Tierpunkt Dezember 2013

Silvester: Ihr Tierarzt kann Stress reduzieren

Es kracht, zischt und riecht nach Schwefel: Ein Feuerwerk oder eine Straßenknallerei zu Silvester bedeutet für die meisten Tiere puren Stress. Ob Kaninchen, Vogel, Katze oder Hund: Halten Sie Türen und Fenster geschlossen, schließen Sie Vorhänge oder Rollos, damit weder Lärm noch grelles Licht die Tiere erschrecken kann. Radio und Fernsehen vermitteln alltägliche Geräusche. In Absprache mit dem Tierarzt können beispielsweise Hunden Präparate verabreicht werden. Die meisten sind längere Zeit vor Silvester täglich zu geben. Empfehlenswert sind „Pheromone“: Geruchsbotenstoffe helfen zu entspannen. Lassen Sie sich doch einfach mal von Ihrem Tierarzt informieren, wie Sie Ihrem Tier den „Silvester-Stress“ nehmen können. Doch auch mit seinem Verhalten kann der Tierhalter einiges bewirken. Zum Beispiel ist es empfehlenswert, das Tier in einer Stress-Situation nicht zu streicheln, auch Leckerlis sind dann tabu. Denn hiermit wird das Verhalten nur belohnt und verstärkt. Ihr Tier kann Kontakt aufnehmen, zeigen Sie ihm, dass es sich sicher fühlen kann. Demonstrieren Sie Gelassenheit und leben Sie dem Hund Entspannung und Normalität vor. Auch ein gemeinsames Spiel lenkt ab.

Tipps für die Winterzeit

Damit Ihr Vierbeiner gesund durch den Winter kommt, haben wir einige Tipps für Sie. Zum Beispiel das regelmäßige Bürsten des Winterfells: So kann sich das isolierende Luftpolster zwischen den Unter- und Deckhaaren besser entwickeln. Hunde – auch Kurzhaarrassen – frieren in der Regel nicht, wenn sie sich ausreichend bewegen. Unterkühlen können sie nur, wenn sie über längere Zeit reglos an einer Stelle verharren, sich auf kalten, nassen Böden hinsetzen oder hinlegen. Hier kann es zu einer Blasen- oder Nierenentzündung kommen. Hunde mit fehlender Unterwolle können mit einer Hundejacke geschützt werden. Bloß nicht erkälten … Für unbeschwerte Spaziergänge im Winter: Achten Sie darauf, dass Sie nach dem Spaziergang Ihren nassen Hund mit einem Handtuch trockenrubbeln. Denn: Auch Hunde können sich erkälten. Schnee schlecken kann den Magen-Darm-Trakt enorm reizen und den Hals-Rachenraum entzünden. Extreme Vorsicht ist geboten bei Schnee mit Streusalz. Glatteis und Reizungen Auch Hunde rutschen aus und können sich Bänderdehnungen, Kreuzbandrisse oder Knochenbrüche zuziehen. Balsam oder Schutzsprays verhindern das Austrocknen der Ballenhaut.

So können sich Matsch und Streu nicht so leicht festsetzen, und Streusalz kann die Haut nicht reizen. Nach dem Spaziergang spühlen Sie die Pfoten mit warmem Wasser ab. Sollten Sie in den Pfoten Risse finden, gehen Sie zu Ihrem Tierarzt, bevor Entzündungen entstehen. Schneiden Sie lange Haare zwischen den Zehen Ihres Hundes nicht selber ab. Allzuoft kommt es zu Verletzungen und Reizungen der Haarwurzel sowie zu Entzündungen. Fragen Sie besser Ihren Tierarzt. Fit für den Winter? Das zeigt ein Check-up in Ihrer Tierarztpraxis (u.a. Ermittlung der wichtigsten Blutwerte, Haut und Fellkontrolle, Entwurmung). „Beleuchten“ Sie Ihren Hund! Übrigens: Winterzeit bedeutet vermehrte Spaziergänge in der Dunkelheit. Nicht nur Sie, sondern auch Ihr Hund muss nach Dämmerung sichtbar sein: Reflektoren-Westen, Leuchties, Blinkies sind keine unnütze Spielerei, sondern schützen Ihren Hund und andere Verkehrsteilnehmer vor schweren Unfällen.

Risiken in der Weihnachtszeit

Die Advents- und Weihnachtszeit birgt für unsere Haustiere eine Reihe von Gefahrenquellen. Einige Beispiele: Reste vom Gänseoder Entenbraten gehören nicht in den Futternapf! Zum einen ist das Fleisch viel zu fett und zu stark gewürzt, was besonders bei empfindlichen Hundeund Katzenmägen zu Durchfall und Erbrechen führen kann. Zum anderen können gegarte Geflügelknochen splittern und zu gefährlichen inneren Verletzungen führen. Ein absolutes Tabu ist Schokolade: Durch das darin enthaltene Theobromin ist die süße Leckerei für Tiere – je nach Kakaogehalt, Körpergewicht und aufgenommener Menge – giftig! Der mit dem Koffein verwandte Stoff kann von Hunden und Katzen nur sehr langsam abgebaut werden, wirkt auf sie ähnlich wie eine Überdosis an Nikotin oder Koffein beim Menschen. Wenn sich der gierige Hundezwerg also eine ganze Tafel Edelbitterschokolade (je dunkler die Schokolade, desto höher der Theobromingehalt) einverleibt hat, so schnell wie möglich zum Tierarzt! Auch Weihnachtsplätzchen sind nichts für vierbeinige Naschkatzen: Sie enthalten zu viel Zucker und Fett; außerdem sind z.B. Rosinen für Hunde und Katzen giftig. Die Aufnahme in größeren Mengen kann zu Nierenschäden führen!

