Tierpunkt September 2014

Wichtig: Vitamin C für Meerschweinchen

Alle Freunde von Meerschweinchen, die gerne Obst und Gemüse Ihren Tiere anbieten, liegen genau richtig. Das Schnibbeln lohnt sich: Viel Gemüse verhindert Vitamin-C-Mangel! Weshalb das Vitamin C so lebenswichtig ist, zeigt die Aufl istung einiger seiner Funktionen: Es regt die Drüsen des Verdauungstraktes an, schützt die Blutgefäße, aktiviert den Zellstoffwechsel und stärkt das Immunsystem. Es ist wichtig für die Bildung von Knochen, Zähnen und Bindegewebe sowie von Kollagen, einem Gerüstbaustein der Haut. Vitamin C schützt Körperzellen, indem es aggressive chemische Verbindungen abfängt und neutralisiert. Mangelerscheinungen reichen von Infektionen, Blutungen, Schwellungen bis hin zu Versteifungen der Knie- und Sprunggelenke.

Vitamin C gibt‘s z.B. in Möhren, Paprika, Äpfeln, Fenchel und Chicorée. Frischfutter gehört also auf den Speiseplan des Meerschweinchens! Heu steht dem geselligen Nager immer zur Verfügung und wenn Trockenfutter gereicht wird, dann nur mäßig, und zwar ein Esslöffel zwei bis drei Mal die Woche. Übrigens: Futterumstellungen sollten Tierhalter immer vorsichtig und langsam vornehmen, da es zum Durchfall kommen kann. Das lebenswichtige Vitamin C können die Tiere genauso wie der Mensch in ihrem Körper nicht selber bilden. In Fällen, in denen Meerschweinchen zu wenig Frischfutter aufnehmen wollen, werden Vitamin-Präparate empfohlen. Fragen Sie bitte Ihren Tierarzt.

Rohfleisch fürs Tier: Tipps vom Exeperten

Viele Hunde- und Katzenhalter ernähren ihre Vierbeiner auf Basis von rohem Fleisch. Welche Risiken dabei aus Sicht eines Parasitologen bestehen – und wie man diesen vorbeugen kann – erklärt Prof. Dr. Georg von Samson Himmelstjerna, Vorsitzender der Expertenorganisation ESCCAP und Direktor des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin: Über rohes Fleisch und Innereien (z.B. Lunge oder Leber) können Parasiten auf das Haustier übertragen werden. Dazu zählen u.a. Toxocara canis, der häufi gste Spulwurm in Deutschland, der kleine Hundebandwurm Echinococcus granulosus, die Einzeller Neospora caninum und bei der Katze auch die Erreger der Toxoplasmose sowie der Sarkozystose. Wie hoch das Risiko ist, dass sich Hunde und Katzen über rohes Fleisch anstecken, ist bisher unbekannt. Besonders hoch sei es nicht, so die Experten-Einschätzung. Sicher ist nur, dass es möglich ist und vorkommt. Dies heißt jedoch nicht, dass Hunde und Katzen aus parasitologischer Sicht grundsätzlich nicht roh ernährt werden dürfen. Wichtig ist nur, dass das Fleisch vor dem Verfüttern ausreichend tief und lange eingefroren wird, um Parasitenstadien sicher abzutöten. Gewährleistet ist dies aber nur, wenn das Fleisch mindestens 1 Woche bei -17° bis -20°C tiefgefroren bleibt. Wer nicht weiß, ob das Fleisch diese Voraussetzungen erfüllt, selbst kein entsprechendes Einfrieren gewährleisten kann, aber dennoch roh füttern möchte, der sollte bei seinem Vierbeiner alle 6 Wochen eine Kotuntersuchung vornehmen lassen oder aber ihn entwurmen.

Wie Schildkröten gut überwintern

Langsam verabschiedet sich der Sommer, die Temperaturen sinken – bereits jetzt ist es an der Zeit, dass sich Freunde von Landschildkröten über die richtige Überwinterung für ihre Tiere informieren. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt – ein allgemeiner Rundumcheck inkl. Kotuntersuchung ist ratsam. Die Winterruhe ist für die Gesundheit der Landschildkröte von großer Bedeutung: Sie hat Einfl uss auf den Hormonhaushalt und das Immunsystem und verhindert, dass Jungschildkröten zu schnell wachsen. Wenn es kälter wird, sinkt die Körpertemperatur des Reptils. Stoffwechselfunktionen, Herzschlag und Atemfrequenz werden auf ein Minimum gedrosselt, informiert die Bundetierärztekammer. In der Regel dauert diese Ruhephase drei bis fünf Monate, bei Tieren im ersten Lebensjahr genügt oft eine verkürzte Winterruhe von sechs bis acht Wochen.

