Tierpunkt Oktober 2013

Achtung Teebaumöl: Giftig für Samtpfoten!

Zittern, Unruhe, Schwäche und Abmagerung – Katzen können diese Symptome zeigen, nachdem sie mit Teebaumöl in Kontakt kamen. Viele Katzenhalter glauben fälschlicherweise, Teebaumöl wäre geeignet, den Haustiger vor Flöhen zu schützen. Doch nur wenige Tropfen Öl auf das Fell reichen aus, um den Organismus zu schädigen. Wenn die Katze – etwa bei ihrer Fellpflege – Teebaumöl aufnimmt, kann sie ins Koma fallen oder gar an der toxischen Menge sterben. Durch den Gehalt an so genannten Terpenen und Phenolen sind Teebaumöl und andere ätherische Öle (Thymian, Oregano- und Zimtöle) für Stubentiger giftig. Die Inhaltsstoffe kann das Tier nur langsam abbauen, so dass sie sich im Körper anreichern. Auch wenn Sie bei Ihrer Katze keine Vergiftungserscheinungen bemerken, können Langzeitfolgen bei regelmäßiger Anwendung nicht ausgeschlossen werden. Sollte Ihr Tier mit ätherischen Ölen in Verbindung kommen, stellen Sie es am besten zum Check in Ihrer Tierarztpraxis vor. Zur Flohbekämpfung gibt es zahlreiche verträgliche Medikamente in der Praxis.

Zu dick, nicht zu dick? Das ist hier die Frage!

Ein prüfender Blick auf die Hündin: Ist Bessy etwa zu dick oder trübt noch das Fell den Eindruck? Übergewicht bei Haustieren ist leider immer verbreiteter. Statistiken zeigen, dass etwa 40 bis 60 Prozent aller Haustiere zu dick sind. Also, was ist bei Bessy zu unternehmen, um sicher zu gehen, ob sie zu viel Gewicht mitbringt? Als Faustregel sowohl für die Katze als auch für den Hund gilt: Wenn sich die Rippen mit der flachen Hand noch fühlen lassen, besteht keine Sorge. Sind sie nicht zu ertasten, kann man schon von Übergewicht sprechen. Ausnahmen gibt es natürlich, z.B. rassebedingte Unterschiede. Ohne tierärztliche Kontrolle sollte der Tierhalter seinen Vierbeiner nicht einfach auf Diät setzen. In der Tierarztpraxis werden Sie beraten, was zu tun ist. Beispielsweise gibt es spezielles Diätfutter für Ihr Tier. Generell sollte die Ernährung altersentsprechend und kontrolliert sein. Übrigens gehört von Anfang an eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigen Bestandteilen zur guten Gesundheitsvorsorge. Fragen Sie Ihren Tierarzt. Auch beim Tier kann es als Folge des Übergewichtes zum Beispiel zu Herzund Gelenkproblemen, Leberverfettung oder Diabetes kommen. Meist haben übergewichtige Tiere eine geringere Lebenserwartung als ihre schlanken Artgenossen. Bewegung lässt bekanntlich die Pfunde purzeln und sorgt zusätzlich für Ausgeglichenheit. Fordern Sie Ihre Katze zum Spielen heraus. Animieren Sie Ihren Hund an der frischen Luft zu Apportierspielen oder zum Laufen. Das reguläre Futter kann ins Spiel integriert werden. Allerdings sollten Sie die Portion auf die Futterration anrechnen.

Richtiges Verhalten bei Durchfall

Bella kann ja nichts dafür, aber Frauchen ist genervt, denn es muss dreimal in der Nacht im Eiltempo auf die Straße hasten, weil der Retriever so starken Durchfall hat. Durchfall oder Diarrhö, die vermehrte Abgabe von flüssigem oder ungeformtem Kot, ist wohl das häufigste Symptom bei Erkrankungen des Verdauungstraktes beim Hund. Ein Problem, das lästig für den Besitzer ist und quälend für das Tier. Anhaltende Diarrhö sollte darum in jedem Fall ernst genommen werden.

Durchfall tierärztlich abklären
Durchfall, zumindest wenn er länger als zwei Tage anhält oder häufig wiederkehrt, sollte man immer tierärztlich abklären lassen. Zum einen führt er zu starkem Flüssigkeitsverlust, was schnell einen gefährlichen Zustand für das Tier darstellen kann. Zum anderen kann er auf eine ernstere Grunderkrankung oder den Befall mit Darmparasiten hindeuten. Bei Welpen mit starkem Durchfall muss sofort und nicht erst nach einem Tag ein Tierarzt aufgesucht werden.

