Tierpunkt Dezember 2016

Stress an Silvester: der Tierarzt kann helfen

Raketen, die durch die Luft zischen und am Himmel ein buntes Mosaik zaubern – für Menschen sind die Silvesterkracher ein festliches Ereignis, für Tiere bedeuten sie eine unkalkulierbare Bedrohung. Tiere mit einem hoch entwickelten Gehör, z. B. Katzen und Hunde, verspüren sogar Schmerzen bei sehr dumpfen oder schrillen Geräuschen. Der Geruch nach Verbranntem kann den Urinstinkt einer Bedrohung wecken und Panik auslösen. Deshalb gibt es einige Tipps, Tieren die Silvestertage zu erleichtern: Die Gehege der Kaninchen und Meerschweinchen in Wohnungshaltung, Vogel-Volieren sowie Hamster-Behausungen sollten möglichst nicht in Fensternähe sein. In Außengehegen sollten den Tieren ausreichend Verstecke zur Verfügung stehen. Ignorieren Sie ängstliches Verhalten des Hundes, da er sich sonst bestätigt fühlt. Alle Fenster geschlossen halten, damit wenige Geräusche in die Wohnung dringen. Gegebenenfalls Rollläden herunterlassen. Fernseher oder Musikanlage einschalten, um eine gewohnte Geräuschkulisse zu schaffen, die die Feuerwerkskörper übertönt. Eine vertraute Person sollte bei dem Tier sein. Ängstliche Hunde sollten an Tagen, an denen Silvesterkracher zum Einsatz kommen, beim Spaziergang nicht abgeleint werden.

Ihr Tierarzt kann helfen, Ängste und Probleme zu lösen

So genannte Pheromone, Botenstoffe, die das Tier beruhigen, oder Ergänzungsfuttermittel mit Aminosäuren natürlichen Ursprungs, Vitaminen und Mineralien können ängstlichen Hunden und Katzen helfen, zu Silvester nicht restlos in Panik zu verfallen. Bitte lassen Sie sich frühzeitig, also bestenfalls 2-3 Wochen vor Jahresende, von Ihrem Tierarzt in der Praxis beraten.

Vergiftungsgefahr für Hunde und Katzen

Wenn es richtig kalt wird, benutzen zahlreiche Autofahrer „Glysantin“, ein Frostschutzmittel für den Kühler. Für Hunde und (Nasch-) Katzen ist die geruchlose und süßlich schmeckende Substanz Ethylenglycol, die im Frostschutzmittel enthalten ist, verlockend. Aus diesem Grund gilt für Tierhalter äußerste Vorsicht: Sie sollten keine Pfützen nach dem Einfüllen von Glysantin hinterlassen und schon gar keine offenen Behälter in der Garage oder im Haus aufbewahren. Denn nur wenige Milliliter genügen, um einen Vierbeiner tödlich zu vergiften. Im Falle einer Vergiftung ist die Überlebenschance umso größer, je kürzer die Zeitspanne zwischen Giftaufnahme und Behandlung ist. Deshalb muss der Patient möglichst schnell zum Tierarzt. Sollte nur der Verdacht bestehen, dass das Tier Glysantin aufgenommen hat, sollte man keine Verhaltensauffälligkeiten abwarten und sofort die Tierarztpraxis aufsuchen. Anzeichen für eine Vergiftung sind starker Durst, vermehrter Harnabsatz, beschleunigte Atmung, Erbrechen oder Krämpfe. Zögern Sie also nicht und bringen Sie Ihr Tier zum Tierarzt. Er nimmt in der Praxis meist eine Magenspülung vor oder verabreicht Brechmittel. Infusionen erhalten die Nierenfunktion aufrecht und beschleunigen die Ausscheidung des Giftes. Ein ganz spezieller Alkohol – vom Tierarzt in entsprechender Dosis injiziert – wirkt als Gegenmittel.

