In der Früherkennung kommt dem EKG, im speziellen dem Langzeit- 24-Stunden-EKG und dem Herzultraschall, eine besondere Bedeutung zu. Ein jährlicher, besser noch halbjährlicher Check ist ratsam. Mit dem Langzeit-EKG wird u.a. überprüft, ob Vorhof flimmern sowie bestimmte Herzrhythmusstörungen vorliegen: ein Hinweis auf DCM. Mittels Echo kardiographie wird die endgültige Diagnose gestellt.

Hierbei zeigt sich in der Anfangsphase häufig nur eine verschlechterte Fähigkeit des Herzmuskels, sich zusammenzuziehen. Nach einer Früherkennung kann der Tierhalter sich im Alltag besser auf DCM einstellen: Dazu gehören z.B. die Vermeidung von Stress-Situationen und Überbelastung an heißen Tagen, das Vornehmen von kurzen Spaziergängen anstatt einer großen Runde, evtl. die Verfütterung von Nahrungsergänzung und Herzschonkost in Absprache mit dem Tierarzt. Bei DCM kommt es durch den schwachen Herzmuskel zu einer verschlechterten Durchblutung. Der Blutdruck sinkt. Der Körper versucht den Blutdruck zu normalisieren. Dies führt dazu, dass Flüssigkeit zurückgehalten wird und sich die Gefäße verengen. Das schwächere Herz muss dann noch gegen einen erhöhten Widerstand ankämpfen, um die erhöhte Flüssigkeitsmenge durch die verengten Gefäße zu befördern. Dies hat zur Folge, dass der Herzmuskel mehr Muskelmasse entwickelt und sich dabei erweitert. Erneute Herzmuskelschäden entstehen. Letztlich kann das Herz den Körper nicht mehr optimal durchbluten, das Blut staut sich vor dem Herzen und führt dadurch zu Ödemen. Zusätzlich erweitern sich die Herzkammern und die Herzklappen werden gedehnt und undicht, was die Funktion des Herzens weiter verschlechtert. DCM kann in jedem Alter auftreten, betrifft aber häufig mittelalte Tiere. Laut einer Studie der Ludwig-Maximilians- Universität München liegt das Vorkommen der Kardiomyopathie beim Dobermann in Europa bei knapp 60 Prozent.

Naturnah und artgerecht

Kulleraugen, eine vorwitzige Nase und eine große Portion Neugier – Meerschweinchen sind unwiderstehlich. Linda Maria Koldau beantwortet in ihrem Ratgeber alle wichtigen Fragen rund um die Tiere: von unterschiedlichen Rassen über Innen- und Außengehege, Beschäftigungsmöglichkeiten und artgerechte Fütterung bis hin zu Verhalten, Gesundheit und dem Umgang mit älteren Tieren. Fotos, persönliche Berichte von Experten und spannende Reportagen vermitteln viel zusätzliches Wissen. Auf der kostenlosen App fi nden Meerschweinchenfreunde darüber hinaus Filme und Bestimmungsschlüssel für Futterpfl anzen. Linda Maria Koldau arbeitet hauptberufl ich als Tierheilpraktikerin und Tierphysiotherapeutin. Ehrenamtlich engagiert sie sich bei der Meerschweinchenhilfe e.V. Sie selbst ist Tierhalterin von zehn Meerschweinchen.

Mission Toilettenrolle

Wussten Sie eigentlich wie viel Papier auf eine einzige Toilettenrolle passt? Ich weiß es jetzt. Und mein Frauchen auch. Also letztens habe ich meinen Zweibeiner im Bad besucht. Mein Mensch stand singend unter der Dusche. Die Welt war in Ordnung. Noch. Als ich so da saß, überkam mich so eine Langeweile. Da schaute ich auf die weiße Papierrolle. Zack, mit den Krallen rein ins weiche Material und ab ging die Rolle! Wahnsinn, was da alles runterkam! Während die Dusche rauschte, mein Mensch immer noch schräg sang, widmete ich mich der Zahnbürste, dem Schminketui und der Nagelbürste, die nach Wildschweinhaaren roch. Alles sehr schöne Spielzeuge! Leider nicht sehr standhaft… nach und nach puzelten sie in die offene Toilette, auch die Zahnbürste… gerade in dem Moment, als ich auf dem Fenstersims beobachtete, wie die offene Dose von Frauchens Gesichtscrème im Toilettenwasser versinkt, kommt meine Dame pfeifend aus der Dusche. Mit einem freudigen „Miau“ begrüße ich sie. Noch etwas abgelenkt, von meinem Kunstwerk „Toilettenrolle“, registriert sie dann aber sofort, wie gebannt ich in die Toilette schaue … Es ist schon herrlich, wenn man so einen Spielplatz mit seinem Menschen teilen kann!

… Euer Elvis

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