Medikamente nur vom Tierarzt!
Hat ein Hund akuten Durchfall, können erst einmal diätetische Maßnahmen ergriffen werden. Das Tier sollte zirca 24 Stunden nicht gefüttert werden. Der Tierhalter sollte aber wegen der Gefahr des Austrocknens auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und z. B. leicht gesalzenes Wasser, Kamillen- oder Fencheltee anbieten. Klingen die Symptome ab, empfiehlt sich eine Magen und Darm schonende Diät aus Magerquark oder Hüttenkäse und Reis. Auf keinen Fall dürfen dem Tier Durchfallmedikamente aus der menschlichen Hausapotheke verabreicht werden, diese können für Hunde tödlich sein. Achtung: Im Handel und im Internet werden unzählige Medikamente angeboten, die gegen Durchfall helfen sollen. Davon ist dringend abzuraten, denn in erster Linie soll erst einmal die Ursache der Diarrhö herausgefunden werden. Dafür ist es wichtig, eine Kotprobe beim Tierarzt abzugeben: Die Kotkonsistenz stellt immer einen wichtigen Hinweis für den Tierarzt bei der Diagnosestellung dar.

Parasiten im Darm
Außerdem kann der Kot im Labor auf Krankheitserreger untersucht werden, denn nur so lassen sich beispielsweise Giardien nachweisen. Diese einzelligen Dünndarm-Parasiten überleben als sogenannte Zysten im Kot infizierter Hunde bis zu einer Woche, im Boden oder kaltem Wasser bis zu mehreren Wochen. Die Ansteckung erfolgt meist über infizierten Kot, von Giardien besiedeltes Wasser (z.B. Pfützen) oder den Kontakt zu anderen infizierten Hunden.

Was steckt dahinter?
Weitere Ursachen für Durchfall sind in der Regel falsche Fütterung oder eine Futterumstellung, Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien; es kommen auch Stoffwechselerkrankungen, Infektionskrankheiten, Entzündungen oder Tumore in Betracht. Was genau dahinter steckt, kann aber nur ein Tierarzt abklären und dann die jeweils geeignete Behandlung einleiten.

Buchtipp: Deuten und verstehen

Die Ohren angelegt, den Schwanz eingezogen, begleitet von einem Lecken der Mundwinkel – so lässt sich ein Hund mit einem freundlich unterwürfigen Ausdruck beschreiben. Dieser ist ein wichtiger Hinweis für eine soziale Bindung an das Gegenüber. Hunde, ob untereinander oder auch dem Menschen gegenüber, haben eine ganz klare „Sprache“, die sich durch Körpersignale, Gebärden, Mimik oder Stimme äußert. Im Buch „Körpersprache des Hundes“ erklärt die Autorin Frauke Ohl, wie Hundehalter diese Botschaften entschlüsseln können. Diese Fähigkeit ist eine Hilfe für Frauchen und Herrchen, denn so lassen sich Verhaltensprobleme, die oft Verständigungsprobleme sind, vermeiden. Klar formulierte Texte und eindeutige Illustrationen helfen dabei. Das Buch von Frauke Ohl ist nicht nur für den Hunde- Anfänger interessant, sondern liefert auch Aspekte für Fortgeschrittene. Erhältlich ab Anfang Oktober 2013.

Blick-Punkt: Reise nach Jerusalem

Manchmal ist es bei uns wie auf einem Live-Konzert! Ein Konzert, in dem keine festen Plätze vergeben sind. Sie wissen nicht, was ich meine? Ich erkläre es Ihnen: Im Wohnzimmer steht eine riesige Couch. Als wenn dieses gigantische Ecksofa nicht schon groß genug wäre! Oftmals geht abends der Kampf um die besten Plätze los. Ich vermute, dass es meinen beiden Menschen um die beste Sicht auf den Fernseher geht. Haben die beiden sich dann positioniert, muss ich schnell sein, damit mir meine kätzische Mitbewohnerin Charlotte nicht den besten Platz wegschnappt. Es geht also bei uns zu wie auf der „Reise nach Jerusalem“: Jeder muss sitzen, bevor die Musik aufhört zu spielen – in unserem Fall ist der Beginn des abendlichen TV-Programms ausschlaggebend. Gestern habe ich mich doch prompt aus dem dämlichen Spiel ausgeklingt. Ich habe einfach einen abendlichen Spaziergang unternommen. Das sollten die Menschen auch mal tun – ist sowieso viel besser, als die ganze Zeit in die Glotze zu schauen . . .

Euer Kater Elvis

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