Tierpunkt Oktober 2015

Weitere Infos zum Welpenschutz

Viele Hundebesitzer machen sich keine Sorgen, wenn sie beim Gassigehen mit ihrem Welpen auf andere Hunde treffen – sie gehen davon aus, dass den Kleinen nichts passiert, da sie ja noch Welpenschutz genießen. Aber Vorsicht: Der Welpenschutz existiert nur im eigenen Rudel und auch da nur begrenzt. Er gilt nur unter Hunden, die blutsverwandt sind, und auch nur bei Welpen, die höchstens 14 Wochen alt sind. Dieser Welpenschutz dient dem Erhalt der eigenen Art und kann von fremden Hunden nicht erwartet werden. Wenn Sie mit Ihrem Hundesprössling unterwegs sind, können Sie sich also nicht darauf verlassen, dass fremde Hunde ihm Fehlverhalten durchgehen lassen. Dass sich die meisten älteren Hunde geduldig gegenüber jungen Hunden und Welpen zeigen, liegt an ihrer Lebenserfahrung und ihrer Erziehung. Auf zahlreichen Spaziergängen und in Hundeschulen haben sie gelernt, sich den wuseligen kleinen Welpen gegenüber nicht aggressiv zu verhalten. Doch auch dieses Verhalten kann nicht als genereller Welpenschutz verstanden werden. Denn Hunde, die dieses gute Benehmen nicht gelernt haben, können für Welpen durchaus gefährlich werden.

Vor allem von läufi gen Hündinnen oder gerade erst ausgewachsenen Hunden werden Welpen nicht unbedingt sanft behandelt. Nehmen Sie ihren Welpen lieber an die Leine und gehen Sie mit ihm gemeinsam langsam auf die fremden Hunde zu. Damit verhindern Sie eine zu stürmische Begrüßung Ihres Welpen. Dann haben Sie genug Ruhe und Zeit, um mit dem anderen Hundebesitzer zu klären, wie sein Hund auf Jungtiere reagiert. Achten Sie darauf, dass ihr Schützling dem älteren Hund nicht in den Schulterbereich springt! Unser Tipp: Besuchen Sie eine Welpenschule. Ideal wäre auch ein gut sozialisierter ausgewachsener Hund im Bekanntenkreis. So lernt der Kleine den richtigen Umgang und kann sein eigenes Sozialverhalten festigen.

Scheinträchtigkeit …

Elsa leidet. Oft läuft sie unruhig umher. Ihr Spielzeug hat sie sorgsam in ihrem Körbchen aufgereiht. Viel lieber möchte sie es beschützen als spazieren zu gehen. Elsa ist scheinschwanger. Bis zu drei Monate nach der Läufi gkeit kann eine Scheinträchtigkeit auftreten. Die „Muttergefühle“ der Hündin sind nicht einfach nur ein lästiges Vorkommen, sondern sollten vom Tierbesitzer sehr ernst genommen werden. Denn je nach Stärke der Symptome bedeutet es für das Tier sowohl ein seelisches als auch körperliches Leid. Aggressives, aber auch depressives Verhalten ist möglich. Die Hündin ist in einem Zustand als wäre sie trächtig. Dazu gehören typische Verhaltensmuster wie der Nestbau, Unruhe oder die „Verteidigung“ des Spielzeugs. Auch körperlich ist der Zustand ernst zu nehmen. Häufi g hat das Tier Schmerzen am geschwollenen Gesäuge. Mit dem Belecken der Milchdrüsen wird die Milchproduktion angeregt. Eine Scheinträchtigkeit entsteht durch Einfl uss bestimmter Hormone. Am Ende der Läufi gkeit produziert der Körper weniger Progesteron (Gelbkörper-Hormon). Gleichzeitig steigt die Prolaktin-Konzentration im Blut. Sollte Ihre Hündin scheinträchtig werden, ist es ratsam, dass Sie sich unbedingt mit Ihrer Tierarztpraxis in Verbindung setzen und sich zur schonenden Behandlung der Scheinträchtigkeit beraten lassen. Es muss auch nicht immer die Kastration sein – selbst hormonfreie Medikamente können helfen, beispielsweise Prolaktin- Hemmer. Die Scheinträchtigkeit ist noch ein Relikt aus der Zeit im Wolfsrudel. Aus Gründen der Erhaltung der eigenen Art ist es im Wolfrudel durchaus sinnvoll, dass andere Hündinnen, die nicht geworfen haben, auch Welpen mit Milch versorgen können.

