Tierpunkt Juli 2017

Heu: große Bedeutung für „kleine Schweine“

Meerschweinchenfreunde wissen, dass den Tieren immer frisches Heu zur Verfügung stehen sollte. Tierärzte sprechen sogar davon, dass die Tiergesundheit gefährdet ist, wenn kein Heu im Gehege zur Verfügung steht. Doch warum ist es eigentlich von solch großer Bedeutung, dass stets Heu vorhanden sein sollte?

Anatomische Besonderheit

Anders als beim Menschen verfügt der Darm der Meerschweinchen nicht über eine Darmperistaltik – eine Darmbewegung, die Nahrung transportiert. Die putzigen Tiere ha- ben nur eine geringe Darm-Muskulatur. Sie besitzen einen Stopfdarm. Das bedeutet, dass der Speisebrei nur durch nachrückende Nahrung transportiert wird. Im Stopfdarm liegt auch die Begründung, weshalb Meerschweinchen nicht ausgenüchtert werden dürfen, z.B. vor einer Operation. Das ständige Knabbern am Heu hat aber noch eine zweite Funktion hinsichtlich der Gesundheitserhaltung. Im Gegensatz zum menschlichen Gebiss wachsen die Zähne bei Meerschweinchen ständig. Deshalb ist ein kontinuierlicher Zahnabrieb wichtig. Nur Meerschweinchen mit guter Heuversorgung haben Chancen auf ein gutes Gebiss.

Heuraufen mal ganz anders

Ein Riesenspaß ist es für die drolligen Tiere, wenn frisches Heu sich mitten im Gehege türmt: Hier können sie sich verstecken, kuscheln und gleichzeitig an den frischen Hal- men knabbern. Doch wie wäre es mal mit einer anderen Variante zur Beschäftigung? Zum Beispiel mit einer ausrangierten Baumwollsocke: Aus einem oder zwei winzigen Löchern können die Tiere dann das Heu „fischen“. Auch ein unbehandeltes Holzbrett mit gebohrten Löchern und ungespritzten Obstbaum-Ästen oder Bambusstangen ist ideal. Trotz des besten Heus: Denken Sie daran, Ihre Meeries ausgewogen zu ernähren. Dazu gehören Gemüse, Obst sowie frische und getrocknete Kräuter. Gerne informiert Sie ihre Tierarztpraxis.

Das Scheren hilft den meisten Rassen nicht

Hundebesitzer tun ihrem Tier keinen Gefallen, wenn sie es scheren. Das gilt zumindest für die meisten Rassen – Ausnahmen sind Hunde mit gelocktem Fell wie Pudel, Schnauzer und rauhaarige Terrier. Andere Rassen wie Bobtail, Golden Retriever und Schäferhunde haben ein zweischichtiges Fell aus Deck- haar (Grannenhaar) und Unterwolle und sollten nicht geschoren werden. Nachweislich ist bei Hitze die Temperatur auf dem Hund höher, wenn er geschoren ist. Das Deckhaar schützt die Hunde vor Sonne, Nässe und Schmutz. Die Unterwolle sorgt für die Wärmeisolation – schützt also auch vor Kälte. Beim Scheren würde das Deckhaar entfernt werden – womit dem Hund eine wichtige Schutzschicht fehlt. So könnte er so- gar einen Sonnenbrand bekommen. Außerdem könnten Mücken den geschorenen Hund leichter stechen und Zecken sich besser einnisten.

Lieber bürsten statt scheren

Die Experten empfehlen, das Fell stattdessen regelmäßig zu bürsten. So lässt sich tote Wolle entfernen, und Luft gelangt an die Haut. Bei Pudeln, Schnauzern und Terriern hinge- gen fallen die Haare nicht von allein aus – Halter müssen diese Hunde regelmäßig scheren oder scheren lassen. Haben Sie Rückfragen? Fragen Sie in der Tierarztpraxis nach. Ihr Praxis-Team berät Sie gerne!

Knoten unter der Haut nicht unterschätzen

Frauchen spürt bei Retriever-Hündin Maggie einen kleinen Knoten am Hinterbein. Da früh- zeitiges Handeln eine eventuelle Tumorwucherung verhindern kann, stellt die Tierhalterin Maggie lieber in der Tierarztpraxis vor. Eine gute Maßnahme ist es, wenn der Hunde- und Katzenhalter über Hautveränderungen frühzeitig mit dem Tierarzt spricht. Es kann nur Fettgewebe sein, doch sollte es sich um einen Tumor handeln, kann die frühzeitige chirurgische Entfernung für das Tier lebensrettend sein. Bei Maggie handelt es sich um einen Mastzelltumor, der häufig bei Hunden vorkommt. Experten sprechen davon, dass 25 Prozent aller Hauttumore bei Hunden Mastzelltumore sind.

