Tierpunkt November 2013

Milder Herbst: Herbstgrasmilben

An warmen Herbsttagen können sie immer noch auf Wiesen und Kuhweiden sein, wo sich regelmäßig Tiere aufhalten: Die Herbstgrasmilben sitzen an der Grasspitze und sind nur etwa 0,25 Millimeter groß. Die sechsbeinigen orangefarbenen Larven saugen sich gerne an Stellen dünner Haut fest. Häufig betroffen sind zum Beispiel Zwischenzehenhaut, Ellenbeuge, Ohrfalte, Ohrrand, Vulva, Bauch. Der Parasit bleibt mehrere Tage am Tier, bevor er sich gesättigt abfallen lässt. Für Haustiere kann er eine regelrechte Plage sein. Schließlich entsteht ein heftiger Juckreiz. Dieser wird durch den Speichel der Larve ausgelöst, der die oberste Zellschicht auflöst. Weil sich die Larve an der Haut ernährt und den Juckreiz auslöst, kennen unsere vierbeinigen Begleiter kein Pardon: Sie kratzen sich, belecken die Stellen und knabbern daran.

Der Juckreiz ist die Folge einer immunologischen Reaktion auf den Speichel der Milben. Der Befall von Grasmilben ist an blüten-staubähnlichen orangenen Stellen auf der Haut zu erkennen. Doch wenn der Hund einige Zeit knabbert und kratzt, sieht man nur noch rote, entzündete Haut. Soweit bekannt, werden von den Grasmilben keine Krankheiten übertragen. Nicht jedes Tier muss wegen Grasmilben behandelt werden. Doch veränderte, entzündete sowie krustige Hautpartien sollte der Tierarzt sich schon anschauen. Meist verhindert ein Mittel gegen den Juckreiz schlimmere Hautverletzungen. Milben lassen sich von Medikamenten vertreiben, die gegen Flöhe und Zecken wirken. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Tierarzt, welche Maßnahmen für Ihr Tier sinnvoll sind.

Prostata beim Rüden: Regelmäßige Kontrolle

Rüde Scotty benötigt mehrere Anläufe, bevor er seinen Kot absetzt. Oft hockt er sich hin, sucht aber dann einen neuen Platz für sein Geschäft. Sein Herrchen wundert sich und besucht mit ihm die Tierarztpraxis. Der Tierarzt stellt bei Scotty eine vergrößerte Prostata fest, die gegen den Enddarm drückt. Beim Pressen wird die Prostata ins Becken gedrückt. Der Absatz wird beschwerlich und schmerzhaft. Die Prostata ist die männliche Vorsteherdrüse. Sie befindet sich hinter der Harnblase im Becken und umfasst die Harnröhre. Sie ist an der Produktion von männlichen Sexualhormonen beteiligt. Was Viele nicht wissen: Besonders bei unkastrierten Rüden kommt es nicht selten zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie). Aber auch kastrierte Tiere sind betroffen.

Deshalb ist es ratsam, den Rüden im jährlichen Abstand, bei älteren Tieren nach Anraten des Tierarztes im halbjährlichen Abstand untersuchen zu lassen. Es ist eine einfache Tastuntersuchung, die dem Mediziner über Beschaffenheit und Größe der Prostata Aufschluss gibt. Nicht nur gutartige Schwellungen, sondern auch bakterielle Entzündungen, Abszesse, Zysten oder Tumore können die Prostata belasten. Sollte der Tierarzt bei der Tastuntersuchung Unregelmäßigkeiten feststellen, kann er mit Hilfe von Röntgen oder Ultraschall eine genauere Diagnose stellen. Unentdeckt kann die Vergrößerung der Prostata zu Blutungen führen. Hier ist es zwingend nötig, das Tier sofort in die Praxis zu bringen. Das Krebsrisiko ist in diesem Fall deutlich erhöht.

Gut informiert zur Tollwutschutzimpfung?

