Tierpunkt Februar 2015

Verhornung der Haut bei Wellensittichen

Hühneraugen bei Menschen sind bekannt. Doch dass solche Verhornungen der Haut (Hyperkeratose) auch Wellensittiche treffen können, weiß so mancher Vogelbesitzer nicht. Veränderungen an der Unterseite der kleinen Vogelfüße können mehrere sachen haben: Fehlbelastung z.B.nach einer Verletzung des Fußes, einseitige Belastung aufgrund zu dünner Plastikstangen, Übergewicht, zu wenig Bewegung und vor allem Mangel an Vitamin A – hervorgerufen durch zu wenig Grünfutter und Obst. Das Schlimme ist: Die Verhornung kann nicht nur unangenehm sein, sondern zum ernsten Problem werden, wenn sich daraus Sohlenballengeschwüre entwickeln. Deshalb: Wenn Sie bereits leichte Verhornungen bei Ihrem Vogel an Ständern oder Füßen entdecken, ist es an der Zeit zu handeln und mit Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin zu besprechen, was zu tun ist. Je schneller Sie reagieren, desto einfacher ist die Behandlung. Damit Ihre Wellensittiche nicht an Hyperkeratose erkranken, gehört vitaminreiches Frischfutter zum täglichen Bedarf. Wichtig ist die artgerechte Haltung: vor allem viel Bewegung (z.B. Fliegen mit Artgenossen) und breite Obstzweige als Sitzstangen. Auch ein frei schwebender Ast mit nötiger Tragkraft wäre ideal, damit die Tiere ihr Gewicht austarieren müssen. Das trainiert und beugt zusätzlich einer Fußlähme vor.

Harnsteine können lebensbedrohlich sein!

Bruno zeigt übermäßigen Harndrang, dennoch kommen nur einige Tröpfchen zum Vorschein. Vermutlich hat Bruno Schmerzen beim Harnabsatz. Blasenentzündung (Cystitis) lautet die Diagnose beim Tierarzt – doch das ist noch nicht alles. Auslöser sind Harnsteine, die lebensbedrohlich sein können, wenn sie nicht behandelt bzw. entfernt werden. Denn es kann bei Verstopfung durch Harnsteine eine Stauung und somit ein lebensbedrohlicher Vergiftungszustand entstehen. Es kommt zum akuten Nierenversagen. Deshalb sollten Hundehalter stets ihr Tier beobachten, wie es sich beim Harnabsatz verhält. Beim Rüden verlegen die Steine die Harnröhre teilweise oder sogar vollständig. Hündinnen haben eine kürzere und dehnbarere Harnröhre, so dass hier eher der blutige Urin auffällig ist. Harnsteine, vor allem in der Blase und in der Niere (Urethra), zählen zu den häufi gsten Erkrankungen der ableitenden Harnorgane. Am häufi gsten treten Phosphatsteine, so genannte Tripelphosphate (Magnesium- / Calzium –phospahate) auf, gefolgt von Oxalat und Carbonatsteinen. Die Steine können durch Röntgen und Ultraschalluntersuchungen diagnostiziert werden. Brunos Blasensteine müssen chirurgisch entfernt werden. Eine Kontrolle durch Ultraschall zeigt, dass alle Widersacher entfernt sind. Jetzt heißt es, dafür zu sorgen, dass die Steine nicht wiederkommen. Durch die Art der Fütterung hat der Tierhalter hier Einfl uss. Zu den Möglichkeiten berät das Team der Tierarztpraxis ausführlich. Eine Steinanalyse aus dem Labor gibt Aufschluss, wie die Ernährung von Bruno zukünftig beschaffen sein soll.

Abenteuer für Haustiger fördern die Gesundheit!

