Tierpunkt Juni 2014

Zeckenschutz nicht vernachlässigen

Weil beim Blutsaugen Speichel der Zecke in die Wunde gelangt, können auch gefährliche Krankheitserreger übertragen werden. So überträgt zum Beispiel der Holzbock, die bei uns häufigste Zeckenart, unter anderem die Borreliose und die – für Tiere weniger bedeutsame – Gehirnhautentzündung FSME. Daneben macht Tierärzten – so informiert aktuell die Bundestierärztekammer – die aus dem Mittelmeergebiet eingewanderte Auwaldzecke Sorgen, denn sie breitet sich in Deutschland immer weiter aus und kann neben der Borreliose unter anderem auch die Babesiose übertragen. Die einzelligen Erreger wie Borrelien oder Babesien gelangen nach zwölf bis 24 Stunden durch den Speichel der Zecke ins Blut. Wichtigste Schutzmaßnahme ist es, den Hund nach einem Spaziergang im Grünen gründlich abzusuchen und die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen!

Die größere und durch ihr geflecktes Rückenschild (darum auch „Buntzecke“) vom Holzbock zu unterscheidende Auwaldzecke bevorzugt lichte Wald- und feuchte Wiesenflächen. Weil die Gefahr einer Infektion infolge eines Zeckenbisses regional sehr unterschiedlich ist, sollte der Tierbesitzer sich vor einer Reise vom Tierarzt beraten lassen – er weiß auch, welche Abwehrmittel besonders sinnvoll sind.

Zur Vorbeugung ist es ratsam, Hund oder Katze bis zum Ende der Zeckensaison regelmäßig mit einem Spot-on-Präparat oder Wirkstoffhalsband zu behandeln. Aber Achtung: Mittel, die Zecken abhalten oder sogar töten, können bei unsachgemäßer Anwendung für Katzen gefährlich sein! Darum die Präparate nur nach Beratung beim Tierarzt erwerben! So wird die Zecke richtig entfernt: Die Zecke mit einer Zeckenzange so dicht an der Einstichstelle wie möglich fest fassen ohne sie zu quetschen. Dann vorsichtig herausziehen. Nagellack, Öl oder Ähnliches niemals auf die Einstichstelle und die Zecke träufeln! Das wurde früher geraten, begünstigt aber die Übertragung von Krankheitserregern, weil die Zecke durch den „Stress“ ihren mit Erregern „verseuchten“ Mageninhalt in die Wunde entleert. Achtung: Wenn ein Teil der Zecke in der Haut steckenbleibt, kann sich diese Stelle entzünden. In diesem Falle unbedingt den Tierarzt aufsuchen!

Sommer und Sonne: Was zu beachten ist

Nicht nur wir Menschen, sondern auch Tiere leiden unter hohen Temperaturen. Besonders ältere Tiere oder Tiere mit Herz- und Kreislaufbeschwerden sollten besonders geschont werden. Bei Vögeln und kleinen Heimtieren besteht speziell Gefahr, da oftmals nicht bedacht wird, dass die Sonne wandert und der Standort des Geheges bzw. Käfigs dann zur Todesfalle wird. Hundehalter sollten an heißen Tagen generell Aktivitäten in die frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden legen. Schließlich ist der Hund nur durch Hecheln in der Lage, seine Körpertemperatur zu senken. Hunde legen sich gerne auf kühle Fliesen, um überschüssige Wärme abzuführen. Auch der Tierhalter kann etwas tun: Wer einen Garten hat, kann ein Kinderbecken mit flachem Wasser anbieten, in dem der Hund stehen kann und auch keine anderen Haustiere ertrinken können. Als Alternative kann man in der Wohnung dem Hund mit der Sprühflasche Abkühlung verschaffen. Auch ein feuchtes Handtuch um Hals und Nacken bringt Erleichterung. Absolut zu vermeiden ist an heißen Tagen der Verbleib des Tieres im Auto. Minutenschnell kann sich das Wageninnere auf 40-50 Grad Celsius aufheizen. Das Tier erleidet einen Hitzekollaps, der tödlich sein kann. Auch auf Urlaubsreisen sollten Sie Staus vermeiden, umfahren oder zusätzliche Pausen einlegen. Generell ist der Stopp an der Raststätte vonnöten, je nach Konstitution des Hundes alle ein bis zwei Stunden. Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob Ihr Tier evtl. ein Mittel gegen Reisekrankheit oder Nervosität benötigt. Noch ein Hinweis für Katzenhalter: An heißen Tagen verdirbt das Nassfutter sehr schnell. Bieten Sie lieber mehrmals kleine Portionen an.

Kaninchen: Abszessen am Kiefer vorbeugen

Klar, Kraftfutter schmeckt gut und Moritz liebt es, doch Kaninchen sollten sich lieber an Heu satt fressen. Nur so können ihre Zähne ausreichend abgenutzt werden. Geschieht dies nicht, kaut das Tier regelrecht falsch. Es entstehen Zahnfehlstellungen, scharfe Kanten, die das Backenfleisch aufschneiden. Schmerzhafte Entzündungen und schlimme Kieferabszesse können die Folge sein. Kieferabszesse sind eine Komplikation bei Kleinnagern, die häufig auftritt. Natürlich können sie aufgrund von genetisch bedingten Zahnfehlstellungen entstehen, dennoch liegt es oft an der falschen Ernährung der Tiere.