Deutschland ist seit 2008 tollwutfrei, seitdem Füchse systematisch und flächendeckend mit Ködern geimpft wurden. Tollwut wird daher nicht mehr als Gefahr wahrgenommen. In vielen Regionen der Welt ist Tollwut aber ein ernstes Problem, das auch Reisende treffen kann. Gerade in typischen Urlaubsländern wie der Türkei, Serbien, Marokko oder Thailand ist die Tollwut immer noch ein Risiko, denn sie wird dort vor allem durch die vielen streunenden Hunde übertragen. Im europäischen Reiseverkehr ist die Impfung bei Hund, Katze und Frettchen Vorschrift und wird über den EU-Heimtierausweis dokumentiert. Bundestierärztekammer empfiehlt routinemäßige Impfung Dank neuer Entwicklungen auf dem Impfstoffmarkt gibt es heute Tollwutimpfstoffe, die bis zu drei Jahren Schutz bieten. Diese neuen Impfstoffe werden inzwischen auch von den Behörden anerkannt. „Halter sollten Hunde und Katzen routinemäßig gegen Tollwut impfen lassen. Gerade der aktuelle Tollwutfall zeigt, wie wichtig ein Impfschutz ist, da das Virus jederzeit nach Europa eingeschleppt werden kann“, so Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer. Im Landkreis Bamberg wurde im Sommer bei einem jungen Hund, der von Marokko nach Deutschland eingeführt worden ist, Tollwut festgestellt.

Das Tückische an der Tollwut: Ist die anzeigepflichtige Erkrankung einmal ausgebrochen, gibt es keine medizinische Behandlung mehr, sie führt immer zum qualvollen Tod. Tiere ohne ausreichenden Impfschutz müssen im Falle eines Ansteckungsverdachts getötet werden. Für Menschen ist die einzige lebensrettende Maßnahme nach einem tollwutverdächtigen Tierkontakt eine sofortige Impfung, die sogenannte Postexpositionsprophylaxe (PEP). Die Bundestierärztekammer warnt Reisende außerdem davor, fremde oder streunende Hunde anzufassen. Das gilt besonders für Tiere, die sehr zutraulich sind, auch wenn sie auf den ersten Blick gesund aussehen. Bereits bei einer Hautabschürfung kann das Virus übertragen werden. Insbesondere Kinder müssen davon abgehalten werden, hilflose Tiere oder niedlich aussehende Welpen zu streicheln. Darüber hinaus rät die BTK Individualoder Rucksackreisenden in afrikanische Länder, Asien oder Südamerika sicherheitshalber zu einer Tollwutschutzimpfung. Auch Personen, die dort aus beruflichen Gründen mit Tieren Umgang haben, sollten sich vorab impfen lassen.

Buchtipp: Katzen verstehen

Katzen können ganz schön stimmgewaltig sein: sie miauen, singen, fauchen, spucken und knurren sogar. Doch wenn die Samtpfoten unter sich sind, unterhalten sie sich meistens per Körpersprache: Beim Begrüßen reiben sie freundschaftlich ihre Köpfchen aneinander. Wenn sie unsicher sind, zeigen sie einen eindrucksvollen Katzenbuckel, oder sie legen wütend die Ohren nach hinten. Und wenn sie weder per Stimme noch von Angesicht zu Angesicht miteinander kommunizieren wollen, hinterlassen sie einfach ein paar „dufte“ Botschaften. In dem Buch erfährt der Leser, wie Katzen sich mit ihrer Körpersprache ausdrücken und warum sie kratzen und markieren. Ein extra Kapitel behandelt das Thema „Wenn Katzen schlafen“, und für Kinder werden die Katzenwäsche und Mimik der Samtpfoten erklärt. Einen Exkurs über die Tasthaare gibt es auch. Insgesamt ein lesenswertes Buch.

Blick-Punkt: Elvis auf neuen Wegen

Kennen Sie das? Wir Katzen stehen immer auf der falschen Seite der Tür. Wenn ich im Garten bin, möchte ich natürlich ganz dringend wieder rein. Kaum bin ich im Haus, fällt mir ein, dass ich nochmal einen Kontrollgang im Garten unternehmen muss – und zwar dringend! Das bringe ich an der Tür natürlich lautstark zum Ausdruck. Zwar beklagt sich Frauchen immer, sie sei nicht meine Pförtnerin – aber was soll‘s. Ich hab‘s ignoriert. Jetzt hat sie eine clevere Lösung gefunden: Das Ding nennt sich „Katzenklappe“. Eine merkwürdige Konstruktion! Mein Frauchen hat mächtig gestaunt, wie schnell ich die Funktion dieses „Dings“ raus hatte! Sie wollte mir den Nutzen dieser Klappe mit Hilfe eines Clickertrainings nahe bringen. Nicht nötig! Elvis kam, sah und siegte: Kaum die Katzenklappe erblickt, kurzen Moment überlegt, Augen zugekniffen und durch. Is‘ doch ganz einfach! Und so praktisch! Jetzt erlaube ich auch Frauchen, in Ruhe zu arbeiten. Als Pförtnerin war sie – unter uns gesagt – sowieso ganz miserabel . . .

Euer Kater Elvis

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