Tierpunkt Oktober 2014

Was ist Trichophytie beim Meerschweinchen?

Zuweilen wird in der Tierarztpraxis von so genannten Zoonosen gesprochen. Hierbei handelt es sich um Erkrankungen, die auf natürlichem Weg auf den Menschen übertragen werden können. Das bedeutet, durch Streicheln, Schmusen oder Säubern des Geheges. Speziell bei Meerschweinchen gibt es nur einige Erreger, die beim Tier Erkrankungen hervorrufen und gleichzeitig für den Menschen ansteckend sind. Dazu gehört die Trichophytie. Hierbei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die bei dem Meerschweinchen schütteres Fell und Haarausfall hervorruft. Juckreiz und Pusteln sind selten, aber möglich. Sowohl beim Meerschweinchen als auch beim Menschen ist die Erkrankung gut behandelbar. Der Fadenpilz verursacht die Hauterkrankung. Die Infektion erfolgt über das Heu oder über Artgenossen, die den Hautpilz beherbergen, ohne dabei selbst zu erkranken. Selbst über Jahre kann der Pilz in gebrauchten Decken, alten Körben oder Kämmen infektionsfähig sein.

Deshalb: Streicheln Sie Ihre Meerschweinchen regelmäßig und werfen Sie immer einen Blick auf die Beschaffenheit des Fells. Haarausfall oder Haarbruch können erste Anzeichen für einen Hautpilz sein. Eine möglichst frühe tierärztliche Untersuchung ist ratsam. Da Hautpilzsporen häufi g durch Heu eingeschleppt werden, besteht stets die Gefahr einer Ansteckung. Deshalb ist es wichtig, einen stabilen Gesundheitszustand zu erhalten. Dazu gehören nicht nur die regelmäßige Vorsorge (z.B.: Parasitenkontrolle) und die tierärztliche Untersuchung, sondern auch die artgerechte Haltung zu zweit oder in Gruppen, der liebevolle Umgang mit den Tieren sowie eine vollwertige Ernährung mit Frischfutter (Vitamin C).

Ist mein Tier gesund? Tests, die nützlich sind

Für alle, die von einer Tierschutzorganisation einen Hund aus südlichen Ländern wie Griechenland, Portugal, Spanien oder der Türkei aufnehmen oder sich im Urlaub spontan entschlossen haben, einen streunenden Hund mit nach Hause zu bringen, ist es ratsam, den Vierbeiner gesundheitlich durchchecken zu lassen. Bei jedem dieser Hunde stellt sich die Frage, ob er Krankheitserreger in sich trägt, die in südlichen Regionen, z. B. über Zecken und Mücken übertragen werden können. Denn: Einige dieser Erkrankungen können unbemerkt in dem Vierbeiner schlummern, später in Deutschland dann zu Problemen führen. Viele Tierschutzorganisationen lassen deshalb häufi g Tests auf bestimmte Erkrankungen vornehmen. Ist das Testergebnis negativ, so ist dies zwar ein Hinweis darauf, dass das Tier frei von Erregern sein könnte. Doch sogar auf dem Weg zum Flughafen kann es sich noch infi zieren. Deshalb: Einige Tests liefern erst dann zuverlässige Ergebnisse, wenn das Tier länger, also über Wochen bis Monate befallen ist. Eine Untersuchung ist dann empfehlenswert, wenn: der neue Besitzer Bescheid wissen möchte, z.B. weil er grundsätzlich kein infi ziertes Tier aufnehmen möchte; das Tier Krankheitszeichen aufweist; der Befall mit einem Erreger eine Behandlung notwendig macht oder das Tier besonders beobachtet oder regelmäßig nachuntersucht werden muss. Wichtige Erreger und Erkrankungen sowie Angaben dazu, in welchem Fall Tests und/oder Behandlungen empfohlen sind, hat die parasitologische Expertenorganisation ESCCAP jetzt in einer Checkliste zusammengestellt: www.esccap.de

