Tierpunkt Juni 2013

Vor dem Urlaub: Ab in die Tierarztpraxis

Wer mit Hund verreist, kann diesen nicht einfach am Tag der Abreise ins Auto setzen. Es muss einiges geplant werden. Hat er schon einen Chip? Eine EU-Verordnung verbietet ungechippten Hunden den Grenzübertritt. Besteht eine gültige Tollwutimpfung? Liegt ein EU Heimtierausweis vor? Wenn nicht, kann die Reise schon an der Grenze vorbei sein.

Wer bisher zögerte, seinem Tier einen Chip einsetzen zu lassen, kann nun nach einem neuen, kleineren Chip fragen. Dieser ist aus Kunststoff und besonders gewebefreundlich. Der Chip ist aber nicht nur eine lästige Pflicht! Er kann im Fall der Fälle auch eine große Hilfe sein. Wer ist schon in der Lage, auf Griechisch oder Italienisch zu erklären, dass der Hund weggelaufen ist und man gerade das nächstgelegene Tierheim sucht? Wird der Hund gefunden – egal wo auf der Welt –, wird der Chip im Tierheim oder beim Tierarzt ausgelesen und das zuständige Haustierregister kontaktiert. Dieses wiederum kann sofort den Tierhalter anrufen und Hund und Herrchen wieder zusammenführen.

Wer einen Urlaub im Süden plant, sollte zehn Wochen vor Reisebeginn mit seinem Tierarzt über notwendige Reiseimpfungen sprechen. In Südeuropa droht die Gefahr der Leishmaniose. Nach Schätzungen sind schon 2,5 Millionen Hunde in Südeuropa infiziert. Bricht die Krankheit aus, gibt es keine Heilungschancen mehr, die Krankheit endet häufig tödlich. Meist erhält das Tier in Ihrer Praxis die nötigen Spot-ons zur Parasiten-Prophylaxe. Seit einiger Zeit ist auch eine Impfung gegen Leishmaniose möglich. Lassen Sie sich in Ihrer Tierarztpraxis beraten, auch zu Einreisebestimmungen und Zeckenschutz.

Schwangerschaft und Katzenliebe

Katzen und Schwangerschaft – geht das gut? Eine Frage, die sich viele Frauen stellen, und nicht selten muss die geliebte Mieze ausziehen, wenn sich ein Baby ankündigt. Grund dafür ist die Angst vor der Krankheit Toxoplasmose, denn bei einer Infektion während der Schwangerschaft kann es zu schweren Schädigungen des Fötus kommen. Die Sorge ist aber in der Regel unnötig, denn Katzen spielen bei der Übertragung der Toxoplasmose nicht die wichtigste Rolle. Viel gefährlicher ist der Verzehr von rohem oder nicht durchgebratenem Fleisch wie Tatar oder „englischem“ Steak sowie Rohwurst (z.B. Salami) vom Schwein, vom Schaf und von der Ziege. Die Mehrheit der Deutschen hat schon einmal eine Infektion mit Toxoplasmen durchgemacht, in den meisten Fällen verläuft die Krankheit völlig unbemerkt mit grippeähnlichen Symptomen. In Folge einer solchen Infektion bildet der Körper Antikörper, die ihn und bei einer Schwangeren auch den Fötus vor dem Erreger schützen.

Eine Infektion des Menschen erfolgt aber nicht durch den Einzeller direkt, sondern durch dessen Fortpflanzungsstadien, die sogenannten Oozysten, die mit dem Kot der Katze ausgeschieden werden. Darum ist nicht der Umgang mit der Katze für schwangere Frauen problematisch, sondern der Kontakt mit ihrem Kot. Prof. Dr. Mantel, Vorsitzender der Bundestierärztekammer: „Von Katzen, die ausschließlich in Wohnungen leben und mit Fertigfutter und nicht mit rohem Fleisch ernährt werden, kann also keine Gefahr ausgehen.“ Frauen mit Kinderwunsch sollten sich bereits vor einer Schwangerschaft auf Toxoplasma-Antikörper untersuchen lassen! Hat eine Frau schon eine Infektion durchgemacht, ist sie geschützt und kann sich nicht mehr anstecken. Schwangere, bei denen vor der Schwangerschaft keine Infektion mit Toxoplasmen erfolgt ist, sollten folgende Hygieneregeln beachten:

• Die mit dem Katzenkot ausgeschiedenen Oozysten sind oft länger als ein Jahr infektiös. Da Katzen ihren Kot im Sand oder lockerer Erde vergraben, kann es besonders bei Gartenarbeiten zu einer Schmierinfektion kommen. Darum bei der Gartenarbeit stets Handschuhe tragen; rohes Obst und Gemüse gründlich waschen!

• Den frischen Kot aus der Katzentoilette umgehend entfernen und dabei immer Handschuhe tragen; der Kot sollte in einem verschlossenen Müllbeutel über den Hausmüll entsorgt werden.

