Tierpunkt Juli 2018

Unkastrierte Rüden: Entzündungen hemmen

Eine Vorhautentzündung tritt bei unkastrierten Rüden relativ häufi g auf – fast jeder Hund ist mindestens ein Mal in seinem Leben davon betroffen. Ein deutlicher Hinweis hierauf sind wässrige bis gelbliche Tropfen in der Umgebung des Hundes, vor allem an seinen Liegeplätzen. Oft ist auch der Penis stark gerötet. Häufi g kann der Tierhalter in solchen Fällen beobachten, wie die Hunde den Bereich um die Vorhaut intensiv belecken. Wie kommt es zu einer Entzündung der Vorhaut? Ab einem Alter von 6 bis 12 Monaten mit Einsetzen der Geschlechtsreife, stülpt sich infolge einer Erektion das freie Ende des Gliedes (Pars libra penis) aus: Man spricht von „ausschachten“. Hierbei gelangen Bakterien aus der Umgebung unter die Vorhaut und können dort eine Entzündung auslösen. Kastrierte Rüden schachten ihren Penis seltener aus, wodurch auch die Gefahr einer Infektion verringert wird. Bei manchen Rüden liegt die Ursache aber eher in einer zu weit geöffneten Vorhaut. Eine leichte Vorhautentzündung ist nichts Ernstes, jedoch äußerst unangenehm für den Hund und unhygienisch. Aus diesem Grund sollte auch eine leichte Entzündung behandelt werden. Hierfür bieten sich spezielle Vorhautreiniger an. In manchen Fällen müssen die Tiere allerdings auch medikamentös behandelt werden. Ihr Tierarzt berät Sie gern und fi ndet gemeinsam mit Ihnen die richtige Lösung für Ihren Hund.

Nicht ohne tierärztlichen Rat eine Diät starten!

Ein prüfender Blick auf die Hündin: Ist Bessy etwa zu dick oder trübt noch das Fell den Eindruck? Übergewicht bei Haustieren ist leider immer verbreiteter. Statistiken zeigen, dass etwa 40 bis 60 Prozent aller Haustiere zu dick sind. Also, was ist bei Bessy zu unternehmen, um sicher zu gehen, ob sie zu viel Gewicht mitbringt? Als Faustregel sowohl für die Katze als auch für den Hund gilt: Wenn sich die Rippen mit der fl achen Hand noch fühlen lassen, besteht keine Sorge. Sind sie nicht zu ertasten, kann man schon von Übergewicht sprechen. Ausnahmen gibt es natürlich, z.B. rassebedingte Unterschiede. Ohne tierärztliche Kontrolle sollte der Tierhalter seinen Vierbeiner nicht einfach auf Diät setzen. In der Tierarztpraxis werden Sie beraten, was zu tun ist. Beispielsweise gibt es spezielles Diätfutter für Ihr Tier. Generell sollte die Ernährung altersentsprechend und kontrolliert sein. Übrigens gehört von Anfang an eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigen Bestandteilen zur guten Gesundheitsvorsorge. Fragen Sie Ihren Tierarzt. Auch beim Tier kann es als Folge des Übergewichtes zum Beispiel zu Herz- und Gelenkproblemen, Leberverfettung oder Diabetes kommen. Meist haben übergewichtige Tiere eine geringere Lebenserwartung als ihre schlanken Artgenossen. Bewegung lässt bekanntlich die Pfunde purzeln und sorgt zusätzlich für Ausgeglichenheit. Fordern Sie Ihre Katze zum Spielen heraus. Animieren Sie Ihren Hund an der frischen Luft zu Apportierspielen oder zum Laufen. Das reguläre Futter kann ins Spiel integriert werden. Allerdings sollten Sie die Portion auf die Futterration anrechnen.

Nur das Alter oder eine kranke Schilddrüse?

