Tierpunkt Februar 2013

Lippengrind: behandeln & vorbeugen

Sie haben schorfige Stellen am Mäulchen Ihres Meerschweinchens entdeckt? – Dann sollten Sie mit der tierärztlichen Untersuchung nicht lange warten. Nicht selten kommen Tierfreunde mit ihren Nagern in die Praxis und es wird Lippengrind festgestellt. Die Bezeichnung steht für eine ganze Reihe verschiedener Erkrankungen im Lippenbereich. Was begünstigt Lippengrind? Oftmals fördert eine Kombination vieler Faktoren den Lippengrind: zum Beispiel Mangel an Vitamin C und Vitamin A oder an ungesättigten Fettsäuren, Hautreizungen, Stress. Eine eindeutige Diagnose, weshalb das Tier an Lippengrind leidet, ist kaum möglich. Mit Hilfe eines kulturellen Erregernachweises werden in den Kulturen häufig Staphylokokken, Mikrokokken, Streptokokken, Pilze und Hefen gefunden. Wie der Tierhalter vorbeugen kann Vorbeugend sollten Sie deshalb für eine stressfreie Haltung und vitaminhaltiges Futter sorgen. Optimal ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit Frischfutter – allerdings sollte das Tier langsam daran gewöhnt werden, um Durchfall zu vermeiden. Auf zusätzliche Vitamingaben ohne Absprache mit dem Tierarzt sollten Sie verzichten. Gönnen Sie Ihrem Tier geschälte Sonnenblumenkerne oder einige Tropfen Lein- oder Sesamöl. Denn diese enthalten ungesättigte Fettsäuren. Bitte fragen Sie Ihren Tierarzt und lassen Sie sich beraten, wie Sie Ihr Tier ausgewogen ernähren.

Vorsorge-Untersuchung nicht vergessen!

Oftmals erkennen Tierhalter die ersten Anzeichen einer Erkrankung viel zu spät. Durch die Früherkennung besteht aber eine viel größere Chance, dem Tier effektiv zu helfen. Oft vom Tierhalter unterschätzt, aber dennoch enorm wichtig für ein langes, gesundes Tierleben ist deshalb der Alters-Checkup für Hunde und Katzen. Diese Vorsorge-Untersuchung ist generell zu empfehlen, doch entscheidet letztlich der Tierhalter, ob er sie durchführen lassen möchte. Dabei liegt der Vorteil des Checkups auf der Hand: Im Alter verändern sich die Stoffwechselvorgänge des Tieres. Es können altersspezifische Erkrankungen auftreten, beispielsweise Gelenkprobleme oder hormonelle Beschwerden. Viele chronische Erkrankungen können – im frühen Stadium erkannt – geheilt oder zumindest in ihrer Entwicklung deutlich verzögert werden. Daher ist es ratsam, die Untersuchung bei Hunden und Katzen ab dem achten Lebensjahr durchzuführen. Bestimmte Rassen wie Berner Sennenhund, Dogge oder Irischer Wolfshund werden meist nach fünf Jahren untersucht. Bei einem Alters-Checkup wird die ganz individuelle medizinische Situation des Tieres berücksichtigt. Ein Blutbild steht auf dem Programm. Zudem werden der Blutzucker sowie die wichtigsten Nieren- und Leberwerte gemessen. Bei Bedarf schließt sich eine ausführliche Ultraschall-Untersuchung an. Bei einem Checkup können mögliche Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden. Das gilt nicht nur für lebensbedrohliche Tumorbildungen. Auch Schmerzen im Alltag – beispielsweise bei Arthrose-Beschwerden – können so dem Tier erspart werden. Lassen Sie sich in Ihrer Tierarztpraxis beraten.

