Tierpunkt Februar 2016

Rüden: Implantat simuliert Kastration

Ob die Kastration eines Rüden vonnöten ist, entscheidet der Tierarzt. Medizinische Aspekte und wie sehr das Tier unter seinem Hormonhaushalt leidet, spielen eine Rolle. Viele Hundehalter denken darüber nach, ihren Vierbeiner kastrieren zu lassen. Meist steckt dahinter nicht nur der Wunsch, die Fortpfl anzungsfähigkeit zu unterbinden, sondern auch die Hoffnung auf weniger „Rüdenverhalten“ wie Aufreiten, Streunen oder Markieren. Doch nach der OP verschwinden die unerwünschten Verhaltensweisen oftmals nicht wie erhofft. Ebenso kann der Eingriff bleibende Nebenwirkungen haben. Als Alternative bietet sich eine hormonelle Kastration mittels Implantat an. Diese Methode gibt die Möglichkeit eines „Testlaufs“, wie sich der Rüde verändern würde. Nach Ablauf der Wirkzeit des Implantates ist der Hund wieder „ganz der Alte“. Die hormonelle Kastration kann jederzeit wiederholt werden und eignet sich daher auch als langfristige Lösung. Ein weiterer Vorteil ist, dass für diese Art der Kastration keine Narkose oder Operation notwendig ist. Das Implantat – auch für männliche Frettchen zugelassen – hat die Größe eines Reiskorns und wird beim Hund zwischen den Schulterblättern unter die Haut gesetzt. Für mindestens sechs bzw. zwölf Monate, je nach gewählter Dosierung, verhindert der Wirkstoff im Implantat die Bildung von Sexualhormonen wie Testosteron. Nach etwa zwei bis drei Wochen sinken die Hormonwerte wie nach einer chirurgischen Kastration. Sechs bis acht Wochen nach der Injektion ist der Rüde noch zeugungsfähig. In diese Zeit kann noch Sperma in den Nebenhoden gelagert sein. Daher sollten bei läufi gen Hündinnen in diesem Zeitraum noch Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Mit Ablauf der Wirkdauer kann überlegt werden, ob eine Kastration überhaupt Sinn macht. Das Implantat löst sich vollständig auf und muss nicht entfernt werden. Ihre Tierarztpraxis berät Sie gerne.

Vorsicht vor Frostschutz

Bei Schnee und Frost benutzen zahlreiche Autofahrer „Glysantin“, ein Frostschutzmittel für den Kühler. Für Hunde und (Nasch-) Katzen ist die geruchlose und süßlich schmeckende Substanz Ethylenglycol, die im Frostschutzmittel enthalten ist, verlockend. Aus diesem Grund gilt für Tierhalter äußerste Vorsicht: Sie sollten keine Pfützen nach dem Einfüllen von Glysantin hinterlassen und schon gar keine offenen Behälter in der Garage oder im Haus aufbewahren. Denn nur wenige Milliliter genügen, um einen Vierbeiner tödlich zu vergiften. Im Falle einer Vergiftung ist die Überlebenschance umso größer, je kürzer die Zeitspanne zwischen Giftaufnahme und Behandlung ist. Deshalb muss der Patient möglichst schnell zum Tierarzt. Sollte nur der Verdacht bestehen, dass das Tier Glysantin aufgenommen hat, sollte man keine Verhaltensauffälligkeiten abwarten und sofort die Tierarztpraxis aufsuchen. Anzeichen für eine Vergiftung sind starker Durst, vermehrter Harnabsatz, beschleunigte Atmung, Erbrechen oder Krämpfe. Als erste Hilfe kann der Tierhalter seinem Tier Kohletabletten verabreichen, da sie die Aufnahme des Giftes verzögern. Der Tierarzt nimmt in der Praxis meist eine Magenspülung vor oder verabreicht Brechmittel. Infusionen erhalten die Nierenfunktion aufrecht und beschleunigen die Ausscheidung des Giftes. Ein ganz spezieller Alkohol – vom Tierarzt in entsprechender Dosis injiziert – wirkt als Gegenmittel.

