Tierpunkt Juli 2013

Calciumarme Kost für Meerschweinchen

Meerschweinchen Paul läuft nicht so unbeschwert durchs Gehege wie seine Artgenossen. Als die Tierhalterin bemerkt, dass Paul blutigen Urin absetzt, geht es sofort in die Tierarztpraxis. Eine gute Entscheidung, denn bei einer Harnröhrenverstopfung und Rückstau von Urin kann das Meerschweinchen rasch an Nierenversagen sterben. „Blasenstein“ lautet die Diagnose. Blasensteine sind hauptsächlich – wie zahlreiche Erkrankungen der Meeries – auf falsche Fütterung zurückzuführen.

Da die putzigen Tiere ursprünglich aus einer kargen Gegend stammen (Südamerika), ist ihr Körper auf eine calciumarme Kost eingestellt. Zu viel Calcium und weitere Mineralstoffe und zu wenig Flüssigkeit sind einige der Faktoren, die Blasensteine verantworten. Aus diesem Grund haben auch Salzund Minerallecksteine im Meerschweinchengehege nichts zu suchen. Grünrollis, Kohlrabiblätter, Kräuter, Brokkoli sollten nur in geringen Mengen, bei Meeries mit Blasensteinen gar nicht verfüttert werden. Futter mit viel Flüssigkeit, z.B. Möhre, Gurke, Tomate ist zu empfehlen. Und: Dass immer frisches Trinkwasser zur Verfügung steht, sollte selbstverständlich sein. Hat Ihr Meerschweinchen erst einmal Blasensteine, bleibt nur noch der operative Eingriff. Das Tier wird dann in Narkose versetzt, Bauchhöhle und Blase werden geöffnet.

Grillzeit: Knochenreste sollten tabu sein

Sommerzeit ist Grillzeit: Wenn es herrlich brutzelt und alle bester Stimmung sind, soll auch der Hund nicht zu kurz kommen. Ein abgeknabberter Knochen vom Kotelett oder Reste vom Hähnchen – manche Tierhalter glauben, ihrem Hund etwas Gutes zu tun, wenn sie dem Vierbeiner einen Knochen geben. Doch Vorsicht! Die Verfütterung von Knochen kann lebensgefährlich sein. Grundsätzlich besteht bei allen geschmorten und gekochten Knochen extreme Splittergefahr! Jeder Tierarzt kennt die Notfälle: Knochensplitter durchbohren die Darmwände, Futterpartikel gelangen so in die Bauchhöhle und verursachen Entzündungen. Es kann aber auch zu heftigen Verstopfungen kommen. Der Hund kann keinen Kot mehr absetzen. Nicht selten muss dann der Darminhalt unter Narkose entfernt werden.

Wenn der Vierbeiner heimlich Knochenmengen vom Tisch geklaut hat, was dann? Bevor es zu schwierigen Darmproblemen und eventuell zur Not-OP kommt, sollte der Tierhalter möglichst unmittelbar nach dem Vorfall in die Tierarztpraxis gehen. Der Mediziner entscheidet dann, ob er z.B. Knochen endoskopisch entfernt oder ein Präparat verabreicht. Bei der Verfütterung roher Knochen muss der Tierhalter aufpassen. Bei Röhrenknochen besteht Verletzungs- und Verstopfungsgefahr. In Mark- oder Sandknochen kann der Hund mit Zunge und Unterkiefer stecken bleiben.

FORL: unentdeckt äußerst schmerzhaft

Katzenhalter sollten dringend auf den Zustand der Zähne und des Zahnfleisches ihrer Tiere achten und tierärztliche Kontrollen einplanen. Denn Studien haben ergeben: 50 Prozent der Katzen über fünf Jahre leiden an massiven Zahnfleisch- und Zahnproblemen. Das große Problem: Oft bemerken Tierhalter die Erkrankung nicht. Die Entzündungen stehen wahrscheinlich im Zusammenhang mit chronischen Virusinfektionen und deuten auf eine Überlastung des Immunsystems hin. Es kommt außer Plaque und Zahnstein zur Ausprägung so genannter „feline osteoclastic resorptive lesions“ ( F.O.R.L.).