Die Schilddrüsenüberfunktion (feline Hyperthyreose) gilt als häufi gste hormonelle Störung (Endokrinopathie) bei der älteren Katze. Ursächlich sind in den meisten Fällen gutartige Knoten bzw. tumoröse Veränderungen, die in den Schilddrüsenlappen zu fi nden sind. Durch die drüsentumoröse Zellveränderung (adenomatöse Hyperplasien) kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung der Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), die den Organismus stark belasten. Meist wertet der Tierhalter die langsame Veränderung am Tier eher als harmlose Alterserscheinung, weshalb die Erkrankung gefährlich lange unentdeckt bleibt. Beispielsweise kann es zu struppigem, glanzlosen Fell kommen. Auffällig ist für Tierhalter meist eine erhöhte Nahrungsaufnahme des Tieres (Polyphagie) bei gleichzeitigem Gewichtsverlust. Die Katze zeigt sich aktiv, eher ruhelos und es kann zu einem auffälligem Trinkbedarf und gesteigertem Urinieren kommen. Die anfänglich scheinbar harmlosen Auswirkungen einer Hyperthyreose täuschen. Wird eine Schilddrüsenüberfunktion nicht behandelt, schadet sie dauerhaft dem Tier und endet aufgrund der Folgeerkrankungen tödlich. Zu den möglichen Folgen gehören z.B. die Vergrößerung des Herzmuskels und Nierenschäden. Da das klinische Bild der felinen Hyperthyreose vielseitig sein kann, ist eine gründliche Diagnostik vonnöten. Andere Erkrankungen müssen ausgeschlossen oder Folgeerkrankungen als solche identifi ziert werden. Bei einer Hyperthyreose ist die Vergrößerung der Schilddrüse zwischen Kehlkopf und Brusteingang von einem Tierarzt in der Regel tastbar. In einer Ultraschalluntersuchung kann die Verdickung der Schilddrüse ausgemessen werden. Zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose gehört unbedingt ein großes Blutprofi l: Hier wird der Spiegel des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) im Blut bestimmt. Da die Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze ursächlich ist für eine Reihe von Folgeerkrankungen, wird (z.B. mittels Ultraschall) die Herzfunktion und anhand des großen Blutprofi ls u.a. auch die Leber- und Nierenfunktion überprüft. Eine OP kann in bestimmten Fällen eine Option sein, in seltenen Fällen kann auch eine Radiojodtherapie in der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführt werden. Im Regelfall kann das Tier medikamentös äußerst gut eingestellt werden, so dass es ein normales Leben führen kann.

Rechtshilfe für Hundehalter

Was passiert bei der Scheidung mit Frodo, muss Herr Maier Unterhalt für Luna zahlen und hat Frau Zist Besuchsrecht bei Dackel Biene? Allein beim Thema „Trennung“ stehen Hundehalter vor vielen rechtlichen Fragen. Doch auch bei Kaufverträgen, behördlichen Anordnungen, Erb- und Mietrecht, Sachbeschädigung oder Unfällen sind sie mit der Gesetzeslage konfrontiert. Im Kosmos-Rechtsratgeber „Das können wir doch klären“ bieten ein auf Tierrecht spezialisierter Anwalt und eine erfahrene Mediatorin Orientierung und Hilfe in kniffl igen Situationen. Anhand verschiedener Fallbeispiele aus der Praxis erläutern sie die entsprechenden Paragraphen und zeigen sowohl Schlichtungs- als auch rechtliche Lösungsmöglichkeiten auf.

Frauen, die ich nicht verstehe

Eigentlich habe ich nichts gegen meine Tierärztin. Ich muss sogar sagen, dass ich sie persönlich ganz sympathisch fi nde. Ja, ehrlich! Ich mag ihre Art, wie sie mir das äußerst schmackhafte Trockenfutter vor die Nase hält, um mich aus der Transportbox zu locken. Wenn die Umgebung der Praxis mir nicht immer so fremd vorkommen würde, könnte ich mir glatt vorstellen, mal mit der Dame eine Schmusestunde einzulegen. Aber ich glaube, wir kommen nicht zusammen. Schließlich hat sie immer so einen komischen Drang, mich fachmännisch abzutasten. Ich weiß auch nicht so recht, was sie davon hat, mir in Mund und Ohren zu schauen! Naja, Frauen eben! Nicht zu vergessen, mit welcher Schnelligkeit und Präzision sie mir plötzlich eine Nadel in die Haut piekst. Aber dann gibt‘s wieder Trockenfutter und aufmunternde Worte. Höchst eigenartig. Eigenartig fi nde ich es auch, dass mein Frauchen es immer wieder schafft, mich zur Tierärztin zu schleppen, wenn ich mich gerade für mein Mittagsschläfchen gebettet habe. Tja, als Mann habe ich es eben nicht einfach mit den Frauen

… Euer Elvis

Ausgabe als PDF speichern