• Das Entfernen des Kots und das Reinigen der Katzentoilette (mit heißem Wasser) besser durch andere Personen vornehmen lassen!

• Nach dem Kontakt mit der Katze immer gründlich die Hände waschen!

• Niemals rohes oder halbgares Fleisch oder Rohwurst wie Salami, besonders vom Schwein, Schaf oder von der Ziege essen!

• Fleisch immer ausreichend erhitzen (70°C Kerntemperatur über 5 bis 10 Minuten) oder bei minus 20°C für mindestens zwei Tage einfrieren.

Buchtipp: Tipps gegen Langeweile

Langeweile im Katzenhaushalt? Hier kann ein Buch Abhilfe schaffen. Gabi Federer, die seit vielen Jahren mit Katzen zusammenlebt und mit ihnen sogar im Zirkus auftritt, zeigt in ihrem Buch, was in unseren Haustigern steckt. Und dabei geht es gar nicht darum, die perfekten Zirkusnummern von Federer nachzuahmen, sondern einige einfache Tricks mit dem eigenen Haustiger auszuprobieren. Das Buch zeigt, dass es Samtpfoten gibt, die durchaus mit Spaß Kunststücke lernen: Sitz, Pfote geben oder von Stuhl zu Stuhl springen. Das gemeinsame Training soll spielerisch sein, beiden Seiten viel Spaß machen und mit viel Geduld und Zeit erfolgen. Durch diese Beschäftigung gewinnen Tier und Mensch: Das schweißt zusammen, verbessert die Verständigung, und die Katze wird mit „Köpfchen“ gefordert. Dabei liest sich das Buch wie ein Erfahrungsbericht über die Arbeit von Gabi Federer. Daraus kann der Katzenfreund zahlreiche Tipps für den Alltag ableiten.

Blick-Punkt: Kater testet Frauchen

Wir Katzen sind ja hochentwickelte Lebewesen. Bei den Menschen bin ich mir da manchmal nicht so sicher. Das erlebe ich im Alltag immer wieder. Neulich hatte ich ein bisschen Zeit, einige Tests mit Frauchen durchzuführen. Ich folgte ihr ins Bad, sprang auf den Badewannenrand und schaute sie erwartungsvoll an. „Was möchtest du, Elvis?“, hat sie nur gefragt und wandte sich anderen Dingen zu. Na toll! Offensichtlich möchte die Dame nicht kombinieren und herausfinden, was ihr Katerchen will. Ich zog andere Saiten auf. Miauend stubste ich an den Wasserhahn. Mit großen Augen schaute sie mich an. Jetzt hat sie‘s: Wasser marsch, und ich kann trinken. Müssen wir Katzen immer gleich so eindeutig werden und mit unseren Menschen schimpfen? Am anderen Morgen positionierte ich mich wieder dezent am Wasserhahn. Mein Frauchen reagierte nicht. Als ich leise miaute, passierte…nichts. Welchen Teil von „Miau“ hat sie denn jetzt wieder nicht verstanden? Frauen!

Euer Elvis

Vorsorge: Kot generell entsorgen

Aktuelle wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass sich Hunde und Katzen nicht vorrangig im Kontakt mit ihren Artgenossen mit Spulwürmern anstecken, sondern vielmehr über Spulwurmeier, die sich in der Umwelt befinden. Und auch für den Menschen sind diese Eier infektiös. Umso wichtiger ist es, dass Hunde- und Katzenhalter gegen die Kontamination der Umwelt vorgehen. Wichtig ist dafür zu wissen, dass Spulwurmeier, die Hunde und Katzen mit dem Kot ausscheiden, noch nicht direkt ansteckend sind. Sie „reifen“ erst innerhalb einiger Tage zu infektiösen Stadien heran. Danach sind diese Eier dann aber sehr widerstandsfähig und können über Monate, teils Jahre ansteckend sein und durch Tiere, Menschen, Erde und Wasser – unabhängig von sichtbaren Kotspuren – nahezu überall hin weiter getragen werden. Tierhalter sollten den Kot ihres Vierbeiners daher stets und möglichst umgehend aufsammeln. Noch bevor im Kot enthaltene Wurmeier „reifen“ und ansteckend werden können.

Der Kot sollte anschließend in einem verschlossenen Plastikbeutel in den Müll geworfen werden. Eine Entsorgung über Komposthaufen oder die Toilette ist dagegen nicht geeignet, der Verunreinigung von Erde und Wasser mit Spulwurmeiern vorzubeugen. Ebenso wichtig ist es, die Anzahl an Wurmeiern, die vom Tier ausgeschieden wird, möglichst gering zu halten. Entscheidend hierfür sind regelmäßige Kotuntersuchungen und/oder Entwurmungen. Wie oft diese stattfinden sollten, ist von den jeweiligen Voraussetzungen des Tieres abhängig, z.B. der Form seines Auslaufes, dem Kontakt zu Artgenossen und der Ernährung. Fragen Sie Ihren Tierarzt.

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