Tierpunkt Februar 2014

Tympanie bei „Meeries“ und Kaninchen

Meerschweinchen und Kaninchen leiden leider recht häufig an Aufgasungen (Tympanie oder auch Trommelsucht). Dies kann durch verschiedene Einflüsse bedingt sein: durch falsche Ernährung (z.B. zu viel Körnerfutter), Aufregung oder zu schnelle Futterumstellung. Auch entsteht eine Tympanie häufig, wenn ein Meerschweinchen oder Kaninchen über einen längeren Zeitraum kaum oder gar nicht gefressen hat (z.B. durch Zahnprobleme). Allerdings kann hinter der Aufgasung auch immer eine organische Erkrankung stecken oder Darmparasiten bzw. Pilze. Hinweise auf eine Tympanie geben folgende Symptome: Die Tiere sitzen ruhig in einer Ecke des Käfigs, haben evtl. aufgerichtetes Fell, mögen sich nicht bewegen und fressen nicht. Fasst man dem Tier an den Bauch, so ist dieser sehr dick und rund. Die Tiere empfinden leichten Druck auf den Bauch als schmerzhaft und es entsteht ein trommelndes Geräusch beim Beklopfen der Bauchwand.

Eine Tympanie kann aufgrund einer starken Kreislaufbelastung schnell lebensgefährlich werden. Daher ist ein Tierarztbesuch unumgänglich! Umstritten ist die Zufuhr von Wärme bei Aufgasungen. Kühlen die Tiere stark aus oder haben sie heftige Krämpfe, kann Wärme sich positiv auswirken. Wird die Aufgasung durch große Mengen gärendes Grünfutter im Darm verursacht, dann kann Wärme kontraproduktiv sein, da sie die Gärung des im Darm befindlichen Materials beschleunigt. Sollte das Tier eine Nahrungsaufnahme verweigern, muss Nahrung in kleinen Mengen zwangsweise zugeführt werden.

Katzen: Weltklasse im Meistern von Handicaps

Bei Kater „Bärchen“ muss der Tierarzt aufgrund eines Tumors ein Hinterbein entfernen. Eine Maßnahme, die vielen Tierbesitzern zunächst äußerst schlimm erscheint. Sie befürchten, dass ihr Tier schwer behindert sein wird und somit keine adäquate Lebensqualität mehr hat. Doch besonders Katzen sind wahre Meister im Umgang mit solchen Behinderungen. Deshalb ist eine nötige Amputation oder gar eine Erblindung kein Grund, eine Katze einzuschläfern. Die operative Maßnahme ermöglicht dem Tier, schmerz- und beschwerdefrei zu sein. Dabei kommen gerade Haustiger mit ihren drei Beinen anschließend extrem gut zurecht. Schon nach zwei bis vier Wochen ist die Katze in ihrer Beweglichkeit kaum noch von dem gesunden Tier zu unterscheiden. Dem nicht informierten Beobachter fällt es sogar in der Regel gar nicht auf, dass dem Tier ein Bein fehlt. Tierarztpraxen berichten davon, dass die Tiere sogar wieder Mäuse fangen, klettern und auf ihrem Kratzbaum sitzen – wie sie es früher getan haben. Dass eine Mieze wie Kater „Bärchen“ das Bein verlieren könnte, ist nicht selten. Möglich sind Autounfälle oder die Katze ist in eine verbotene Schlagfalle hineingeraten. Durch schwere orthopädische oder neurologische Traumata oder Tumore kann ein solcher Eingriff vonnöten sein. In der Regel findet die Katze schnell wieder ins Leben. Nach der Operation sind in der Anfangsphase noch hochwirksame Schmerzmittel nötig. Das Tier muss sich auch erst einmal an die neue Situation gewöhnen. Gleichgewichtsprobleme sind zu Beginn ganz normal. Innerhalb von vier Wochen war „Bärchen“ wieder munter und konnte sein Leben genießen – ein Gewinn für den Kater.

Älterwerden ist keine Erkrankung

Alter ist keine Krankheit, doch man muss sich auf die Veränderungen einstellen und wie bei hochbetagten Menschen Verständnis und Geduld aufbringen. Es besteht aber auch die Gefahr, dass Beschwerden als Altersleiden abgetan werden und dabei übersehen wird, dass das Tier starke Schmerzen hat, die gelindert werden könnten. Ganz wichtig ist darum der regelmäßige Besuch beim Tierarzt. Nur er kann den Gesundheitszustand von Hund oder Katze genau beurteilen und weiß, was bei beginnender Demenz, Schmerzen und anderen altersbedingten Problemen zu tun ist!

Hier einige Tipps:

• Folgende gesundheitliche Veränderungen treten bei Hund und Katze auf: Beeinträchtigung der Sinnesorgane, allgemeine Schwächung der Muskulatur und des Bindegewebes, Abnutzungserscheinungen der Knochen und Gelenke, verminderter Stoffwechsel, Schwächung des Immunsystems.