Damit die Schildkröte diese Zeit gut übersteht, hier einige Tipps: Ist das Tier gesund, bei Terrarienhaltung Licht und Temperatur schrittweise über ca. drei Wochen reduzieren und Fütterung einstellen; Trinkwasser kann weiterhin angeboten werden. Bäder in lauwarmem Wasser sind zur Entleerung des Darms ratsam. Wenn die Aktivität der Schildkröte weiter abnimmt, sollte sie in einer Überwinterungskiste (z.B. Kunststoffbox) untergebracht werden; diese muss so groß sein, dass sich das Tier vollständig eingraben kann (etwa das Vierfache der Panzerfl äche). Füllen Sie die Kiste mit einer Erdschicht, auf die ein Gemisch aus Buchenlaub und Moos gehäuft wird; auch Torfmoos hat sich bewährt, denn es hält die Feuchtigkeit sehr gut. Sorgen Sie unbedingt für gute Durchlüftung, sonst kann es zu Schimmelbefall kommen. Stellen Sie die Überwinterungskiste an einen möglichst dunklen Ort, die Temperatur muss bei konstanten 4-6 Grad Celsius liegen. Die Überwinterung im – aus hygienischen Gründen separaten – Kühlschrank ist die beste und sicherste Methode. Die Temperatur lässt sich exakt einstellen und mit einem elektronischen Thermometer gut überprüfen. Durch ein- bis zweimaliges Öffnen der Kühlschranktür pro Woche ist außerdem für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr gesorgt. Etwa alle vier Wochen sollte das Tier herausgenommen, gewogen und kontrolliert werden. Insgesamt darf es nicht mehr als zehn Prozent seines Körpergewichts verlieren. Achtung: Rote Verfärbung am Bauchpanzer sind ein Alarmzeichen – sofort den Tierarzt aufsuchen! Wenn es draußen wieder wärmer wird, kann die Temperatur über einige Tage langsam angehoben werden.

Rohfütterung für Vierbeiner

Gesunde Rohkost BARF – diese Abkürzung steht für „Biologisch artgerechtes rohes Futter“. Immer mehr Tierhalter bevorzugen diese spezielle Fütterungsmethode, da die Tiere dadurch nicht nur artgerecht gefüttert werden, sondern häufi g auch gesünder, vitaler und weniger anfällig für Allergien sein sollen. Was dabei zu beachten ist, und welche Vor- und Nachteile diese Fütterung hat, erklären in den jeweiligen GU-Ratgebern Ernährungsexperten. Nach der BARF-Methode zu füttern, ermöglicht es dem Halter, dass nur er bestimmt, was bei seinem Vierbeiner in den Napf kommt. Vorbild der BARF-Fütterung ist das natürliche Fressverhalten, da die Nährstoffzusammensetzung des Beutetiers möglichst naturgetreu nachempfunden wird. Abgerundet werden die Ratgeber durch Rezepte, die abwechslungsreich, ausgewogen und leicht umzusetzen sind. Empfehlenswert für alle, die sich über BARF informieren wollen.

Lange Sätze sind zwecklos

Bezüglich unseres putzigen Haushundes habe ich wichtige Beobachtungen gemacht. Hier meine Analyse: Hunde sollen gewisse Regeln lernen. Während die Körpersprache des Hundes meist eindeutig ist (freches Grinsen, Ignorieren von Lockrufen), verzettelt der Mensch sich häufi g in zu langen Wortketten. Die Frage „Will denn mein Hundchen nicht jetzt endlich zum Frauchen kommen?“ wird der Hund im Leben nicht beantworten; schon allein deshalb nicht, weil er sie nicht versteht. Kurze einsilbige Anweisungen sind der bessere Weg. Spätestens wenn Frauchen dreimal ihre Frage ergebnislos wiederholt hat, laut gefl ucht und sich aufgebaut hat, ist die Erfolgsquote mit einem kräftig gebrüllten „Komm!“ erheblich höher als bei einem emphatisch vorgetragenen „Voorwäärts!“. „Komm jetzt endlich“ hingegen überfordert das hündische Wortverständnis und führt dazu, dass der Hund nur „Ente“ heraushört und sich höchst interessiert nach einem bejagbaren Wasservogel umschaut. Mein Fazit: Einsilbige Kommandos kommen gut. Alle diejenigen, die auf „-z“ oder „-tz“ enden (Sitz! Platz! Schmatz!), hören sich zwar zackig an, doch man sollte sich nicht zuviel davon versprechen.

Euer Elvis

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