Tierpunkt Mai 2013

Schon das Fell mit dem Flohkamm „gecheckt“?

Fast jeder Hund und jede Katze hat hin und wieder Flöhe. Denn: Immer noch ist jedes fünfte Tier regelmäßig betroffen (Quelle: www.bayervital.de). Da Flöhe bestimmte Körperregionen von Hunden und Katzen bevorzugen, ist es sinnvoll, diese regelmäßig auf einen Flohbefall zu überprüfen. Bei Katzen siedelt sich rund die Hälfte der Flöhe an Kopf und Nacken an, ein Viertel im vorderen und ein Fünftel im hinteren Rückenbereich. Beim Hund finden sich etwa zwei Drittel auf dem Rücken und etwa ein Drittel an der Schwanzwurzel. Auch andere Körperregionen können betroffen sein, dies ist aber meist erst bei einem starken Flohproblem der Fall. Um einen Flohbefall frühzeitig zu erkennen, sollten die häufig befallenen Körperstellen des Tieres regelmäßig mit einem engzackigen Flohkamm ausgekämmt werden. Bleiben braune Krümel in dem Kamm hängen, handelt es sich vermutlich um Flohkot. Zur Überprüfung verreibt man das ausgekämmte Material im feuchten Tuch. Handelt es sich um Flohkot, verfärbt es sich aufgrund des unverdauten Blutes, das sich darin befindet, rötlich-braun. Das Tier und seine Umgebung sollten dann umgehend behandelt werden. Zur Sofortbekämpfung der Flöhe hält Ihre Tierarztpraxis die passenden Präparate bereit: z.B. Spot-on, Puder oder Spray. Zur Bekämpfung der Flöhe sowie deren Eier und Larven in Schlafplatz, Teppichen und Polstern wird mit einem Spray oder Fogger vorgegangen. Vorbeugend gibt es Halsbänder und auch Spot-on-Präparate, die auf die Haut am Nacken geträufelt werden.

Abszesse: unentdeckt sind sie gefährlich

Ein Abszess ist eine Ansammlung von Eiter, die durch eine Kapsel aus Bindegewebe von der Umgebung abgegrenzt ist. Meist entsteht ein Abszess durch einen Biss, beispielsweise bei einem Revierkampf, was auch kastrierten Katern passieren kann. Doch unkastrierte männliche Tiere haben ein erhöhtes Bissrisiko, da sie vermehrt in Kämpfe um eine Katze verwickelt sind. Abszesse aus Kratzern sind weitaus seltener, weil die Wunde nicht sehr tief ist. Da sich im Maul bzw. an den Zähnen der Katze zahlreiche Bakterien befinden, dringen diese bei einem Biss tief unter die Haut des Gegners. Die Bakterien verursachen eine Infektion, die schließlich zum Abszess führt. Für den Tierhalter ist es äußerst schwierig, die Wunde unter dem Fell des Katers zu erkennen. Doch ein Abszess ist unbehandelt äußerst gefährlich. Er liegt tief unter der Haut in der Nähe größerer Blutgefäße und kann schnell eine schwere Blutvergiftung verursachen. Je länger ein Abszess unter der Haut besteht, desto gefährlicher für das Tier. Deshalb: Untersuchen Sie täglich, z.B. bei Streicheleinheiten, das Fell bzw. die Haut. Häufig sind Schrammen am Ohr, Kratzspuren um die Augen herum oder fehlende Fellstücke Hinweise auf einen Kampf. Vielleicht humpelt das Tier auch leicht. Abszesse führen meist auch zu Futterverweigerung da sie häufig Fieber bis 41 Grad verursachen. Bildet sich ein Abszess, ist er schwer sichtbar, aber schmerzhaft. Sicher ist, dass Ihr Tier auffällig reagiert, wenn Sie die betroffene Stelle berühren. In diesem Fall wird es höchste Zeit, in die Tierarztpraxis zu gehen.