Durchfall? Giardien können schuld sein

Durchfall bei Hund und Katze kann viele Ursachen haben – eine häufi ge und besonders für Jungtiere tückische ist die Giardiose, der Befall mit Giardien. Hervorgerufen wird diese Durchfallerkrankung durch den Einzeller Giardia intestinalis. Die Fress- und Wachstumsstadien dieser Parasiten, so genannte Trophozoiten, besiedeln den Dünndarm und vermehren sich dort. Sie bilden Zysten, das sind widerstandsfähige Dauerformen, die in großer Anzahl mit dem Kot ausgeschieden werden und sich erst im Darm wieder in die aktive Form des Parasiten umwandeln. In feuchter Umgebung und im Wasser bleiben diese Zysten mindestens drei Monate, im Kot rund eine Woche infektiös. Hund und Katze infi zieren sich, wenn sie Zysten über kotverunreinigtes Wasser oder Futter aufnehmen oder durch Schmierinfektion beim Kontakt mit einem anderen infi zierten Tier. Eine Übertragung auf den Menschen ist sehr selten, aber möglich. Typische Symptome einer Giardiose sind chronischer oder immer wiederkehrender dünnbreiiger bis wässriger Durchfall, häufi g mit abgeschiedener Darmschleimhaut durchsetzt. Auch Blutbeimengungen im Kot sind möglich. Das Tier ist oft apathisch und appetitlos, erbricht und verliert an Gewicht. Um gezielt behandeln zu können, ist es wichtig, eine Giardiose eindeutig zu diagnostizieren. Zysten des Parasiten lassen sich mikroskopisch im Kot nachweisen. Da sie aber nicht immer ausgeschieden werden, sollten auf jeden Fall Proben von drei verschiedenen Kotabsätzen untersucht werden. Eine genauere Diagnose ist durch einen Nachweis erregerspezifi scher Antigene aus dem Kot möglich – das ist in jedem Fall empfehlenswert. Konnte der Tierarzt Giardien nachweisen, muss das Tier mit einem entsprechenden Präparat behandelt werden. Nach Abklingen der Symptome sollten nochmals Kotuntersuchungen zur Kontrolle durchgeführt werden.

Hat der Tierarzt eine Infektion nachgewiesen, müssen alle Tiere im Haushalt behandelt werden! Der Kot aus der Katzentoilette sollte möglichst schnell entfernt werden. Der Hundekot sollte in einem Beutel entsorgt werden. Empfehlenswert ist es, die Katzentoilette täglich mit kochendem Wasser zu säubern und gut abzutrocknen! Hilfreich ist es, mit einem speziellen Shampoo (beim Tierarzt erfragen) das Tier zu baden, bei langhaarigen Hunden und Katzen empfi ehlt es sich, den Analbereich kurz zu schneiden. Alle Näpfe sollten täglich und Spielzeug zu Beginn der Behandlung mit kochendem Wasser oder in der Spülmaschine gereinigt werden. Decken und Kissen werden bei mindestens 65 Grad gewaschen, auch Katzenkratzbäume sollten gründlich gereinigt werden.

Clickertraining für Katzen

Der Trick mit dem Klick! Ob Sie nun Ihre Katze mit Hilfe positiver Verstärkung ans Benützen des Kratzbaums oder das willige Bürsten gewöhnen wollen – Clickertraining eignet sich für die unterschiedlichsten Übungen. Natürlich dürfen auch witzige Tricks wie Mach-die-Rolle oder Gib-mir-Fünf nicht fehlen. Sie sorgen damit bei Ihrer Samtpfote für körperliche und geistige Auslastung. Die erfahrene Katzenpsychologin Katja Rüssel gibt eine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung fürs Training mit Clicker und Targetstab. Nützliche Übungen, wie Katzenklappe benützen oder Hochheben lassen, erleichtern den Alltag. Zahlreiche Tipps helfen, Fehler von Anfang an zu vermeiden. Und sollte es trotzdem zu Problemen beim Clickern kommen, gibt es praxiserprobten Rat. So bleibt das Training für Katze und Mensch spannend. Übrigens: Wer genau hinschaut, erkennt, dass der Tier-Punkt-Kater Elvis für das Titelbild des Buches Modell gestanden hat.

Fototermin für den Ratgeber

Herrchen und Frauchen empfi ngen mal wieder Besuch. Ich saß auf meinem Beobachtungsposten im Garten, als ich die hübsche Pfotenblitzer-Fotografi n kommen sah. Sie hielt ein riesiges Gerät im Arm, und ich ahnte schon, dass das nichts Gutes bedeutete. Immerhin: Sie kam total freundlich daher, lächelte mich an. Als sie sich langsam näherte, überlegte ich noch, ob ich einen Satz über den Zaun machen sollte. In dem Moment kam Frauchen mit meinem Lieblingsfressen: Rindfl eischstückchen! „Alles kar, ich bleibe!“, dachte ich. Wenn ich aber gewusst hätte, wie viel Arbeit es sein würde, an diese Fleischstücke zu kommen, wäre ich wahrscheinlich doch besser über den Zaun abgehauen. Während mein Frauchen mich mit dem Snack lockte, machte die Fotografi n ihre Bilder. Selbst die Clickerübungen „Männchen“ und „Pfote geben“ waren mit dabei. Das volle Programm! Und bei dem ganzen Tamtam entstand dann das Titelbild für das Buch den Monats. Welch‘ ein Aufstand, sage ich euch …, aber irgendwie hat es doch Spaß gemacht

… Euer Elvis

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