• Als typische Verhaltensveränderungen können auftreten, z.B.: Rastlosigkeit oder extremes Ruhebedürfnis, vermehrtes Schlafen, Appetitlosigkeit, verminderter Spieltrieb, Verwirrtheit durch Orientierungslosigkeit, Vergesslichkeit, Kälteempfindlichkeit, scheinbar unmotivierte Lautäußerungen.

• Bei Katzen beginnen altersbedingte Verhaltensveränderungen mit etwa 11 Jahren. Weil Katzen sich in der Regel auch bei Schmerzen und Krankheiten nach außen eher unauffällig zeigen, ist es besonders wichtig, das Tier genau zu beobachten.

• Alte Tiere werden oft inkontinent und können Urin und Kot nicht halten. Es gibt spezielle Windeln für Hunde, die sehr hilfreich sind. Medikamente zur Aktivierung des Blasenschließmuskels könnten helfen.

• Auch Tiere leiden im hohen Alter oft an einer Art Demenz: die Katze vergisst dann z.B. den Standort der Katzentoilette, der alte Hund „schafft“ es nicht mehr rechtzeitig nach draußen. Für den Besitzer lästig, ist das für das Tier aber sicher keine Qual; der individuelle Fall muss mit dem Tierarzt abgeklärt werden.

• Alte Freigänger-Katzen haben manchmal nicht mehr die Kraft, sich im Revier zu behaupten und kommen mit Verletzungen nach Hause. Das Tier darum auf Wunden kontrollieren.

• Alte Hunde sollten möglichst mindestens zwei Mal täglich gefüttert werden, denn die Verdauung mehrerer kleinerer Mahlzeiten fällt leichter. Ihr Tierarzt berät Sie ggf. über ein spezielles energiereduziertes Seniorenfutter.

• Alte Hunde und Katzen haben Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch: Kontrollen und das Entfernen von Zahnstein durch den Tierarzt sind sehr wichtig, denn bei Entzündungen können Bakterien in die Blutbahn gelangen und andere Organe schädigen.

In jedem Fall gilt: Das alte Haustier ist eine „Persönlichkeit“, die nach einem langen Leben unsere besondere Aufmerksamkeit verdient hat. Ihr Tierarzt wird Ihnen behilflich sein, den Zeitpunkt zu erkennen, ab dem sich Ihr Tier quält.

Buchtipp: Farbenfroh und zu zweit

Woher kommen die Agaporniden und welche Arten gibt es? Woher bekommt man „Unzertrennliche“? Der Ratgeber informiert über gesetzliche Bestimmungen, richtige Haltungsbedingungen, Fütterung und Gesundheitsvorsorge. Die Agaporniden gelten als farbenfrohe, kleine, aber echte Papageien. Bevor man sich entscheidet, „Unzertrennliche“ zu halten, sollte man einige Details im Vorfeld klären und sich ausgiebig informieren. Unterkunft und Umfeld sollten wie für alle Papageien verhaltensgerecht gestaltet sein, die Vögel sollten abwechslungsreich ernährt und beschäftigt werden, um gesund zu bleiben. Worauf es dabei ankommt, erfährt der Leser auf praxisbezogene Weise und mit vielen Tipps und Hinweisen. Außerdem wird beschrieben, welche Verhaltensweisen die Agaporniden zeigen, wie Zucht und Aufzucht der Jungvögel ablaufen und wie man als Agapornidenhalter seine Tiere auf der Ausstellung präsentieren kann.

Blick-Punkt: Urlaub mit Wellness

Eigentlich hasse ich Veränderungen. Unterschiedliches Futter – das lasse ich mir noch gefallen, auch wenn sich die tägliche Spiel- und Schmusestunde verschiebt, bin ich nicht böse. Aber wenn Herrchen und Frauchen in den Urlaub fahren wollen, werde ich skeptisch. Aber siehe da! Es gab würdigen Ersatz: die Eltern von Frauchen hielten Einzug. Zunächst quittierte ich das säuselnde „Na, wir werden uns schon gut verstehen“ mit einem kritischen „Miau“ und kehrte den neuen Hausbewohnern erst einmal den Rücken zu. Doch die Katzensitter erwiesen sich als angenehm. Wie gewohnt, konnten meine kätzische Mitbewohnerin Charlotte und ich morgens in den Garten. Und Streicheleinheiten gab‘s obendrein. Aber das Beste waren die kulinarischen Besonderheiten, die es ungewöhnlich oft gab: gekochter Schinken, Tunfisch und Rindergulasch – so ganz zwischendurch. Das war „Wellness-Urlaub“ vom Feinsten.

Euer Kater Elvis

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