Tierpunkt Januar 2014

Durchfall: Wann der Tierarztbesuch nötig ist

Was tun, wenn ein Tier Durchfall hat? Woran erkennt man die Ursache? Und wie kann man am besten helfen? Wichtig ist zu wissen, dass Durchfall keine Krankheit ist, sondern Anzeichen für unterschiedliche Probleme sein kann. Folgende Beispiele: Gelblicher, pastenartiger Durchfall weist auf eine Störung im Fettstoffwechsel hin. Sehr heller, fast „entfärbter“ Kot kann Anzeichen für eine Leber- und Gallenerkrankung sein. Kotanteile, die wie dunkler Kaffeesatz aussehen, können auf Blutungen im vorderen Darmtrakt zurückzuführen sein. Weicher, übel riechender Kot, der in großen Mengen abgesetzt wird, kann durch Fehlgärungen im Dickdarm oder eine allgemein schlecht verdauliche Futterration verursacht werden. Die Diagnose sollte aber nur ein Tierarzt vornehmen.

Halten Sie zeitig Rücksprache mit Ihrem Tierarzt So unterschiedlich die Ursachen für Durchfall sein können, so individuell sollten auch die Gegenmaßnahmen aussehen. Denn: Nicht jedem Tier ist mit einer selbst gekochten „Schonkost“ aus „Hühnchen und Reis“ auch wirklich geholfen. Grundsätzlich sollten Hunde und Katzen mit Durchfall spätestens nach 24 Stunden in der Tierarztpraxis vorgestellt werden. Bei sehr starkem, blutigem oder wässrigem Durchfall, besonders jungen, alten oder geschwächten Tieren muss sofort Rat eingeholt werden.

Erkrankte Schilddrüse: Symptome erkennen

Obwohl Katze Mia einen auffällig guten Appetit mitbringt und stets ihren Napf leert, scheint sie abgenommen zu haben. Ihr Frauchen bringt die achtjährige Katze vorsorglich zum Tierarzt, um sie durchchecken zu lassen. Nicht eine voreilige, sondern eine richtige Entscheidung hat die Tierbesitzerin in dem Fall getroffen. Denn: Nach einem Bluttest stellte der Tierarzt eine Überfunktion der Schilddrüse fest. Da der Tierfreund die ersten Symptome der Erkrankung leicht übersehen kann, wird die hormonelle Störung meist erst sehr spät entdeckt. Das Tückische: Sie schädigt im fortgeschrittenen Stadium das Herz. Es entsteht Bluthockdruck – Augen und Nieren können in Mitleidenschaft gezogen werden. Meist sind Katzen ab dem achten Lebensjahr betroffen. Deshalb sollten Katzenbesitzer wachsam sein und ihr Tier stets genau beobachten. Auch weitere Erkrankungen im Alter der Katze kündigen sich nur ganz subtil an. Im Falle der Schilddrüsen-Überfunktion kann es verstärkter Durst sein, vermehrter Urinabsatz, Ruhelosigkeit oder struppig, verändertes Fell. Meist sind Veränderungen der Schilddrüse gutartig, in nur seltenen Fällen ist der Grund für eine Überfunktion ein bösartiger Tumor. Mithilfe einer Blutanalyse können Schildrüsenwerte ermittelt werden. Häufig sind dann auch Leberwerte verändert. Auch auf Niereninsuffizienz wird das Serum überprüft. In den meisten Fällen wird die Katze medikamentös eingestellt. Die Medikamente benötigt das Tier ein Leben lang. Für Mia bedeutet dies aber auch, dass ihr Herz und ihre Organe nicht zu schaden kommen und ihre Lebensqualität erhalten bleibt.

Kaninchen: Wie sie sich am besten vertragen

Kaninchen sind soziale Tiere, die in der Natur in Gruppen leben und Geselligkeit lieben. Es ist darum Tierquälerei, die drolligen Langohren alleine zu halten. Entgegen früherer Ansicht ist ein Meerschweinchen jedoch kein geeigneter Sozialpartner. Denn die Tiere gehören völlig unterschiedlichen Tiergruppen an. Die Unterschiede in der Kommunikation sind groß, so dass eine richtige Verständigung nicht möglich ist. Die Tierärztekammer rät: „Es sollten immer mindestens zwei Kaninchen zusammen gehalten werden.“

Tipps für das glückliche Zusammenleben:

• Beim Zusammenführen braucht man Geduld, denn selten verstehen sich zwei fremde Tiere auf Anhieb! Vom „ersten Kennenlernen“ bis zum Beziehen eines gemeinsamen Heimes können schon mal einige Wochen vergehen – Zeit, die man den Tieren geben sollte.