Eine von vielen Tierhaltern unterschätzte Gefahrenquelle für Stubenvögel ist übrigens das weihnachtliche Raclette- Essen: Beim Erhitzen der kleinen Teflonpfännchen werden Dämpfe freigesetzt, die für Vögel (im Gegensatz zu Säugetieren) giftig sind und bereits in kleineren Mengen tödlich sein können. Darum auf jeden Fall das Raclette dort bereiten, wo kein Vogelkäfig im Zimmer steht! Weihnachtsdeko „Für uns schön anzusehen, für Katzen jedoch häufig Gefahrenquelle Nummer eins: Der Christbaum. Aus Katzensicht sind Christbaumkugeln oder Lametta das ideale Spielzeug, doch Glaskugeln splittern und kleinere Deko kann leicht verschluckt werden und dann zu lebensbedrohlichen Verletzungen des Verdauungstraktes führen. Besonders gefährlich ist Lametta, es kann beim Verschlucken zum Darmverschluss führen. Katzenhalter sollten darum auf Lametta und Engelshaar am Weihnachtsbaum und Adventskranz verzichten. Und der Ständer für den Weihnachtsbaum sollte stabil sein, falls die Katze die Tanne doch einmal als Kletterbaum zweckentfremdet. Giftige Pflanzen „Weihnachtsstern und Co.“ sind schön anzusehen. Aber: Vor allem Katzenbesitzer sollten darauf verzichten. Der Weihnachtsstern produziert als Wolfsmilchgewächs den klebrig-weißen Giftstoff Euphorbin. Beim Verschlucken durch Hunde oder Katzen kommt es zur Vergiftung mit Symptomen wie Magen-Darm- Beschwerden, Krämpfen, blutigem Durchfall. Die Stechpalme (Ilex) enthält in Blättern und roten Beeren sogar tödliche Giftstoffe. Giftig sind der dekorative Mistelzweig und die Christrose – wie alle Vertreter der Gattung Nieswurz (Helleborus).

Buchtipp: Leckeres fürs Haustier

Mit der Weihnachtszeit verbinden wir Menschen gerne den Duft und Geschmack von leckeren Weihnachtsplätzchen. Doch unsere Tiere dürfen die zuckerhaltigen Waren nicht fressen. Da kommt ein Buch des Ulmer-Verlags gerade recht: Plätzchen für Hunde! Ob Spinatkekse, Bananensterne oder Tatar- Brötchen: Die frischen Verwöhn- Häppchen sind im Nu in den Napf gezaubert und lassen sich auch leicht an die Bedürfnisse sensibler Hunde anpassen. Inspirierende Formen und liebevolle Verpackungen, stimmungsvoll fotografiert, regen zu Eigenkreationen an – so ist Backspaß garantiert. Übrigens sind die zahlreichen Rezepte nicht nur etwas zu Weihnachten. Die Backkreationen eignen sich außerdem als kleine Belohnungshappen für unterwegs oder fürs Training.

Autorin Heike Schmidt-Röger ist freie Journalistin und Redakteurin mit dem Spezialgebiet Heimtiere.

Blick-Punkt: Fieber zum Jahresende

Weihnachten steht vor der Tür! Das Fest der Liebe! Also, wenn Sie mich fragen, gibt es nichts Nervigeres als Weihnachten! Warum? Die Vorweihnachtszeit ist furchtbar: Herrchen und Frauchen sind im ganzen Dezember hektisch, laufen kurzatmig durch die Gegend und fangen an, ellenlange Einkaufslisten zu schreiben, schleppen sogar Tannenzeug ins Haus! Auch den Plastik-Weihnachtsmännern und diesem „Hoh, Hoh, Hoh“ von Herrchen kann ich nichts abgewinnen. Menschen sind schon ganz schön eigenartig – jedenfalls die, die ich kenne. Aber bitte: Wenn meine Menschen jedes Jahr aufs Neue im Weihnachtsfieber sein wollen – warum nicht? Ich für meinen Teil ziehe besinnliche Stunden auf der Couch vor … Ach ja, eines schätze ich zu Weihnachten: gekochte Hähnchenbrüstchen, die ich und meine Katzen-Partnerin Charlotte über die Festtage serviert bekommen. Einfach Köstlich! In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Euer Kater Elvis

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