Tierpunkt September 2013

Milben beim Meerschweinchen

Ein Meerschweinchen, das plötzlich im Gehege herumrast oder sich laut pfeifend in Verrenkungen verbiegt: Das ist alles andere als amüsant. Extremer Juckreiz führt zu der scheinbar possierlichen Akrobatik. Kratzen mit den Pfötchen, Reiben an den Gitterstäben oder Zittern – das kann passieren, wenn Hautjucken unerträglich wird. Die Ursache: Gerade bei kleinen Heimtieren bleiben Milben oder Haarlinge, die im Fell krabbeln, unentdeckt und können sich vermehren. Ernstzunehmende Unruhe und auffällige Verhaltensweisen können auf Parasiten hindeuten, die mit dem bloßen Auge nicht immer leicht zu erkennen sind.

Sensible Tiere können stark abmagern, denn sie müssen sich entschei-den: Zeit zum Kratzen oder zum Fressen. Der Drang zum Kratzen kann so stark sein, dass der Appetit darunter leidet. Die Juckerei hinterlässt Spuren im Fell. Nicht mehr dicht und glänzend, sondern unregelmäßig und schütter wirkt es, mit abgebrochenen Haaren, stellenweise sogar mit völlig kahlen Stellen. Liegt ein Milbenbefall vor, sollte unbedingt ein Tierarzt eingeschaltet werden. Um Milben und anderen Parasiten vorzubeugen, sollten Tierhalter darauf achten, das Gehege der Tiere sauber zu halten. Kot sollte täglich entfernt werden, eine Grundreinigung mit heißem Wasser empfiehlt sich wöchentlich. Übrigens: Hautstellen ohne Haare können aber auch andere Ursachen haben, die ausgeschlossen werden müssen: Bakterien- und Pilzinfektionen sowie Hormonstörungen durch Zysten und Tumore der Eierstöcke.

Vorsicht beim Kauf von Rasse-Welpen!

Hände weg von sogenannten Wühltischwelpen! Eines der größten Tierschutzprobleme im Kleintierbereich ist das lukrative Geschäft mit dem illegalen Welpenhandel. Es gibt kaum eine Tierarztpraxis, die nicht irgendwann mit schwerkranken Hundebabys – verwurmt, an Parvovirose, Staupe oder anderen gefährlichen Infektionen erkrankt – konfrontiert ist. Den armen Tieren ist meist kaum noch zu helfen und für die Besitzer ist es natürlich eine schlimme Erfahrung. Rassehunde zu einem geringen Preis: Eine Ersparnis, die mit dem Leid der armen Kreaturen erkauft wurde, und die auch die Hundehalter teuer zu stehen kommt, denn die anfallenden Behandlungskosten belaufen sich oft auf ein Vielfaches des Welpenpreises. Der Schnäppchenpreis kommt doch nicht von ungefähr: Die angebotenen Welpen stammen meist aus Vermehrungszuchten, obwohl dem Interessenten „heile Welt“ vorgespielt wird.

Was der Tierfreund nicht weiß: Die Tiere werden in schmuddligen Verschlägen auf engstem Raum gehalten, viel zu früh von der Mutter getrennt, sind oft verhaltensgestört, vom Transport geschwächt und in der Regel weder geimpft noch entwurmt. Den Käufern wird das aber durch gefälschte Papiere vorgegaukelt. Auch Mitleid darf nie ein Argument sein, einen solchen Welpen zu erwerben, denn das wird von den skrupellosen Händlern ausgenutzt und sorgt für immer neuen Hunde-Nachschub. Nur bei einem seriösen Züchtern kann man sich die Haltung anschauen, sieht die Mutter, kann den Welpen in Ruhe auswählen und hat die Gewähr, dass er gut aufgezogen und gesund ist. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach seriösen Züchtern!

Richtiger Einsatz von Antibiotika

Antibiotikaresistenz bedeutet, dass Bakterien, die eine Krankheit verursachen, nicht von einem Antibiotikum beeinflusst werden, wodurch das Arzneimittel für die Behandlung unwirksam wird. Um Resistenzen entgegenzuwirken, sollte einiges beachtet werden. Nicht immer Antibiotika: Nicht jede infektiöse Krankheit muss mit einem Antibiotikum behandelt werden (z.B. virale Infektionen). Verlangen Sie nicht nach Antibiotika, wenn Ihr Tierarzt diese nicht für erforderlich hält. Kontrollierte Anwendung: Antibiotika sind unverzichtbar für die Behandlung und Verhinderung von durch Bakterien verursachten Krankheiten. Die Gefahr, dass die Mikroorganismen, die die Krankheit verursachen, Resistenzen entwickeln, wächst jedoch mit jeder Anwendung. Um sicherzustellen, dass Antibiotika wirksam bleiben, dürfen sie nur kontrolliert eingesetzt werden. Halten Sie Ihr Tier gesund: Ein gesundes Tier kann Infektionen besser abwehren. Sorgen Sie für die Gesundheit Ihres Tieres durch richtiges und ausgewogenes Futter, eine gesunde Lebensweise, regelmäßige Impfungen und Entwurmungen und stellen Sie das Tier jährlich dem Tierarzt zur Gesundheitskontrolle vor. Wenn das Tier krank wird, suchen Sie unverzüglich einen Tierarzt auf.