Haarige Zeiten: Fellwechsel im Frühjahr

Den Winter über hat unsere Katzen und den meisten Hunden ein dickes Unterfell vor der Kälte geschützt, jetzt wird es jedoch überflüssig und lästig wie ein dicker Mantel und fällt aus. Dieser Haarwechsel verläuft in einem jahreszeitlichen Zyklus mit zwei Höhepunkten im Frühjahr und im Herbst. Er ist erblich festgelegt, wird hormonell gesteuert und durch Tageslichtlänge und Temperatur ausgelöst – für Miez und Mops also eine ganz normale Sache, wenn da nicht dieser ewige Kampf gegen die umherfliegenden Fellbüschel und Haarknäule wäre, der Tierhalter mitunter verzweifeln lässt. Wer nicht gerade einen Pudel sein Eigen nennt, ist momentan im Dauer-Putzstress … Viele Hunde und Katzen haaren in geheizten Wohnungen mitunter das ganze Jahr über, doch kann man es sich und dem Tier jetzt in der Hoch-Zeit des Fellwechsels etwas leichter machen: Ein- oder besser sogar zweimal tägliches Bürsten fördert die Durchblutung der Haut, die losen Haare werden entfernt und das neue Fell wächst knoten- und filzfrei nach. Wichtig ist es, die Fellpflege auf das Haarkleid des Tieres abzustimmen: Für langhaarige Hunde und Katzen gehört ein Metallkamm mit abgerundeten Zinken zur Grundausstattung. Kunststoffkämme laden sich durch die Reibung am Katzenfell noch stärker elektrisch auf, das ist für das Tier unangenehm. Für die Pflege langhaariger Hunde sind Borsten- oder Drahtbürsten geeignet. Bei Hunderassen mit Stockhaar (das ist mittellanges Deckhaar mit Unterhaar) wie dem Deutsche Schäferhund sollte regelmäßig und unabhängig vom saisonalen Fellwechsel die abgestorbene Unterwolle entfernt werden. Bei kurzhaarigen Hunden wird das Fell am besten mit einer Bürste mit Kunststoffborsten oder mit einem Gummistriegel gepflegt. Auch die Ernährung des Tieres hat Einfluss auf den Fellwechsel: So kann ein Mangel an Stoffen, die für die Versorgung von Haut und Haarkleid notwendig sind, zu vermehrtem Haarverlust führen. Dazu zählen beispielsweise ungesättigte Fettsäuren, die Spurenelemente Zink, Kupfer und Jod, die Vitamine A und E oder Biotin. Hier berät Sie gerne Ihr Tierarzt. Bei plötzlichem übermäßigem Haarausfall, besonders in Form von kreisrunden haarlosen Stellen, oder bei starkem Juckreiz sollte allerdings unbedingt ein Tierarzt konsultiert werden. In diesem Falle könnte eine Pilzinfektion, eine immunologische oder hormonelle Erkrankung der Auslöser sein und muss behandelt werden.

Buchtipp: Kleine Katzen im Haus

Katzenkinder sind entzückend und zaubern mit ihrer Aktivität, Lebensfreude und Verspieltheit jedem Tierfreund ein Lächeln auf die Lippen. Doch der Zauber der süßen Katzenwelpen sollte nicht vergessen lassen, wie viel Wissen nötig ist, um den Kleinen ein artgerechtes und sicheres Umfeld zu schaffen. Welche Voraussetzungen soll ein guter Katzenhaushalt mitbringen? Was ist bei der Fütterung zu beachten? Wie erkenne ich Verhaltensauffälligkeiten? Wie sichere ich den Haushalt vor eventuellen Gefahren? Fragen, die der Ratgeber kompetent beantwortet. Artgerecht bedeutet auch, am besten ein Geschwisterpaar aufzunehmen. Kleine Kätzchen spielen hervorragend miteinander. Verhaltensauffälligkeiten durch Langeweile oder Einsamkeit sind so ausgeschlossen. Ein Buch, das „Katzenanfänger“ auf jeden Fall lesen sollten.

Blick-Punkt: Geschickter Klettermeister

Vergangene Woche habe ich mein Werk vollendet und dem alten Klettermast den Rest gegeben. Es war nicht leicht, ihn jeden Tag so zu bearbeiten, dass das hässliche Ding endlich in die Tonne kam! Nicht ganz ohne Stolz und äußerst zufrieden mit mir selbst beobachtete ich deshalb meine menschlichen Mitbewohner, wie sie den beachtlich zerfetzten Kratzbaum schwitzend abmontierten. Dann kam das neue Modell ins Haus! Zugegeben mein Puls schlug schneller. Ich erkannte sofort: Dies war ein wahrer Rolls Royce unter den Kratzbäumen! Mit Wucht bohrte ich meine Krallen ins Sisal und kletterte immer höher und höher. Wind wehte durch mein Fell – als der Baum begann zu kippen. Die Montage war nämlich noch nicht ganz abgeschlossen. Ich registrierte die Schweißperlen auf Herrchens Stirn, das versuchte, den langen Stamm auszubalancieren. Herrchen hatte den Stamm noch in beiden Händen, als ich ihn erklommen habe. Ich weiß gar nicht, weshalb es so hitzig auf mich eingeredet hat . . . ging doch alles glatt! Euer Kater Elvis

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