Was ist F.O.R.L.? Diese Defekte sind karies-ähnliche Zerstörungen der Zahnhartsubstanzen, deren eigentliche Ursache noch ungeklärt ist. Sie beginnen oft am Übergang von der Zahnkrone zum Zahnfleisch (am sog. Zahnhals) und zerstören innerhalb weniger Monate durch Auflösungsprozesse den Zahnschmelz und das Dentin (Zahnbein), was letztendlich zum Verlust des Zahnes führt. Bereits nach kurzer Zeit wird der Zahnnerv erreicht, was die Erkrankung besonders schmerzhaft macht. Die Katzen verweigern dann oft wegen der starken Schmerzen die Nahrung, besonders Hartfutter, magern ab und werden manchmal richtiggehend kopfscheu. Doch dann ist die Erkrankung bereits fortgeschritten. Weiterhin unbehandelt kommt es zur völligen Zerstörung des Zahnes, und das oft an mehreren Stellen im Gebiss. Die befallenen Zähne brechen ab, und eiternde Wurzelreste führen zu äußerst schmerzhaften Zahnfachentzündungen – ein Leidensweg für das Tier. F.O.R.L. können auch im Untergrund des Kieferknochens an den Zahnwurzeln entstehen, die man nur durch Dentalröntgen feststellen kann.

Wenn Katzen Zahnschmerzen zeigen (evtl. Verhaltensänderungen), was oftmals schwer für den Tierbesitzer festzustellen ist, dann sollte das ganze Gebiss geröngt werden. Häufig ist das Entfernen aller befallenen Zähne die einzig sinnvolle Behandlung. Dies ist im Sinne des Tieres: Es wird sofort schmerzfrei und gewöhnt sich schnell an den Zahnverlust. Wie Tierhalter vorbeugen können Die einzig mögliche Vorbeugung sind eine sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige Zahnkontrollen. Das Kauen von Trockenfutter und spezielles Zahnreinigungsfutter halten die Zähne sauber. Zahnbeläge (Plaque) und Zahnstein müssen mit Ultraschall unter kurzer Allgemeinnarkose entfernt werden, die Zahnhälse sorgfältig kontrolliert und poliert werden. Verdächtige Zähne sollten durch eine Röntgenaufnahme weiter untersucht werden. Nicht immer sind die Veränderungen äußerlich sichtbar. Der Einsatz eines speziellen Antibiotikums kann den Erfolg der Behandlung wesentlich verbessern.

Buchtipp: Fit für die Prüfung

Alles zum Thema Hundehaltung: Basiswissen für Hundehalter, Trainingsvorschläge für die wichtigsten Grunderziehungsübungen, Schritt-für-SchrittÜbungspläne sowie ein umfangreicher Fragenkatalog, der den Tierfreund fit für die Prüfung macht. Das Buch bietet daher eine optimale Vorbereitung auf Hundeführerschein-Kurse und -Prüfungen. Doch nicht nur das: Das alltagstaugliche Wissen und die vielen Praxistipps machen es interessant für jeden Hundehalter. In Niedersachsen ist seit 2011 ein neues Hundegesetz in Kraft, das ab diesem Juli einen Sachkundenachweis für unerfahrene Hundehalter vorschreibt. Für alle, die den Nachweis brauchen oder einfach in puncto Hundewissen und Erziehungspraxis auf dem neuesten Stand sein möchten, ist das Buch die richtige Lektüre. Zusätzlich zum Buch bekommt der Leser die Möglichkeit, sich seinen individuellen Trainingsplan aus dem Internet herunterzuladen.

Blick-Punkt: Ein Wigwam für die Katze

Ich glaube, dass ich ein nahezu perfekter Kater bin. Ja, ja, jetzt denken Sie: „Puh, ist der eingebildet!“ Aber wir Katzen brauchen doch dringend Selbstbewusstsein, da wir sonst unsere Menschen gar nicht vernünftig erziehen könnten! Obwohl ich eigentlich ganz zufrieden mit mir bin, gibt es einige Dinge, die ich nicht an mir mag. Mir fehlt es manchmal an schneller Auffassungsgabe. Ein Beispiel? Gerne. Gut gelaunt läuft meine Mitbewohnerin Charlotte durchs Haus. Sie ist immer so schrecklich gut drauf – wenn sie keine Katze wäre, würde sie den ganzen Tag fröhlich vor sich hin pfeifen. Eines Tages bringt Frauchen so ein oranges Etwas ins Haus: ein Zelt für Katzen. Ich hatte so etwas noch nie gesehen. Bevor ich die Funktion und den Sinn dieses Objekts begreifen konnte, hatte es sich Charlotte bereits fröhlich schnurrend im Wigwam gemütlich gemacht. Na, toll! Hat sie etwa ein besonderes Gen, das ich nicht habe? Vielleicht ein Pfiffigkeitsgen? Ich sage nur: Frauen! Der Platz war besetzt. Da half auch kein Pfotenhieb oder das entschlossene Anstarren. – Manchmal ist es für mich so schwer einzugestehen, dass andere besser sind…

Euer Kater Elvis

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