Richtiger Zahnabrieb ist für Kaninchen lebenswichtig

Da die Zähne ständig und durchgehend wachsen, ist der regelmäßige Zahnabrieb das A und O für die Tiere. Was alles passieren kann, wenn Kleinnager zu wenig kauen, ist vielfältig und sogar lebensbedrohend. Ganze Zähne können abkippen und in den Kiefer wachsen. Häufig bei Meerschweinchen: Die Backenzähne können oberhalb der Zunge zusammen wachsen, man spricht von so genannter Brückenbildung. Für das Tier ein gefährlicher Zustand. Deshalb sollten Heimtierfreunde immer darauf achten, ob ihre Lieblinge wie gewohnt Futter aufnehmen. Fressen die Tiere nicht oder nur zögerlich, sollte dringend die Tierarztpraxis aufgesucht werden.

Entzündungen müssen schnell behandelt werden

Entzündungen und Kieferabszesse sind langwierig zu behandeln. Um z.B. eine Abszesskapsel auszuschälen, muss das Tier in Narkose gelegt werden. Wundhöhlen müssen mehrfach ausgespült und weiteres Sekret entfernt werden.

Heufütterung gehört zur guten Gesundheitsvorsorge

Durch eine regelmäßige Heufütterung wird Kieferabszessen und Entzündungen im Mundraum vorgebeugt, da der Zahnabrieb gewährleistet ist. Achten Sie darauf, dass immer frisches Heu zur Verfügung steht. Natürlich gehören frisches Obst und Gemüse zu einer guten Ernährung des Kaninchens. Tiere, die eine solche Ernährung noch nicht gewohnt sind, müssen Tierhalter vorsichtig umstellen. Bei richtiger und ausgewogener Ernährung mit Wasser, gutem Heu sowie Obst und Gemüse ist gar kein Kraftfutter nötig. Wenn das Tier im speziellen Fall zu Kräften kommen soll, kommt nur Kraftfutter als pelletiertes Alleinfuttermittel in Frage, das dann streng reglementiert gefüttern werden sollte. Auf das Verfüttern von „bunten Mischungen“ sollte der Tierhalter am besten ganz verzichten.

Buchtipp: Ziervögel richtig halten

Wie gewöhnt man Kanarienvögel in das neue Heim ein? Welches Futter enthält die nötigen Vitamine und Nährstoffe? Wohin gibt man die Vögel, wenn man in den Urlaub fährt? Wer zum ersten Mal Kanarienvögel oder Wellensittiche anschaffen möchte, hat viele Fragen zur Auswahl der richtigen Tiere, zum Umgang mit ihnen und ihrer artgerechten Haltung. „Mein Kanarienvogel zu Hause“ aus der Ratgeber-Reihe „Mein Heimtier zu Hause“ bietet einen informativen Überblick für Tierfreunde, die Kanarienvögel halten möchten. Der Leser erfährt, was beim Kauf und in der Eingewöhnungsphase zu beachten ist, wie man die kleinen Stubengenossen ernähren und pflegen muss, damit sie sich wohlfühlen und gesund bleiben. Dazu gehören auch Hinweise, wie man Freiflüge möglichst sicher für die Vögel gestaltet. Umfassende Informationen zu Herkunft, Anatomie und Zucht der Vögel runden den Ratgeber ab. Das Buch ist ein idealer Einstieg in das Thema und empfehlenswert für alle, die sich Vögel anschaffen möchten.

Blick-Punkt: Schreck am Morgen

Ich liebe mein Frauchen. Schließlich landet leckeres Futter im Napf. Spielund Schmusestunden sind einfach genial. Recht hübsch ist sie übrigens auch. Allzu gerne beobachte ich sie, wie sie am Spiegel steht, ihre Haare kämmt, sich schminkt. Ein schönes Ritual ist es, morgens auf den Toilettendeckel zu springen, meiner Dame zuzuschauen und die Ruhe zu genießen. Doch diese Ruhe wurde vor kurzem jäh gestört: Mein Versuch, zwar noch etwas verschlafen, aber mit Schwung auf den Toilettendeckel zu springen, scheiterte fatal. Der Toilettendeckel war nicht mehr da – einfach hochgeklappt. Platsch! Und ich war in den Untiefen der Toilette verschwunden. Frauchen ließ vor Schreck sämtliche Schminkutensilien ins Becken fallen und rettete mich aus den Fluten. Sie zog mich aus dem Lokus heraus. Ich war klatschnass, meine Mimik: ein Mix aus verschiedenen Emotionen. Ich war erschrocken, beleidigt und sauer. Das morgendliche Rendezvous mit dem Toilettendeckel ist Vergangenheit. Frauchen beobachte ich natürlich immer noch. Aber ich habe keine Lust, den Freischwimmer zu machen …

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