Behandeln Sie Ihr Tier nicht eigenmächtig: Geben Sie Antibiotika nicht verschiedenen Tieren und verwenden Sie keine Antibiotika, die für eine andere Krankheit verschrieben wurden. Sie können ungeeignet, abgelaufen, kontaminiert und im schlimmsten Fall gefährlich sein. Geben Sie Ihrem Tier auf keinen Fall Humanarzneimittel. Sie können unwirksam oder sogar schädlich sein. Waschen Sie die Hände nach dem Streicheln von Tieren: Durch unsere Hände werden Keime am häufigsten weiter verbreitet. Keime können harmlos sein aber auch Krankheiten wie Magen-Darm-Infekte verursachen. Es kann sich auch um gefährliche resistente Bakterien. Diagnostische Tests könnten erforderlich sein: Ein Labortest (z.B. Resistenztest) könnte nötig sein, damit der Tierarzt weiß, ob eine Behandlung mit Antibiotika wirklich erforderlich ist und wenn ja, welches Antibiotikum bei dem aktuell vorliegenden Keim am besten wirkt. Ihr Tierarzt kann Ihnen dann das richtige Antibiotikum gegen die Infektion verschreiben. Richtige Dosierung: Geben Sie Ihrem Tier unbedingt die vom Tierarzt verordnete Anzahl an Behandlungen und verändern Sie die angegebene Dosierung nicht, auch wenn es ihm schon nach wenigen Anwendungen besser geht. Das ist nicht nur für die Heilung der Krankheit wichtig, sondern verhindert auch,dass die Bakterien Resistenzen bilden. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt: Wenn Sie Fragen oder Sorgen zum Thema Antibiotika, scheuen Sie sich nicht, Ihren Tierarzt darauf anzusprechen.

Buchtipp: Neue Wege, neue Aspekte

„Befreie dein Pferd – befreie dich selbst“ ist ein Buch mit interessanten Aspekten im Umgang mit Pferden in der Hobbyhaltung. Immer mehr Tierfreunde, die nicht nur Katzen und Hunde, sondern auch Pferde halten, wünschen sich Freundschaft als Basis im Umgang mit Pferden. Aber Freundschaft verträgt keinen Zwang, keine Manipulation und keine rigorose Durchsetzung. Die Autorin Maksida Vogt kommt aus der klassischen Dressur und engagiert sich heute dafür, wissenschaftlich fundiertes Wissen über die Umstände, in denen Pferde leben, zu verbreiten. Sie geht auf die Auswirkungen von Gebissen ein und erläutert den punktuellen Druck, der beim Reiten entsteht. Mit provokativen Thesen regt sie dazu an, über das Pferd und sich selbst nachzudenken. Das Reiten wird hinterfragt und tritt in den Hintergrund. Vielmehr geht es um die emotional intelligente Annäherung an das Pferd, Freundschaft mit dem Pferd und eine Pferdeausbildung auf der Basis des freien Willens.

Blick-Punkt: Frauchen auf Spurensuche

Ich weiß, Eigenlob stinkt, aber ich muss sagen: Meine Fähigkeiten sind kaum zu übertreffen! Einen so cleveren Kater wie mich gibt es nicht alle Tage. Mein Frauchen hat ganz schön gestaunt. Vorige Woche hörte ich es sagen: „Komisch, der Kater hat heute morgen sein Fressen kaum angerührt . . .“ „Na, was ist denn mit dem kleinen Elvis“, säuselte mir die Dame nett ins Ohr, „muss ich mir Sorgen machen?“ Schließlich sei ich doch sonst so verfressen. – Sie kümmert sich, okay, aber der letzte Satz war eine Frechheit! Als am Abend immer noch der Napf unberührt blieb, bekam die Mimik von Frauchen ernste Züge. Warum frisst der Kater nicht? Spurensuche. „Irgendetwas stimmt hier nicht“, murmelte Frauchen, als es einen Blick in den Keller warf. Es hat ein bisschen gedauert, aber dann kam sie mir doch auf die Schliche. In den 6-Kilo-Sack Trockenfutter war akribisch ein Loch gebissen worden und ich hatte mich regelmäßig bedient – das war ein herrlicher Schmaus!

Euer Kater Elvis

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