Aufklärung zu kurznasigen Rassen

Unter Federführung der Bundestierärztekammer und mit Beteiligung der vier weiteren großen tierärztlichen Organisationen ist ein Flyer zur Aufklärung über das brachycephale Syndrom bei Hunden und Katzen erschienen. Ob clownesk wirkende Englische und Französischen Bulldogge, drolliger Mops, plüschtierhaft anmutender Pekinese oder Perser, Exotic Shorthair oder British Kurzhaar. Katzen mit fl achem Puppengesicht: „Tiere dieser Rassen mit extrem kurzem Gesichtsschädel entwickeln über kurz oder lang einen erheblichen Leidensdruck, haben meist starke körperliche Einschränkungen und in bestimmten Fällen auch ausgeprägte Schmerzen“, erklärt Dr. Friedrich Röcken, Fachtierarzt für Kleintiere und Leiter der Arbeitsgruppe (AG) Qualzuchten. Offensichtliche Symptome seien Schnaufen, Röcheln, Atemnot, vermehrter Tränenfl uss und schnelle Erschöpfung bis hin zum Kreislaufkollaps mit Ohnmacht. Röcken: „Das ist unter anderem den viel zu engen Nasenöffnungen und/oder überlangen Gaumensegeln geschuldet. Massive Probleme gibt es auch mit den Augen, denn die großen Glubschaugen in den fl achen Augenhöhlen entzünden sich häufi g bis hin zur Eintrübung der Hornhaut. Die Folge kann eine Erblindung der betroffenen Tiere im fortgeschrittenen Alter sein.“ Das Merkblatt wurde von Tierärztinnen und Tierärzten erstellt, die die großen Veterinärverbände vertreten: Die Bundestierärztekammer (BTK), der Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt), die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) sowie die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) mit ihrer Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK/ DVG). Es geht um die Aufklärung über die gesundheitlichen Auswirkungen bestimmter Zuchtziele, die von manchen Menschen als schön empfunden und forciert werden. Der Aufklärungsfl yer kann in der Geschäftsstelle der Bundestierärztekammer zum Selbstkostenpreis plus Porto angefordert (geschaeftsstelle@ btkberlin.de) oder als PDF unter www.bundestieraerztekammer.de direkt heruntergeladen werden.

Auslastung für die Katze

Hier ist das Sprichwort aber wörtlich gemeint: Dies ist ein toller Ratgeber, bei dem sich alles um die Katze dreht! Denn so kreativ man als Katzenbesitzer auch ist, gute Anregungen für die Auslastung der Katze sind stets willkommen. Autorin und Tierpsychologin Heike Grotegut verrät, wie Sie Ihre Samtpfote, ob Wohnungskatze oder Freigänger, effektiv auslasten und artgerecht beschäftigen. Das Schöne an diesem Ratgeber ist, dass eines beachtet wird: Oft sind es eben die einfachen Dinge, die unsere Stubentiger am meisten lieben. Hier erfährt man, worauf es bei gekauftem Spielzeug ankommt und wie man Katzenspielzeug einfach selber machen kann. Das Buch inspiriert Katzenbesitzer mit Spielideen und tollen Bastelanleitungen für Fummelbretter, Reizangeln & Co. Spannende Infos über kätzische Verhaltensweisen und Vorlieben runden den Ratgeber ab.

Geräusche in der Nacht

Es ist Nacht. Ich sitze geschützt unter einem Busch. Plötzlich ein knirschendes Geräusch von Schuhsohlen auf steinigem Boden. Es ist auf jeden Fall ein Mensch, so viel ist klar. Dennoch verlasse ich meine Deckung nicht. „Elvis ist weg!“ Während Frauchen mittlerweile erschöpft vor Suche die leere Katzenklappe anstarrt, versuche ich mich zu orientieren…. Falls sich eurer Tier einmal verlaufen sollte, muss es auf jeden Fall gechipt sein! Mit einem Scan beim Tierarzt oder Tierheim lässt sich das Zuhause schnell ermitteln. Aber ich habe mich noch gut versteckt – unter einem Busch meines Vertrauens. Wie weit ich von Zuhause weg bin, weiß ich nicht. Schwierig für mich einzuschätzen, welche Richtung ich einschlage, schließlich bin ich halb blind. Unter meinem Busch höre ich nichts, was mir bekannt vorkommt: Schritte, Autogeräusche oder Stimmen. Ihr müsst wissen: Katzen sind sehr geräuschempfi ndlich! Selbst eine Maus, die sich unter der Erde bewegt, höre ich gut. Also denkt daran, wenn ihr demnächst die Stereoanlage im Wohnzimmer aufdreht oder wenn wir kopfschüttelnd vor dem Staubsauger weglaufen. Zu meinem Ausfl ug demnächst mehr …

… Euer Elvis

Ausgabe als PDF speichern