Tierpunkt August 2018

Verändertes Verhalten des Kaninchens

Pauline, das Kaninchenweibchen, verhält sich seltsam: Meist trägt es Heu umher, ist unruhig und knurrt zuweilen. Sogar mit ihren Artgenossen versteht Pauline sich nicht mehr so gut wie bisher: Sie vertreibt sie vom Futternapf, zeigt sich auffallend ungesellig. Ist Pauline schlecht drauf oder einfach nur zickig? „Keineswegs. Pauline zeigt alle Anzeichen einer Scheinschwangerschaft“, heißt es in der Tierarztpraxis. Häufi ge Anzeichen sind auch Nestbau und Ausfl uss, aber auch gesteigerte Angriffslust. Das Verhalten der Kaninchen bei Scheinschwangerschaften ist sehr verschieden. Manchmal ist das Tier auffällig anders, manchmal zeigt sich das Kaninchen nur etwas „verstimmt“. Da es in der Hobbyhaltung nicht zum Deckakt kommt, gerät der Hormonhaushalt einer Häsin extrem aus dem Gleichgewicht. Die Gesundheit des Tieres ist gefährdet. Es können Gebärmutterveränderungen vorliegen. Nicht selten kann es z.B. zu Entzündungen der Eileiter oder zur Gebärmuttervereiterung oder sogar zu Krebs (Uteruskarzinom) kommen. Der Heimtierfreund sollte sich in jedem Fall in der Tierarztpraxis beraten lassen. Die Kastration einer Häsin bedeutet die Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken. Sollte die Kastration medizinisch vonnöten sein, nimmt sie dem Tier den dauerhaften körperlichen Stress und verhindert schwere Erkrankungen an der Gebärmutter. Früher war diese Operation risikoreich, heutzutage ist sie aufgrund Erfahrungen und schonender Narkosemethoden in vielen Praxen ein oft durchgeführter Eingriff. Bei der tierärztlichen Untersuchung von Pauline wurden Veränderungen an der Gebärmutter festgestellt und sofort ein Kastrationstermin ausgemacht. Ihre Tierarztpraxis berät Sie gerne. Übrigens: Bei Anzeichen einer Scheinschwangerschaft ist es keine Hilfe für das Tier, sondern eher eine Gefahr, die Häsin decken zu lassen, da Eierstöcke oder Gebärmutter schon verändert sind.

Entzündete Haut und Juckreiz vermeiden

Zum Ende des Sommers und an warmen Herbst-Tagen sind sie auf Wiesen und Kuhweiden zu fi nden, wo sich regelmäßig Tiere aufhalten: Die Herbstgrasmilben sitzen an der Grasspitze und sind etwa 0,25 Millimeter groß. Die sechsbeinigen orangefarbenen Larven saugen sich gerne an Stellen dünner Haut fest. Häufi g betroffen sind z.B. Zwischenzehenhaut, Ellenbeuge, Ohrfalte, Ohrrand, Vulva und Bauch. Der Parasit bleibt mehrere Tage am Tier, bevor er sich gesättigt abfallen lässt. Für Haustiere kann er eine Plage sein, denn es entsteht ein heftiger Juckreiz. Dieser wird durch den Speichel der Larve ausgelöst, der die oberste Zellschicht aufl öst. Weil sich die Larve an der Haut ernährt und den Juckreiz auslöst, kennen unsere vierbeinigen Begleiter kein Pardon: Sie kratzen sich, belecken die Stellen und knabbern daran. Der Befall von Grasmilben ist an blütenstaubähnlichen orangenen Stellen auf der Haut zu erkennen. Doch wenn der Hund einige Zeit knabbert und kratzt, sieht man rote, entzündete Haut. Soweit bekannt, werden von den Grasmilben keine Krankheiten übertragen. Nicht jedes Tier muss wegen Grasmilben behandelt werden. Doch veränderte, entzündete sowie krustige Hautpartien sollte der Tierarzt sich anschauen. Meist verhindert ein Mittel gegen Juckreiz schlimmere Hautverletzungen. Milben lassen sich z.T. von Arzneimittel vertreiben, die gegen Flöhe und Zecken wirken. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welche Maßnahmen für Ihr Tier sinnvoll sind.