• Am besten ist es, wenn man gleich zwei Kaninchen zusammen anschafft – entweder Wurfgeschwister vom Züchter oder aus dem Tierheim, denn dort werden sie oft im Doppelpack abgegeben und kennen sich gut.

• Grundsätzlich verstehen sich Pärchen am besten. Um Nachwuchs zu vermeiden, muss der Rammler auf jeden Fall kastriert werden. Aber Achtung: Er ist manchmal noch bis zu sechs Wochen nach der Kastration zeugungsfähig, deshalb sollte man diese Karenzzeit einhalten, bevor man die Tiere zusammenlässt. Es empfiehlt sich auch die Kastration des Weibchens.

• Zwei männliche Geschwister vertragen sich nur bis zur Geschlechtsreife, danach kommt es häufiger zu Beißereien. Will man zwei Brüder zusammen halten, sollte man die Tiere ab der 12. Lebenswoche kastrieren lassen. Befragen Sie hierzu Ihren Tierarzt. Die Vergesellschaftung zweier Weibchen ist schwieriger, die Tiere sollten ebenfalls kastriert werden, da sie ein ausgeprägtes Revierverhalten haben und es zu Aggressionen kommen kann.

• Die größten Chancen, dass die Tiere sich vertragen, bestehen dann, wenn sie sich auf neutralem Boden, den keiner von beiden als sein Revier betrachten kann, kennen lernen. Dort können sie sich beschnuppern und langsam aneinander gewöhnen. Die Tiere müssen aber unbedingt Platz zum Ausweichen haben, denn es kann zu Rangordnungskämpfen kommen, die – wenn sie zu heftig werden – mit einer Wasserspritze oder schnell dazwischen geschobenen Karton o. ä. unterbrochen werden sollten. Empfehlenswert für die erste Zeit sind auch ein Trenngitter oder zwei aneinandergestellte Käfige.

• Die gemeinsame Zeit sollte anfangs nicht länger als 20 Minuten dauern und langsam gesteigert werden. Wenn die Tiere mit der Zeit immer näher beieinander liegen und sich sogar gegenseitig ablecken, ist das „Eis gebrochen“.

Buchtipp: Sicher in der Stadt

Die neuste Nachricht an der Häuserecke, ein leckerer Cheeseburger neben der Parkbank und schnelle Straßenflitzer als Jagdobjekt – das Stadtleben kann für Vierbeiner ganz schön aufregend, aber auch sehr gefährlich sein. Die Autorin leitet die Gesellschaft zur Resozialisierung und Erziehung von Hunden (GREH) in Berlin. Katja Krauß lebt mit ihren Hunden in der Großstadt. Sie zeigt, wie das Zusammenleben auf engstem Raum klappt: Von der Begegnung mit Zwei- und Vierbeinern über das Haltetraining am Bordstein bis hin zur korrekten Leinenführigkeit. Ein Buch für jeden, der sich einen stressfreien Stadtspaziergang mit seinem Hund wünscht. „Sicher in der Stadt“ hält sowohl für den Anfänger als auch für den erfahrenen Hundehalter interessante und hilfreiche Übungen bereit. Mit äußerst praxisbezogenen Erklärungen wird die Sicht des Hundes verdeutlicht. Beschrieben werden Situationen, die alle Hundehalter kennen – hierzu gibt es passende und plausible Übungsvorschläge.

Blick-Punkt: Vorsätze fürs neue Jahr

Das Jahr 2014 hat begonnen. Und ob Sie es glauben oder nicht: Ich habe auch einige Vorsätze fürs neue Jahr! Nein, nein, es geht nicht um mein Gewicht. Mit meinen 5 Kilogramm bin ich ganz zufrieden. Es sind die alltäglichen Kleinigkeiten, die ich für verbesserungswürdig halte. Zum Beispiel möchte ich im Jahr 2014 mehr auf der Couch liegen. Ich glaube nämlich, dass ich in diesem Haushalt ein enormes Schlafdefizit habe. Ständig gibt es etwas Neues im Garten zu begutachten, ständig muss ich auf Frauchen aufpassen, die meint, immer in Bewegung sein zu müssen, und ständig öffnet Herrchen zu unterschiedlichen Zeiten den Kühlschrank. Ich muss ruhiger und gelassener werden – das ist es! Und dazu habe ich ein geniales Rezept: Die Gentleman-Zeiten sind jetzt vorbei. Da meine tierische Mitbewohnerin Charlotte oft von meinem Futter nascht, klaue ich jetzt regelmäßig ihre Katzenminze. In meinem berauschten Zustand merke ich dann auch nicht mehr, wenn Herrchen ständig den Kühlschrank öffnet …

Euer Kater Elvis

Ausgabe als PDF speichern