Warum die Impfung gegen Staupe wichtig ist

„Die Impfung gegen die Staupe, die wohl bekannteste Infektionskrankheit des Hundes, ist gut wirksam und sollte für jeden verantwortungsvollen Hundehalter Standard sein. Allerdings beobachten wir in punkto Impfschutz bei vielen Tierhaltern eine leichtsinnige Haltung, die besonders für Welpen und alte Hunde gefährlich ist“, erklärt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer. Denn die Staupe sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen: Die Infektion erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt mit einem erkrankten Hund oder mit einem kranken oder verendeten Wildtier wie Fuchs, Waschbär oder Marder, die ein großes Erregerreservoir darstellen und die Krankheit verbreiten. Mantel: „Die Behandlung einer Staupeinfektion ist kaum möglich, sie endet häufi g tödlich! Tiere, die die Erkrankung überlebt haben, behalten oft lebenslange Schäden wie das sogenannte Staupegebiss oder zentralnervöse Störungen zurück.“ Wie äußert sich die Staupe? Das Krankheitsbild der Staupe ist vielgestaltig: Erste Anzeichen sind hohes Fieber, Fressunlust und Mattigkeit des Hundes. Im weiteren Verlauf der Krankheit können bestimmte Organe oder Organsysteme besonders betroffen sein, so dass man von der Lungenstaupe, Darmstaupe oder Nervenstaupe sprechen kann.

Je nach Organ zeigt das erkrankte Tier Husten, Atembeschwerden, Erbrechen, Durchfall, Bewegungsstörungen, Lähmungen, Krämpfe oder Hautveränderungen. Die Grundimmunisierung sollte bei Welpen im Alter von acht Wochen erfolgen, vier Wochen später dann die zweite und mit 16 Wochen die dritte Impfung.Die Wiederauffrischung geschieht im 15. Lebensmonat. Um den Schutz aufrechtzuerhalten, empfi ehlt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet.) Wiederholungsimpfungen ab dem zweiten Lebensjahr in Absprache mit dem Tierarzt, sofern die Grundimmunisierung vollständig vorgenommen wurde. Eine Staupeimpfung wird auch zur Einreise in einige Länder außerhalb der EU, z.B. in die Türkei, verlangt. Fragen Sie Ihren Tierarzt!

Wie der Rückruf funktioniert

Ein sicherer und gelungener Rückruf entspannt nicht nur den Hundehalter, sondern macht auch das Leben des Vierbeiners leichter. Lässt der Hund sich permanent ablenken von fremden Joggern, anderen Hunden oder Wildtieren, wird der Spaziergang zur Zerreißprobe. Damit das Gassi gehen und andere Alltagssituationen zur Lust und nicht zur Last werden, hat die Hundekennerin Katharina Schlegl-Kofl er ein Trainingsprogramm konzipiert, mit dem sie praxisnahe Hilfestellungen bietet. Auf alle wichtigen Fragen zum Thema, wie beispielsweise nach der richtigen Kommunikation mit dem Hund, der geeigneten Belohnung oder dem idealen Trainingszubehör, gibt sie Antworten. Die Autorin hält zahlreiche Tipps und Tricks bereit, um Fehler von Anfang an zu vermeiden und das Training für Hund und Mensch gleichermaßen spannend und mit Spaß zu gestalten.

Seltsamer Besuch

Ich bin es ja gewohnt, dass Frauchen Besuch bekommt. Ich gehöre nicht zu den Kätzchen, die verschreckt unter den Tisch kriechen, wenn so ein Zweibeiner zur Tür reinkommt. Nein, da bin ich doch ganz selbstbewusst. Etwas brenzlig wird es indessen, wenn mein Frauchen nicht menschlichen, sondern auch tierischen Besuch bekommt. Dann bin ich schon etwas verhaltener. Wer weiß, nachher habe ich eine englische Bulldogge im Nacken hängen oder ein Retriever will mich apportieren! Nein, nein, bei fremden Tieren bin ich äußerst kritisch. Und dann das: Zwar bin ich mir sicher, dass es ein Tier ist, das dort zur Tür hereinkommt. Doch so richtig kann ich es nicht identifi zieren. Es hat etwas von einer Katze, doch Katzen grunzen nicht. Ist es ein Hund? Es ist selbstbewusst, freundlich und wird schnell geliebt. Nach einiger Zeit des Kennenlernens durfte es sogar auf meinem Sofa sitzen. Endlich ein Besuch, der in Ordnung ist, denke ich noch so bei mir, als es prompt von der Couch springt, geradewegs auf meinen Fressnapf zu und mir den ganzen Mittagssnack in einer Tour wegputzt … Typisch Mops!

… Euer Elvis

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