Als wichtige Gesundheitsprophylaxe sind tägliche Spiele – das Jagen, Suchen und Erforschen – für Wohnungskatzen von enormer Bedeutung. Geistige Auslastung, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit sind unschätzbare Faktoren für ein gesundes Katzenleben. Alllzuoft wird immer noch das Spielen und Beschäftigen von Wohnungskatzen unterschätzt oder vernachlässigt. Dabei ist es für die Wohnungstiger eine „ernste Angelegenheit“ und es fördert zusätzlich Beziehung zwischen Mensch und Tier. Vorteilhaft ist oftmals eine Zweitkatze, dennoch sollte der Tierfreund sich über die täglich nötigen Abenteuer seiner Tiger stets Gedanken. Dabei ist es mit Hilfe von kreativen Anleitungen im Internet nicht schwierig, seine Katze zu beschäftigen. Zwei Bereiche sollten hierbei abgedeckt werden: Das aktive Spiel mit dem Menschen und das selbstständige Erforschen von Kisten, Kartons. Hier soll sich die Katze Trockenfutter selber erarbeiten. Auch in verschiedenen Wohnräumen an wechselnden Stellen können Futterbrocken versteckt werden, um die Suche nach „Beute“ anzuregen. Spannend sind auch so genannte Fummelbretter, die man aus Toilettenpapier- Rollen, Tupperschüsseln und Spielklötzen kreativ zusammenstellen kann. Beispiele fi nden Sie z.B. unter www.katzenfummelbrett.ch. Großes Interesse wecken Sie bei Ihrer Katze, wenn auch Naturmaterialien ins Haus fi nden: zum Beispiel eine Kiste mit Heu oder getrocknetem Laub. Jeden dritten Tag etwas Neues bieten, Spielzeuge nicht liegenlassen, sondern stets austauschen, wecken wieder neues Interesse. Achten Sie aber darauf, dass Ihre Katze keine Teile verschlucken kann und sich nicht in Schnüren verheddert. Herumliegende Papier- oder Plastiktüten fi nden auch Katzen interessant; bitte schneiden Sie bei ihnen die Henkel durch.

Beim aktiven Spiel, ist alles was raschelt und sich bewegt natürlich von Interesse. Doch nicht nur die Stoffmaus oder die Taubenfeder am Bindfaden ist möglich. Eine gemeinsame aktive Beschäftigung, die beiden Seiten – Mensch und Tier – richtig Spaß machen kann, ist das Clickertraining. Langsam an die Materie herangeführt, sind ungeahnte, schöne Momente garantiert, in der die Katze überlegt, sich ausprobiert und in Interaktion mit dem Menschen tritt. Doch gerade zu Beginn ist Geduld gefragt bis das Clicker-Prinzip von der Katze verstanden ist. Jede gemeisterte Aufgabe ist ein Erfolg und erhöht die Zufriedenheit. Das hält fit und gesund!

Beschäftigung für Katzen

Wer seine Katze und ihre verschiedenen Verhaltensweisen verstehen möchte, muss sich mit ihrem wilden Erbe befassen. Jagen und Fressen, Laut – und Körpersprache, Schlafgewohnheiten und Pfl egerituale – anhand des Verhaltens von Wildkatzen erfährt der Halter, woher die Bedürfnisse seiner Katze kommen und wie er sie am besten berücksichtigt. Sanfte Eingewöhnung, spannende Spielideen, entspannende Streichelmassagen: Die Katzenkennerinnen Dr. Pfl eiderer und Frau Rödder wissen genau, was die Samtpfoten brauchen, um sich wohlzufühlen. Mit dem vermittelten Wissen ist es auch kein Problem, seinem kleinen Wildtier bestimmte Verhaltensweisen beizubringen und unerwünschtes Verhalten abzutrainieren, etwa durch Clickertraining oder positive Verstärkung. Zahlreiche Infokästen und praxisorientierte Tipps vermitteln Hintergrundwissen und helfen, das Gelesene ganz einfach umzusetzen.

Heimliche Liebe …

Ganz langsam schleiche ich die Treppen hinauf. „Ob sie schon wach ist?“, frage ich mich, während ich eine Stufe nach der anderen erklimme. Das Treppenhaus ist dunkel. „Ob ich sie wirklich antreffe?“ Wahrscheinlich ist es noch zu früh am Morgen. Ich versuche es zunächst im Wohnzimmer. Fehlanzeige. Vorsichtig stubse ich dann mit meiner Nase an die angelehnte Schlafzimmertür, die sich einen Spalt öffnet. Frauchen und Herrchen schlafen tief und fest. Und da ist sie! Mein Herz schlägt schneller. Im Schlaf versunken, tief atmend liegt sie da. Ich habe nämlich eine neue Freundin. Jetzt habe ich sie für mich entdeckt. Langsam nähere ich mich und schnuppere vorsichtig an ihrem Ohr. Verschlafen blinzelt sie mich an. Prima, die Hündin ist wach! Oft habe ich sie geärgert und für dämlich gehalten – doch neuerdings sind wir ein Herz und eine Seele. Warum? Ganz klar: Jeden Morgen, wenn sie wach wird, schleckt sie mit ihrer großen Hundezunge mein Gesicht und meine Ohren. Großartig! Ein tolles Wellness-Programm! Endlich macht der Hund sich mal nützlich …

… Euer Elvis

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