Winterpause für kleine Drachen

Wie alle Reptilien gehören auch Echsen zu den wechselwarmen Tieren: Sie können also ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren, sondern sind von der Temperatur der Umgebung abhängig. Arten wie Bartagame oder der Leopardgecko halten darum eine Winterruhe. In ihrer natürlichen Umgebung graben sich die Tiere dafür ein oder suchen geschützte Höhlen auf, wo sie den Winter überdauern. Ein Verhalten, das auch für die Gesundheit und das Wohlbefi nden von Terrarientieren von großer Bedeutung ist. Artgerechte Haltung von Terrarientieren bedeutet, die Gegebenheiten, die im ursprünglichen Lebensraum des Tieres herrschen, so gut wie möglich zu simulieren. Dazu gehört bei Echsen aus subtropischen Klimazonen eine mehrwöchige Ruhephase. Bevor dies geschieht, sollte das Tier einem auf Reptilien spezialisierten Tierarzt vorgestellt werden. Wichtig ist vor allem die Untersuchung des Kotes auf Parasiten. Eine jährliche Blutuntersuchung, z. B. auf Infektionskrankheiten, ist gerade bei älteren Tieren empfehlenswert. Bei weiblichen Tieren ist es ratsam abzuklären, ob sich noch nicht abgelegte Eier im Körper befi nden. Außerdem muss vor der Winterruhe der Darm entleert sein. Dazu wird die Fütterung ein bis zwei Wochen vor Einleitung der Ruhephase eingestellt. Die häufi g empfohlene Entleerung des Magens durch ein lauwarmes Bad bedeutet für die Echse großen Stress und sollte daher eher vermieden werden.

Im Gegensatz zu tropischen Echsenarten werden Bartagamen und Leopardgeckos „warm“, also bei Temperaturen von 15 bis 20 Grad Celsius, überwintert. Die Temperatur für die Überwinterung von Bartagamen und Leopardgeckos darf 20 Grad nicht überschreiten, Die Beleuchtungsdauer wird langsam innerhalb von vier Wochen von 14 auf sechs bis acht Stunden reduziert. Die Tiere werden mit Beginn der schrittweisen Reduzierung von Licht und Temperatur nicht mehr gefüttert, denn aufgrund des reduzierten Stoffwechsels können sie das Futter nicht verdauen. Frisches Wasser muss allerdings auch während der Winterruhe zur Verfügung stehen! Über die gesamte Zeit der Winterruhe sollten Sie den Zustand der Echsen kontrollieren: Im Idealfall vergraben sich die Tiere im Sand. Wenn sie gelegentlich zum Vorschein kommen, sich im Terrarium bewegen oder von Zeit zu Zeit die Augen öffnen, ist das normal und kein Grund zur Besorgnis. Wenn die Echsen nicht von selbst ihre Winterruhe beenden, sollte nach zwei bis drei Monaten die Beleuchtung und Beheizung innerhalb von zwei Wochen wieder hochgefahren und mit der Fütterung begonnen werden.

Training in vier Wänden

Bestimmt wird der November nasskalt: Weder Hund noch Katze haben Lust, lange vor die Tür zu gehen. Doch wohin mit der ganzen Energie? Für solche Fälle lohnt sich ein Blick in die Neuerscheinungen „Spielekiste für Hunde“ und „Spielekiste für Katzen“. Jeweils 50 Ideen sind entwickelt worden, damit zu Hause keine Langeweile aufkommt und das Tier nicht auf dumme Gedanken. Die Spiele können leicht in den Alltag integriert werden. Ob Geschicklichkeits- oder Versteckspiele, Denk-, Such- oder Nasenspiele für Hunde oder fl otte Such- und Angelspiele oder Denksportaufgaben für Katzen. Das Repertoir ist groß. Und ganz nebenbei werden auch das Vertrauen und das Teamgefühl zwischen Mensch und Tier gestärkt sowie Einfühlungsvermögen, Mitdenken, Konzentration und Impulskontrolle verbessert. Fazit: Eine sinnvolle Lektüre und Beschäftigung für den Herbst!

Pock! Licht aus!

Menschen sind zwar nicht so clever wie wir, aber sie haben schon ein paar coole Sachen drauf. Klassiker sind natürlich, problemlos den Kühlschrank zu öffnen oder eben Katzenfutterdosen. Über den Vorteil eines Daumens haben sich schon ganz andere Literaten als ich ausgelassen. Eine Fähigkeit, die manchmal nervt, ist jedoch, es plötzlich ganz hell oder ganz dunkel werden zu lassen. Längst habe ich heraus, dass sie dafür auf einen Knopf an der Wand drücken. Nur: Wenn sie das tun und es plötzlich mehr als taghell wird, würde ich mir am liebsten so dunkle Glasscheiben vor die Augen setzen, wie sie es manchmal im Sommer tun. Wir Katzen haben es am liebsten dunkel, denn dann sehen wir immer noch genug. Das Dumme ist: Diese blöden Knöpfe, um es hell oder wieder dunkel werden zu lassen, sind in einer völlig unpraktischen Höhe angebracht, oft weit über einem Meter über dem Boden. Um die lästige Helligkeit zu beenden, müsste ich also mit einem martial-arts-mäßigen Kicksprung die Wand hochtigern und – pock! – mit der Pfote auf den Knopf die angenehme Dunkelheit wieder herstellen. Schöne Vorstellung. Genau deshalb bleibt, meinem Naturell entsprechend, das Licht immer an. Bis sie es ausmachen.

… Euer Elvis

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