Katzenhaltung und Schwangerschaft

Nicht selten soll die bisher geliebte Mieze ausziehen, wenn sich ein Baby ankündigt. Grund dafür ist die Angst vor der Krankheit Toxoplasmose, denn bei einer Infektion während der Schwangerschaft kann es zu Schädigungen des Fötus kommen. Sorgen sind aber in der Regel unnötig, denn Katzen spielen bei der Übertragung der Toxoplasmose nicht die wichtigste Rolle. Viel gefährlicher ist der Verzehr von rohem oder nicht durchgebratenem Fleisch wie Tatar oder „englischem“ Steak sowie Rohwurst (z.B. Salami) vom Schwein, vom Schaf und von der Ziege. Die Mehrheit der Deutschen hat schon einmal eine Infektion mit Toxoplasmen durchgemacht. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit völlig unbemerkt mit grippeähnlichen Symptomen. Eine Infektion des Menschen erfolgt aber nicht durch den Einzeller direkt, sondern durch dessen Fortpfl anzungsstadien, die „Oozysten“, die mit dem Kot der Katze ausgeschieden werden. Darum ist nicht der Umgang mit der Katze für schwangere Frauen problematisch, sondern der Kontakt mit ihrem Kot. Prof. Dr. Mantel, Vorsitzender der Bundestierärztekammer: „Von Katzen, die ausschließlich in Wohnungen leben und mit Fertigfutter und nicht mit rohem Fleisch ernährt werden, kann also keine Gefahr ausgehen.“ Frauen mit Kinderwunsch sollten sich bereits vor einer Schwangerschaft auf Toxoplasma-Antikörper untersuchen lassen. Hat eine Frau schon eine Infektion durchgemacht, ist sie geschützt und kann sich nicht mehr anstecken. Schwangere, bei denen vor der Schwangerschaft keine Infektion mit Toxoplasmen erfolgt ist, sollten Hygieneregeln beachten: • Die mit dem Katzenkot ausgeschiedenen Oozysten sind oft länger als ein Jahr infektiös. Darum bei der Gartenarbeit stets Handschuhe tragen; rohes Obst und Gemüse gründlich waschen • Beim Entfernen des Kots aus der Katzentoilette immer Handschuhe tragen; der Kot sollte in einem verschlossenen Müllbeutel über den Hausmüll entsorgt werden. • Das Entfernen des Kots und das Reinigen der Katzentoilette (mit heißem Wasser) besser durch andere Personen vornehmen lassen • Nach dem Kontakt mit der Katze immer gründlich die Hände waschen • Niemals rohes oder halbgares Fleisch oder Rohwurst wie Salami, besonders vom Schwein, Schaf oder von der Ziege essen • Fleisch immer ausreichend erhitzen (70°C Kerntemperatur über 5 bis 10 Minuten) oder bei minus 20°C für mindestens zwei Tage einfrieren.

Ungefährliches Knabbern

Was tun, wenn Ihr Hund Blumenzwiebeln kaut, die Katze am Blumenstrauß zupft oder der Wellensittich am Ficus knabbert? In diesem Buch kann der Leser sofort nachschlagen. Hier fi ndet er die häufi gsten Wildund Nutzpfl anzen, Zimmerpfl anzen sowie Gartenpfl anzen, jeweils in alphabetischer Reihenfolge – mit übersichtlichen Piktogrammen und Tipps für einzelne Tierarten. Vergiftungsanzeichen werden beschrieben, außerdem gibt es Erste-Hilfe-Hinweise und Informationen, wenn ein sofortiger Tierarztbesuch ansteht. Das Buch enthält rund 240 Porträts von Futter-, Nutz-, Wild- und Zierpfl anzen. Das Buch kann nicht nur als „Nachschlagewerk“ genutzt werden, wenn Tierhalter neue Pfl anzen für ihren Garten planen, sondern auch, um vorweg das eigene Wissen zu erweitern.

Männliche Autorität

Sie wissen ja, dass Katzen recht viel Wert auf ihr Revier legen. Das ist bei mir auch so. Morgens, mittags, abends checke ich gerne die Lage, gehe bestimmte Strecken im Revier ab. Des Weiteren kontrolliere ich ganz gerne meine Umgebung und Mitbewohner. Wir sind übrigens vier Tiere im Haushalt: zwei Katzen, zwei Hunde. Im Grunde genommen bin ich davon ausgegangen, dass der einzige Kater im Haus automatisch an der Spitze der Truppe steht und das Sagen hat. Ich fi nde deshalb, dass es meine Aufgabe ist, zu bestimmen, welcher Platz wem gehört: die Hunde ins Körbchen, die Katze auf die Couchlehne. Basta! Mit ein paar autoritären Blicken und ein paar Hieben auf den Hundekopf wird das erledigt sein. Weit gefehlt! Sie glauben es nicht, aber alle machen, was sie wollen! Schlimmer noch: Das Mädchen, die Katze, liegt im Bett! Mittendrauf! Und als ich versuchte, aufs Bett zu springen, bekomme ich von ihr dermaßen eine gewischt, dass mir ganz schwindelig wurde und ich den Rückzug antrat… was ist nur aus uns Männern geworden …

… Euer Elvis

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