Was ist ein Mastzelltumor?

Mastzellen (Mastozyten) sind spezielle Zellen der körpereigenen Abwehr, die Botenstoffe wie beispielsweise Hystamin gespeichert haben, das Juckreiz bei einer allergischen Reaktion hervorruft. Diese Mastzellen, die für Abläufe des Immunsystems verantwortlich sind, entstammen dem Knochenmark. Sie können tumorös entarten. Meist sind ältere Hunde betroffen. Die Mastzellen-Tumore sind überwiegend an Gliedmaßen, an den Geschlechtsorganen, aber auch am Rumpf, Kopf und After zu finden. Selten treten sie in Mundhöhle, Bindehaut und Darmschleimhaut auf. Die Beschaffenheit ist recht unterschiedlich: zuweilen sind die Hautstellen entzündet, manchmal aber auch nicht. Ihr Wachstum kann langsam, aber auch rasend schnell vonstatten gehen. Da sich Metastasen, also weitere wachsende Geschwülste über die Lymphknoten im ganzen Körper ausbreiten können, sollten die Tumore möglichst schnell erkannt und entfernt werden. Je früher operiert wird, desto besser.

Diagnose der Mastzelltumore

Welches Diagnoseverfahren in der Praxis angewandt wird, entscheidet der Tierarzt individuell. Vielfach werden verdächtige Geschwülste aus Vorsicht direkt chirurgisch entfernt. Danach kann das Gewebe zur Ana- lyse eingeschickt werden. Über den genauen Ablauf bzw. Vorgehensweise informiert Sie Ihr Tierarzt.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Denken Sie daran: Selbst kleine Veränderungen an der Haut sollten in der Praxis lieber gecheckt werden. Sprechen Sie Ihren Tierarzt an und scheuen Sie sich nicht, Vorsicht walten zu lassen.

Spezielle Tipps für Senioren

Viele Menschen haben erst im Alter Zeit für einen Hund. Allen, die sich unsicher sind, ob sie einem Hund körperlich noch gewachsen sind, kann dieser Ratgeber helfen. Zunächst erörtert das Buch die Vorteile, einen Hund zu halten: Man hat einen geregelten Tagesablauf, muss mit dem Hund vor die Tür gehen und lernt dabei neue Menschen kennen. Einsamkeit und Langeweile sind mit einem Hund undenkbar. Weiterhin hilft der Ratgeber bei der Auswahl des richtigen Hundes und beschränkt sich dabei auf die kleineren Rassen. Denn so ist gewährleistet, dass man dem Tier auch helfen kann, wenn es selbst älter wird. Sonst wird ein Gang die Treppe hinauf schnell zu einem unüberwindbaren Hindernis. Im Buch gibt es Tipps, z. B. zur Vorbereitung für den Fall, dass für den Tierhalter ein Krankenhausaufenthalt nötig ist und der Hund versorgt werden muss. Lesenswert!

Machos und Prinzessinnen

Was Menschen nicht alles für Katzen tun! Sie kaufen Bücher, wie sie uns richtig ernähren, beschäftigen und Gesundheitsvorsorge betreiben. Da sind vernünftige Sachen dabei, so zum Beispiel Parasitenprophylaxe und Alterschecks beim Tierarzt oder auch selbst gebackene Katzensnacks. Okay, aber wir Katzen lieben die Selbstständigkeit, gell? Also gebt uns das Gefühl, dass wir unsere eigene Beute erjagen können. Ohne Menschen geht es für uns natürlich auch nicht. Sie sind ja auch so furchtbar angenehm: Öffnen Dosen und Türen, kraulen, wenn wir auf den Schoß springen oder um die Beine streichen und reagieren auf Pfiff, sprich auf Mauz. Herrlich! Katzen sind eben Machos und Pinzessinnen! Als ich in der Wohnsiedlung umherirrte und mein Zuhause nicht fand, gab es eine Dame, die sich sofort kümmerte. Selbstständigkeit und Freiheit lassen sich gut genießen, wenn man einen vollen Magen hat. Und schließlich tun wir Katzen den Menschen auch einen Gefallen: Sie dürfen uns streicheln, was nachweislich den Blutdruck senkt. Menschen sind durch uns wunder- bar beschäftigt und dafür brauchen wir Katzen kein einziges Buch …

… Euer Elvis

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