Trauer um Tiere

Auch wenn es „nur“ um ein Tier geht, kann die Trauer um seinen Verlust Depressionen und Krankheiten auslösen und den Menschen in ein tiefes Loch stürzen. Jeder, der einmal ein Haustier besaß, weiß, wie wichtig seine körperliche Präsenz ist und wie selbst das kleinste Tier fehlen kann. Sein Fell zu streicheln, die Bewegungen seines Körpers wahrzunehmen, seine Nähe zu empfinden oder auch sein Schnurren oder Bellen zu hören, vermitteln Geborgenheit und Wärme. Durch die tägliche Beschäftigung mit dem Haustier entsteht das Gefühl, gebraucht zu werden. Fallen diese alltäglichen Handlungen von einem Tag auf den anderen weg, fehlen uns Sicherheit und Stabilität in unserem Leben.

Die erste Zeit ohne Tier

Unsere Trauer bezieht sich nicht nur auf den Tod des Tieres, sondern auch auf die fehlenden Gewohnheiten, die im Alltag mit dem Tier in Verbindung standen. Möchten Sie verständlicherweise die verloren gegangen Rituale durch ein neues Tier ersetzen, rate ich in der akuten Trauerphase davon ab. Trauer braucht Zeit und sollte wenn möglich nicht verdrängt werden. Trauernde Menschen können häufig nicht schlafen und nichts essen, ziehen sich zurück und wollen nichts und niemanden sehen oder hören. Das sind Reaktionen unseres Körpers und unserer Seele, die einen Konflikt und eine starke psychische Belastung ausdrücken. Denn nicht nur der eigentliche Tod, sondern auch die Zeit davor hat an unseren Kräften gezehrt, da das Tier möglicherweise besonders viel Zeit und Pflege benötigte. So kann der Tod auch eine Erlösung für Mensch und Tier sein.

Der Verlust

Lassen Sie Ihre widersprüchlichen Empfindungen zu. Auch wenn der Tod vorhersehbar war, ist das Ende ein plötzliches und überwältigendes Erlebnis. Ihr Leben wird sich durch den erlittenen Verlust verändern. Alles bricht in Ihren Augen zusammen und das ist bedrohlich und macht Angst. Es wird nie mehr so werden, wie es war. Ein unwiederbringlicher Lebensabschnitt ist vorbei.

Das Verlusterlebnis kann sich in einem körperlichen Schmerz bemerkbar machen, der unerträglich zu sein scheint. Auch das vage Gefühl der Leere, Traurigkeit und Stumpfheit kann Sie in der nächsten Zeit begleiten, ebenso wie Verdrängung, Wut und Hilflosigkeit. Ein plötzlicher Tod kann einen Schock auslösen und hinterlässt häufig Schuldgefühle und Selbstvorwürfe. Jeder Mensch trauert anders und unterschiedlich lange. Lassen Sie sich nicht drängen. Sie müssen nicht sofort wieder so funktionieren, wie es von Ihnen erwartet wird.

Trauerbegleitung

Als Gesprächstherapeutin, Tierärztin und mehrfache Tierbesitzerin habe ich mich viel mit dieser Thematik beschäftigt und kann Ihre Trauer gut verstehen. Ich biete Ihnen an, Sie im Trauerprozess um den Tod Ihres Haustieres zu begleiten. Ich schaffe einen Raum für Ihre Gedanken und Erinnerungen, die erzählt werden wollen. Dabei können Sie nach und nach Ihre Gefühle zulassen und begreifen.

Das Ziel, das mit dem Trauern erreicht werden soll, ist das Loslassen. Es meint den Abschied von dem geliebten Tier und die wirkliche Akzeptanz seines Todes. Es bedeutet das Zurückblicken auf die gemeinsame Zeit und die Dankbarkeit für miteinander verbrachte Stunden. Am Ende steht das Freiwerden für ein neues Leben.