Wenn uns ein Tier verlassen muss …

Dass Hunde oder Katzen nach einem Leben von durchschnittlich 14 bzw. 18 Jahren zu Hause an Altersschwäche sterben, ist nicht die Regel. Sehr viele Tiere müssen vom Tierarzt eingeschläfert werden. Doch auch Tierhalter, die ihrem Liebling ein langes, qualvolles Sterben ersparen wollen, sind oft unsicher, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Ganz wichtig ist es darum, kritisch die eigenen Verlustängste und Befindlichkeiten zu reflektieren und sensibel dafür zu sein, was das Tier durch sein Verhalten signalisiert: Fällt dem Hund jeder Schritt schwer, hat er Schwierigkeiten, sein Geschäft zu verrichten, nimmt die Katze keinen Anteil mehr an ihrer Umgebung und rührt ihr Lieblingsfutter nicht mehr an, kann es Zeit sein, Abschied zu nehmen. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, ein Tier einschläfern zu lassen, weil es aufgrund seines Alters unbequem geworden ist oder man die Kosten einer möglichen tierärztlichen Behandlung sparen will. „Eine pauschale Antwort auf die Frage, wann ein Tier erlöst werden sollte, gibt es nicht. Ganz wichtig ist es darum, sich mit dem behandelnden Tierarzt zu beraten: Der Besitzer kennt das Tier und erlebt es im Alltag, der Tierarzt kennt die medizinische Vorgeschichte und sieht mit objektivem und fachlichem Blick, ob es Zeit wird, das Tier gehen zu lassen.“ Viele Tierärzte kommen dafür auch in die Wohnung des Besitzers. Eine gute Lösung, denn sie erspart dem Tier die Angst vor der Tierarztpraxis, es kann in seiner vertrauten Umgebung einschlafen. Die Besitzer sollten in diesem schweren Moment möglichst dabei sein und ihrem Tier durch ihre Anwesenheit die Angst nehmen. Was wird aus meinem Tier? Wichtig für die Besitzer ist dann natürlich die Frage, was mit dem Tier geschehen soll. Wenn es in der Tierarztpraxis eingeschläfert wird und der Tierhalter es dort lässt, muss es i.d.R. in die Tierkörperbeseitigungsanstalt gebracht werden. Als Alternative kann Ihre Tierarztpraxis aber auch einen Tierbestatter vermitteln, der die Verbrennung in einem Tierkrematorium anbietet. Der Tierarzt hilft hier weiter. Jeder Tierhalter hat aber auch das Recht, den Tierkörper mitzunehmen und – sofern in der jeweiligen Gemeinde erlaubt – im eigenen Garten zu begraben. Dabei muss beachtet werden, dass das Grab von einer mindestens 50 Zentimeter hohen Erdschicht bedeckt ist, es darf nicht in einem Wasserschutzgebiet und nicht unmittelbar an öffentlichen Wegen liegen.

Buchtipp: Farbmaus im Haus

Es muss nicht immer Hund oder Katze sein – tierische Freude bringen auch kleinere Vierbeiner, zum Beispiel die Farbmaus. Besonders die artgerechte Haltung steht im Zentrum dieses Ratgebers, denn schließlich ist sie ausschlaggebend für ein glückliches, gesundes Mäuseleben. Wie sieht das perfekte Mäuseheim aus? Welche Einstreu eignet sich? Was fressen die kleinen Kletterkünstler am liebsten? Dies sind Fragen, die das Buch ausgiebig beantwortet. Auch zur Herkunft sowie über Körperbau und Sinnesorgane der Tiere wird detailliert Auskunft gegeben. Wunderbare Tipps erhält der Mäusehalter – grundlegende und spezielle. Zur Beschäftigung der flinken, knopfäugigen Farbmäuse gibt es zahlreiche Ideen: Futterverstecke, Wohnlabyrinthe und Nage-Möglichkeiten. Sehr schöne Bilder von den kleinen Akrobaten runden das Buch ab. Empfehlenswert für „Mäuse-Anfänger“, aber für „Mäuseliebhaber“, die weitere Tipps suchen.

Blick-Punkt: Rutschpartie für den Kater

Sind Sie schon mal mitten im Sommer Schlittschuh‘ gefahren? Nein? Ich aber. Unfreiwillig. Naja, jedenfalls nenne ich es Eislaufen. Ich sage Ihnen, es ist äußerst unangenehm, wie ich finde. Ich weiß ja nicht, wie Menschen sich auf Schlittschuhen anstellen, aber ich habe bei „meinem“ Eislaufen ganz und gar nichts unter Kontrolle. Ahnungslos betrete ich das Wohnzimmer meines Haushalts. Den Kratzbaum am anderen Ende des Raumes im Visier, starte ich einen vorbildlichen Katersprint – beherzt und explosiv! Doch was ist das? Die Fliesen sind nass und spiegelglatt. Ungebremst rutsche ich Richtung Flur. Da werden Sekunden zu Stunden und ich bin der frisch geputzten Oberfläche hilflos ausgeliefert. Unaufhaltsam geht es im hohen Tempo der Haustür entgegen. Und als wenn das alles noch nicht genug wäre, eröffnet sich mir die nächste Katastrophe: Das Leergut steht hübsch sortiert am Ausgang … Ich glaube, das Klirren und Scheppern hat noch der Nachbar im übernächsten Haus gehört! Jetzt weiß ich, dass ich zukünftig an Putztagen die Couch nicht einen Zentimeter weit verlasse …

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